So nutzen Sie Micro-SD-Karten unter Android richtig

So nutzen Sie Micro-SD-Karten unter Android richtig
Der Smartphone-Speicher lässt sich häufig durch ein Micro-SD-Karte erweitern. Auf diese Punkte müssen Sie achten!
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So nutzen Sie Micro-SD-Karten unter Android richtig

Der Smartphone-Speicher lässt sich häufig durch ein Micro-SD-Karte erweitern. Auf diese Punkte müssen Sie achten!

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Mon Dec 12 12:56:00 CET 2016 - Mon Dec 12 12:56:00 CET 2016 Uhr

Heutzutage gehören Erweiterungsslots in Smartphones beinahe schon zum guten Ton. Wir erklären Ihnen, wie Sie dieses Plus an Speicherplatz für sich nutzbar machen.

Seit es Smartphones und Tablets gibt, klagen Nutzer über fehlenden Speicherplatz. Immerhin verfügen aktuelle Modelle über 16-32 GB Speicher. Einige besonders preiswerte Modelle bieten aber noch weniger Platz. Wer viele MP3-Dateien, Bilder und Filme auf dem Smartphone hat, dem mangelt es schnell einmal an Kapazitäten. Micro-SD-Karten stellen eine gute und preiswerte Möglichkeit zur Lösung dieses Problems dar.

  1. Den Speicher unter Android 5 verwalten

    Viele Nutzer fanden die Änderungen am Betriebssystem bei Android 4.4 nicht gut und haben sich lautstark bei Google beschwert. Dieses negative Feedback hat Früchte getragen, sodass das Unternehmen für Android 5 erneut Anpassungen am Betriebssystem vorgenommen hat. Unter anderem wurde die Verwendung der Speicherverwaltung neu geregelt, wodurch die Nutzung von SD-Karten wieder weitestgehend möglich wurde. Nützliche Informationen rund um die Verwendung solcher Karten sind jetzt unter den Einstellungen im Bereich "Speicher" zu finden. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Schaltfläche "Medien verschieben". Hierüber ist es spielend leicht möglich, Daten wie Bilder, Musik oder Filme auf einer SD-Karte zu speichern.
  2. SD-Karte aufteilen und formatieren

    Wenn Sie sich für dieses Vorgehen entscheiden, wird Ihnen ausführlich angezeigt, wie viel Speicherplatz aktuell noch auf der SD-Karte verfügbar ist. Sie bekommen in einer Listendarstellung präsentiert, welche Objekte darauf zu finden sind und wie viel Speicherplatz diese einnehmen. Die Objekte sind hierbei in einzelne Bereiche wie Musik, Filme oder Bilder unterteilt und können auch jeweils einzeln verschoben werden. Des Weiteren gibt es bei Android zwei weitere Menüpunkte, die für die Speicherverwaltung relevant sind. Mit diesen kann eine Micro-SD-Karte je nach Wunsch getrennt oder formatiert werden. Beim Trennen werden alle auf der SD-Karte verfügbaren Programme schrittweise beendet. Hierbei werden Zwischenstände gespeichert, auf die Sie später jederzeit wieder zurückgreifen können. Dieses Vorgehen empfiehlt sich immer dann, wenn im laufenden Betrieb ein Wechsel der Micro-SD-Karte erfolgen soll.
  3. SD-Karte löschen

    Des Weiteren steht ein Menüpunkt mit dem Namen "SD Karte löschen" bereit. Mit diesem werden alle Inhalte der Karte schnell und vollständig gelöscht. Dies gelingt, indem die Karte formatiert wird. Eine Formatierung der Micro-SD-Karte muss allerdings ausdrücklich bestätigt werden. Somit stellt Android sicher, dass es zu keiner versehentlichen Löschung von Daten kommt.
  4. Bei Android 5 Apps bewegen

