von Hans-Christian Dirscherl

Intel entdeckt Fehler in Sandy-Bridge-Chipsatz (Update III)

Intel Sandy Bridge
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Intel Sandy Bridge

 

Milliardenpleite für Intel: In den Chipsätzen der neuen Prozessor-Plattform Sandy Bridge steckt ein Hardware-Fehler. Intel muss die defekten Hauptplatinen austauschen. Update I+II: Gigabyte bietet seinen Kunden eine kostenlose Garantieverlängerung an. Für Besitzer von Schenker-Notebooks gibt es ebenfalls eine konkrete Vorgehensweise. Update III: Schenker teilte uns mit, wie die Kunden konkret informiert werden.

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Der Fehler steckt nicht in den eigentlichen Prozessoren der Sandy Bridge-Familie, sondern in den Chipsätzen auf den dazu gehörigen Hauptplatinen. Genauer gesagt in einem Chip der Intel-6-Serie (Codename: Cougar Point). Das fehlerhafte Hardware-Design kann laut Intel dazu führen, dass der Serial-ATA-Controller (SATA) an Leistung verliert und dementsprechend die darüber gesteuerten Festplatten oder DVD-Laufwerke langsamer werden oder ganz ausfallen können, wie Intel mitteilt.

Intel hat die Auslieferung des fehlerhaften Chipsatzes gestoppt. Der Designfehler wurde Intel zufolge bereits behoben, die Produktion von fehlerfreien Chipsätzen soll bereits angelaufen sein.

Alle bisher ausgelieferten Hauptplatinen für Sandy-Bridge-Prozessoren mit Core–i-2000-CPUs (Core i3/i5/i7) sollen von dem Fehler betroffen sein. Da der fehlerhafte Chipsatz auf die Platine aufgelötet ist, bleibt letztendlich nur der Austausch der kompletten Platine übrig.

Die Kosten, die durch den Austausch der fehlerhaften Platinen gegen fehlerfreie entstehen, beziffert Intel mit 700 Millionen US-Dollar. Dazu kommt ein geschätzter Umsatzausfall von zirka 300 Millionen Dollar. Denn Intel rechnet damit, erst Ende Februar fehlerbereinigte Chipsätze liefern zu können. Dann allerdings nur in kleineren Stückzahlen, die volle Produktion wird Intel wohl erst im April wieder aufnehmen können. Der Aktienkurs des Chipgiganten reagierte prompt auf diese Ankündigung und gab deutlich nach.

Mit der Auslieferung der defekten Chipsätze hat Intel eigenen Angaben zufolge am 9. Januar begonnen. Intel geht davon aus, dass nur wenige Kunden tatsächlich von dem Problem betroffen sind, weil bisher nur Rechner mit Core i5 und Core i7 Quadcore-Prozessoren ausgeliefert wurden, in denen die fehlerhaften Chipsätze verbaut wurden. Rechner mit Core i3-Prozessoren, die den Großteil des Geschäftes ausmachen, wurden demnach noch nicht mit den neuen Chipsätzen ausgeliefert.

Marktbeobachter spekulieren darüber, ob sich die Verzögerungen bei den Sandy Bridge-Chipsätzen auf die Vorstellung der nächsten Generation des Apple MacBook Pro auswirken könnte.

Update 17.00 Uhr: Gigabyte bietet betroffenen Kunden eine kostenlose Garantieverlängerung an. Mehr dazu erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Update II 17.15 Uhr: Von dem Konstruktionsfehler in den neuesten Intel 6er Series Hauptplatinen-Chipsätzen (Codename "Cougar Point") sind voraussichtlich auch Modelle von Schenker Notebooks betroffen.

Update III, 02.02.2011, 14:30 Uhr: Schenker teilte uns mit, wie die Kunden konkret informiert werden.

GIGABYTE hat heute folgende Information zum Thema Sandy Bridge für seine Kunden veröffentlicht:

„Derzeit prüfen wir die Berichte rund um die Intel Sandy Bridge Chipsätze. Wir haben vorerst die Auslieferung weiterer Sandy Bridge Mainboards gestoppt. Unsere Entwicklung und unser Produktmanagement stehen in engem Kontakt zu Intel, um das bestmögliche Vorgehen zu besprechen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um das Problem in Ihrem Sinne – also im Sinne unserer Kunden – zu lösen.

Sollte bei Ihrem P67-/H67-/B65-Mainboard von GIGABYTE ein Problem mit den SATA-Ports auftreten, wie es Intel beschreibt, wenden Sie sich bitte an unsere Hotline. Diese erreichen Sie unter der Rufnummer 01803-428468 oder nutzen Sie unser Online-Supportsystem GGTS ( http://ggts.gigabyte.com). Zusätzlich haben wir die Sonder-E-Mail-Adresse sandybridge@gigabyte.de eingerichtet, auf der Sie Ihre Fragen zum Thema Sandy Bridge stellen können und die bevorzugt beantwortet werden.

Nach bisherigem Kenntnisstand treten die von Intel beschriebenen Probleme maximal bei fünf Prozent der Chipsätze auf – und das erst über einen Zeitraum von drei Jahren. Daher empfehlen wir Ihnen, von unserer verlängerten Garantie Gebrauch zu machen. Beim GA-P67A-UD7 können Sie von bis zu sechs Jahren Garantie profitieren. Das bedeutet: selbst wenn Sie in fünf Jahren ein Problem mit Ihrem GA-P67A-UD7 feststellen sollten, wird dieses von uns behoben.