    Damit eine App bei Lollipop auf eine Micro-SD-Karte verschoben werden kann, muss der Entwickler bestimmte Voraussetzungen mitbringen und gewisse Berechtigungen abgefragt haben. Wenn das erfolgt ist, kann über die App-Verwaltung die Verschiebung der App vorgenommen werden. Unter "Speicher" gibt es dann die Schaltfläche "Auf SD-Karte verschieben", die einen einfachen und sicheren Transfer der Daten ermöglicht. Unter Android 5 können aber auch Daten von einer Micro-SD-Karte auf das Gerät übermittelt werden. Hierfür gibt es an der gleichen Stelle einen entsprechenden Button mit dem Namen "Auf Telefon verschieben".
  5. Wissenswertes zu den Speicheroptionen bei Android 6

    Unter diesem Betriebssystem ist es Nutzern leicht möglich, Micro-SD-Karten zum Abspeichern von Inhalten zu verwenden. Im Alltag stehen hierfür zwei Optionen offen: So kann die Micro-SD-Karte als interner oder als tragbarer Speicher genutzt werden. Beim Einsatz als tragbarer Speicher unterscheidet sich die Verwendung der Karte nicht von derjenigen bei vorherigen Android-Versionen. Daten, Bilder und Videos können problemlos darauf gespeichert und auf Wunsch auch auf einen PC transferiert werden, da die Karte immer als eigener Datenträger erkannt wird. Eine direkte Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet besteht nicht, da die Micro-SD-Karte lediglich als externer Speicher Verwendung findet. Bei einer Nutzung als interner Speicher verwandelt sich die Micro-SD-Karte automatisch in einen Gerätespeicher. Die Verwendung entspricht somit der aller anderen internen Speicher des Geräts. Das hat allerdings zur Folge, dass eine direkte Verbindung zwischen Karte und Hardware besteht. Die Karte kann somit nicht von einem PC ausgelesen werden und die Nutzung in einem anderen Android-Gerät ist nur nach vorheriger Formatierung möglich.
  6. Aus der Micro-SD-Karte einen internen Speicher machen

    Das Betriebssystem Android 6 ist in der Lage, eine Micro-SD-Karte als solche zu erkennen, wenn sie in das Gerät eingefügt wird. Bei der ersten Nutzung fragt Sie das Gerät daher direkt, wie sie die eingeschobene Karte verwenden möchten. Sollten Sie sich hier für eine Nutzung als tragbaren Speicher entscheiden, finden Sie die Karte in der Liste der gemounteten Laufwerke. Hier trägt sie den Namen "sdcard1". Somit kann die Karte über die Einstellungen und die Funktion "Speicher & USB" gefunden werden. Bei der Auswahl der Karte erscheinen die drei optionalen Funktion "Auswerfen", "Formatieren" und "Als intern formatieren". Die erste Funktion erlaubt ein sicheres Entfernen der Karte von dem Gerät. Die zweite Funktion formatiert die Karte vollständig.
  7. SD-Karte zum tragbaren Speicher erweitern

    Die dritte Funktion macht aus dem tragbaren Speicher einen internen Speicher. Wenn Sie die dritte Funktion auswählen, informiert Sie das Gerät zunächst einmal über die Konsequenzen, die das für Ihre Daten hat. Durch die Formatierung der Karte sind anschließend nämlich keine Daten mehr darauf zu finden. Sollten Sie dem zustimmen, findet eine vollständige Formatierung statt, in deren Anschluss die Karte als interner Gerätespeicher verwendet werden kann. Bei vielen Apps haben Sie nun die Auswahl, in welchem Bereich Sie diese und ihre Daten abspeichern möchten. Hierfür gehen Sie unter "Einstellungen -> Apps" in der App-Detailansicht auf "Speicher". Eine Schaltfläche namens "Ändern" taucht auf, wenn die App verschoben werden kann. Anschließend können Sie wählen, an welchem Speicherort die jeweiligen Daten hinterlegt werden sollen.
  8. Die Wahl der optimalen Micro-SD-Karte

    Wenn Sie auf der Suche nach einer Speicherkarte für Ihr Smartphone oder Tablet sind, sollten Sie auf ein Modell mit einer möglichst hohen Geschwindigkeit vertrauen. Hierbei sollten Sie die verschiedenen Speicherkarten-Klassen im Auge behalten. Diese Klassen informieren Sie zuverlässig darüber, welche Mindestgeschwindigkeit eine bestimmte Micro-SD-Karte mit sich bringt. Ausgehend von dieser Geschwindigkeit lässt sich recht gut festlegen, welche Karte sich für welches Einsatzgebiet besonders eignet. Bei der Auswahl sollten Sie sich genau ansehen, für welche Kartenklasse welcher Datendurchsatz zur Verfügung stehen muss. Als Vergleichsgröße haben sich die unterschiedlichen Speicherplatzanforderungen von Videos bewährt. Besonders gebräuchliche Klassen sind beispielsweise die "UHS Class 1" sowie die "Class 10". Bei einer Größe von 64 GB sind diese bereits ab 20€ zu haben.
  9. Hilfe für Apps mittels Micro-SD-Karte

    Mittlerweile lassen sich eigene Daten und Informationen ohne große Mühe im externen Speicher unterbringen. Für die Daten kommerzieller Apps gilt das aber noch längst nicht immer. Vor allem Anwender von Streaming-Apps, die es möglich machen, Daten offline abzuspeichern, wünschen sich diese Funktion für ihre Angebote. Die Qualitäten "gut" (6,9MB/Min), "besser" (12,4 MB/Min) und "beste" (17MB/Min) von Amazon Video benötigen beispielsweise unterschiedlich viel Speicherplatz. Wenn also die Folge einer Serie 60 Minuten lang ist, werden somit häufig bereits 400 MB Speicher belegt. Andere Anbieter erfordern ähnlich viel Speicherplatz. Wenn also auf Reisen mehrere Filme gleichzeitig zur Verfügung stehen sollen, ist der Speicherplatz eines Smartphones oder Tablets schnell ausgeschöpft. Deswegen gilt es, genau zu prüfen, ob ein bestimmter Dienst eine Offlinespeicherung der Daten zulässt. Im Bereich Musik bieten viele Hersteller die Möglichkeit, Daten auf Micro-SD-Karten abzuspeichern. Videostreamingportale hinken da noch etwas hinterher. Offensichtlich befürchten die Anbieter hier immer noch, dass ein Kopierschutz nicht ausreicht, um eine Weitergabe der Daten zu verhindern.
  10. Zusammenfassung

    Herrschte durch Googles Maßnahmen in Bezug auf die Sicherheit von Micro-SD-Karten bei der Veröffentlichung von Android 3.2 noch ein heilloses Durcheinander, so haben sich die Gemüter inzwischen beruhigt. Seit Android 6 ist es sogar offiziell möglich, Micro-SD-Karten als internen Speicher zu verwenden. Viele Entwickler springen auf diesen Zug, wodurch Nutzer eine größere Auswahl an Optionen haben. Beim Kauf eines neuen Smartphones oder Tablets sollte deswegen darauf geachtet werden, dass das jeweilige Gerät eine Erweiterung mit Micro-SD-Karten ermöglicht. Wenn Ihr aktuelles Gerät bereits einen solchen Einschub besitzt, gilt es bei der Auswahl der passenden Micro-SD-Karte darauf zu achten, dass die richtige Speicherkartenklasse mit einem passenden Datendurchsatz gewählt wird.

Micro-SD-Karten als Speichermedium verwenden

Google scheint schon seit Längerem kein Freund von der SD-Karte als externem Speicher zu sein. Zumindest schränkt das Unternehmen die Verwendungsmöglichkeiten solcher Wechselspeicher deutlich ein. Erstmals spürbar wurde das mit der Einführung von Android 3.2, ist aber seit Android 4.4 (Kitkat) besonders deutlich zu erkennen. Im Rahmen dieser Einführung hat Google die Verwendung von Micro-SD-Karten nämlich neu geregelt. Wenn eine App nun Speicherungen auf einem externen Speichermedium vornehmen möchte, muss es hierfür eine spezielle Berechtigung besitzen. Eine solche Berechtigung erhalten allerdings nur sogenannte System-Apps sowie Apps, die eine Google-Signatur oder eine Signatur des Hardwareherstellers besitzen. Somit können nur noch bestimmte Inhalte von einer App auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert werden. Entsprechend mussten viele Apps upgedated werden, um überhaupt noch richtig zu funktionieren.