Für die Registrierung benötigen wir eine Rechnungskopie vom Fachhandel sowie Ihre komplette Anschrift und Ihre Kontaktdaten. Die Registrierungsformulare erhalten Sie unter:
GA-P67A-UD7: http://www.gigabyte.de/WebPage/-2/images/RegistrierungP67A-UD7.pdf
GA-P67A-UD5: http://www.gigabyte.de/WebPage/-2/images/RegistrierungP67A-UD5.pdf
GA-P67A-UD4: http://www.gigabyte.de/WebPage/-2/images/RegistrierungP67A-UD4.pdf

Wir ermöglichen Ihnen aber auch eine Registrierung – bei Zusendung der genannten Unterlagen – per E-Mail. Wenden Sie sich dafür bitte auch an die zusätzlich eingerichtete E-Mail-Adresse sandybridge@gigabyte.de.

Aktuell gibt es keinen Grund für eine „Panik“, da die Problematik scheinbar nur einen kleinen Teil der Sandy Bridge Chipsätze betrifft. Wir informieren Sie, sobald weitere Informationen von Intel vorliegen. Sollten weitere Schritte erforderlich sein, werden wir Sie ebenfalls informieren. Solange bitten wir Sie, die verlängerte Garantie zu nutzen, Ihre Daten zu sichern (was man ohnehin regelmäßig tun sollte) und sich bei Problemen an unseren technischen Support zu wenden.“

Schenker Notebooks nimmt zu dem Hauptplatinen-Problem folgendermaßen Stellung:

„Der Fehler tritt laut Intel nur bei einer kleinen Anzahl der Chipsätze und nach einer Zeit von bis zu 36 Monaten auf. Es kann allerdings keine bestimmte Charge definiert werden, woraufhin vorerst die Produktion aller potenziell fehlerhaften Boards gestoppt wird.

* Welche Modelle können von dem Fehler betroffen sein?

XMG A501, XMG P501 und XMG P701

* Was genau ist fehlerhaft?

Es handelt sich hierbei um einen Fehler, der sich auf die Funktionalität der S-ATA II Schnittstellen der Geräte auswirkt, worüber im XMG A501 nur das optische Laufwerk und im XMG P501/P701 zusätzlich die e-SATA Schnittstelle angesteuert werden. Die Festplatten und SSDs in allen Modellen sowie der e-SATA-Port im XMG A501 werden hingegen über die S-ATA III Ports angeschlossen und sind somit nicht betroffen.

* Wie äußert sich der Fehler?

Es kann bei einigen Geräten innerhalb von 36 Monaten zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Leistung bei der Übertragung von Daten vom optischen Laufwerk sowie der e-SATA Schnittstelle kommen. Im Extremfall wird das Laufwerk oder ein über den e-SATA Port angeschlossenes Gerät nicht mehr erkannt.

* Wie verfährt Schenker Notebooks mit bereits ausgelieferten Systemen?

Voraussichtlich im April 2011 werden die nachgebesserten Hauptplatinen zur Verfügung stehen; wir vergeben ab sofort Reklamationsnummern zur kostenfreien Abholung/Einsendung und zum Tausch der entsprechenden Mainboards. Dieser Austausch wird in der Reihenfolge der eingehenden Reklamationen abgearbeitet, um eine kurze Durchlaufzeit zu ermöglichen.

Wir sind bestrebt das Ganze im Rahmen der Sofortreparatur (max. 48h Bearbeitungszeit im Haus) abzuwickeln.

* Wie wird mit bereits bestellten Notebooks verfahren, welche vor der Auslieferung stehen?

Die Kunden werden VOR der weiteren Bearbeitung kontaktiert und die weitere Vorgehensweise abgestimmt. Hierbei besteht die Wahl, die Auslieferung zu stoppen und auf die neue Ware im April zu warten bzw. den Auftrag zu stornieren oder das Notebook zu liefern mit der klaren Zusage, im April auch hier die Mainboards zu tauschen.

* Wann sind die Notebooks wieder verfügbar?

Wir rechnen momentan mit einer Verfügbarkeit im April und planen unsere Kapazitäten zu erweitern, um den bis dahin aufgelaufenen Auftrags-Stau schnell abarbeiten zu können und eine schnelle Auslieferung zu ermöglichen. Die Bestellungen werden in der Reihenfolge des Bestelleinganges (außer NN-Express) ausgeliefert. Bei Vorkasse-Aufträgen empfehlen wir, die Zahlung noch nicht auszuführen, bis wir einen genaueren Liefertermin nennen können."

Update vom 02.02.2011:

Wir haben bei Schenker Notebooks nachgefragt, wie Schenker konkret betroffene Kunden informiert. Hier die Antwort von Schenker Notebooks:

Kunden, die Notebook bestellt haben (Geräte sind in Fertigung) werden via Mail informiert und:
- Erhalten die Geräte ausgeliefert und bekommen später nach Absprache das Mainboard getauscht
- Oder: Sie warten auf Geräte mit dem fehlerbereinigten Chipsatz

Die Entscheidung liegt also beim Kunden.

Kunden, die Geräte bereits bekommen haben, werden ebenfalls via Mail informiert und bekommen später nach Absprache das Mainboard getauscht.

Wer selbst Kontakt zu Schenker Notebooks aufnehmen möchte, um bestehende Fragen zu klären, kann dies über 0341-2467040 oder support@mysn.de tun.

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
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