Die zahlreichen Erfahrungen, die Google mit Kitkat gemacht hat, haben zu einer erneuten Überarbeitung der Zugriffsrechte von Apps auf Micro-SD-Karten geführt. Es wurde ein neues Berechtigungssystem entwickelt, das Entwickler wieder in die Lage versetzt hat, vollständige Lese- und Schreibrechte für Micro-SD-Karten anzufragen. Somit muss eine App den Nutzer bei der Installation fragen, ob sie bestimmte Zugriffsrechte erlangen darf. Im Rahmen von Android 6 (Marshmallow) wurden weitere Neuerungen in Bezug auf Micro-SD-Karten beschlossen. Unter anderem kann ein externer Speicher ab jetzt als interner Speicher integriert und auf Wunsch verschlüsselt werden. Die Entwickler reagieren hiermit auf die enorme Bedeutung, die Micro-SD-Karten als zusätzlicher Speicher für Anwender haben. Ähnliches gilt auch für andere Hersteller. So hat Samsung beim Galaxy S6 keinen Micro-SD-Einschub angeboten, beim Galaxy S7 hingegen schon. Auch Huawei, LG und Sony haben in ihren aktuellen Modellen Micro-SD-Karten in ihr Entwicklungskonzept aufgenommen.

Die richtige Micro-SD-Karte
KlasseMindestgeschwindigkeit LesenEinsatz
Class 22 MB/SekundeSD-Video
Class 44 MB/SekundeHD-Video
Class 66 MB/SekundeFull-HD-Video
Class 1010 MB/SekundeFull-HD-Video
UHS Class 110 MB/SekundeFull-HD-Video, Serienbilder
UHS Class 330 MB/SekundeFull-HD-Video, 4k-Video, Serienbilder

Berechtigungen für Speichermedien bei Android 4.4

Für Android 4.4 wurden zahlreiche Änderungen am Betriebssystem vorgenommen. Diese haben dazu geführt, dass die meisten Apps nicht mehr in der Lage waren, Informationen auf einer Micro-SD-Karte zu speichern. Somit hatten Nutzer mit starken Einschränkungen beim Verschieben von Daten zu kämpfen. Das lag daran, dass eine App üblicherweise nur dann Daten auf einer Micro-SD-Karte abspeichern kann, wenn sie hierfür spezielle Berechtigungen besitzt. Viele Entwickler mussten sich daher an die neuen Gegebenheiten bei Android anpassen und haben das auch getan. Entsprechend schnell ließ sich das Problem aus der Welt schaffen.

Heutzutage ist unter Smartphones mit Android Kitkat bei eingelegter Micro-SD-Speicherkarte im Bereich "Speicher" zu sehen, wie viel Speicher aktuell noch zur Verfügung steht. Außerdem haben Nutzer in diesem Bereich die Möglichkeit, eine Micro-SD-Karte zu formatieren oder sie sicher zu entfernen. Bei Apps, die über die nötigen Berechtigungen verfügen, ist unter den App-Informationen eine Schaltfläche namens "Auf SD-Karte verschieben" zu finden. Sollte sich anschließend bei Tests herausstellen, dass die App trotz der Berechtigungen nicht zuverlässig funktioniert, kann sie ohne Weiteres wieder in den Gerätespeicher verschoben werden. Hierfür gibt es ebenfalls eine eigene Schaltfläche namens "In Gerätespeicher verschieben".

Apps mit Micro-SD-Unterstützung
DienstDatenspeicherung auf Micro-SD-KarteOfflinedaten auf Micro-SD-Karte speicherbar
Amazon VideoNeinNein
Apple MusicJaJa
DeezerJaJa
Google MusicNeinJa
MaxdomeJaNein
SpotifyNeinJa
WatcheverJaNein


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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