von Daniel Behrens

Geheime Surfspuren finden und löschen

Geheime Surfspuren finden und löschen
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Geheime Surfspuren finden und löschen

Wenn Sie Surfspuren löschen möchten, reicht es nicht, die in den Browser integrierte Löschfunktion zu benutzen. Wir zeigen, wie Sie diese einsehen und löschen.

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Dass Sie beim Surfen im Web jede Menge Spuren auf der Festplatte hinterlassen, wissen Sie vermutlich bereits. Jeder, der Zugang zu Ihrem PC hat, kann dadurch nachvollziehen, welche Web-Seiten Sie in den vergangenen Tagen angesteuert haben. Dass sich die Spuren einfach löschen lassen, auf Wunsch auch automatisch beim Beenden des Browsers, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Kaum ein Anwender weiß aber, dass es trotzdem noch ein bis zwei Stellen im System gibt, in denen einige der besuchten Seiten protokolliert werden.

Flash-Cookies: Kaum bekannt aber höchst auskunftsfreudig

Nicht nur der Browser verfügt über eine Cookie-Funktion, sondern auch der Flash-Player, der Multimedia-Inhalte im Browser anzeigt. Zur Erinnerung: Cookies sind spezielle Informationen, die von vielen Webservern an Ihren Browser oder den Flash-Player geschickt und von diesen gespeichert werden. Wenn Sie die entsprechende Website erneut besuchen, wird die Information zurückgesendet.

Häufig handelt es sich bei dem Inhalt eines Cookies um eine zufällig generierte Benutzerkennung, an der Sie der Server beim nächsten Mal wieder erkennt. Dies dient manchmal nur zu statistischen Zwecken, manchmal hat es aber auch einen erkennbaren Nutzen für den Anwender. Dann etwa, wenn er seinen Warenkorb, den er beim letzten Besuch zusammengestellt hat, wieder angezeigt bekommt.

Wie beim Zwischenspeicher legen Browser einen Index mit der Information an, welches Cookie zu welchem Server gehört. Da jeder PC-Benutzer diesen einsehen kann, erweist auch er sich als zusätzlicher Verlauf. Auch wenn Sie per Browser alle Surfspuren löschen, Flash-Cookies bleiben bestehen, da der Flash-Player sie Browser-unabhängig speichert.

Flash-Cookies einsehen, löschen und blockieren

Um Flash-Cookies einzusehen, rufen Sie über diesen Link eine spezielle Support-Seite bei Adobe auf. Wir haben für die Seite die leicht zu merkende Mini-URL www.pcwelt.de/012 eingerichtet. In die Seite ist der "Einstellungsmanager" des Flash-Players eingebunden. Es handelt sich um keinen Screenshot, sondern um den Einstellungsmanager selbst. Unter "Besuchte Websites" sehen Sie die Namen aller Websites, die ein Flash-Cookie bei Ihnen gespeichert haben. Wie Sie wahrscheinlich feststellen werden, sind das nicht gerade wenig. Sie haben die Wahl, ob Sie einzelne Einträge entfernen oder auf den Button "Alles Websites löschen" klicken.

Seit Version 10.1 berücksichtigt der Flash-Players den privaten Modus des Browsers. Wenn Sie also in Firefox über "Extras" den "Privaten Modus" aktivieren beziehungsweise im Internet Explorer 8 auf "Sicherheit, InPrivate-Browsen" klicken, hinterlassen weder Browser noch Flash-Player Surfspuren. Die Spuren, die bis dahin angefallen sind, bleiben erhalten. Es kommen solange keine neuen hinzu, bis Sie den privaten Modus beenden. Allerdings gibt es manche Flash-Programme, die ohne Cookies nicht korrekt funktionieren.

Welche Version des Flash-Players Sie installiert haben, erfahren Sie auf dieser Seite (Kasten "Version Information" rechts: "You have version ___ installed"). Ein Update können Sie hier vornehmen. Die Aktualisierung müssen Sie nacheinander im Internet Explorer und in Firefox durchführen. Sollte die Installation fehlschlagen, deinstallieren Sie den alten Flash-Player mit diesem Tool.

Wenn Sie Flash komplett blocken und nur einzelne Anwendungen gezielt aktivieren möchten, installieren Sie die Firefox-Erweiterung Flashblock.

Java-Cache: Ebenfalls sehr auskunftsfreudig

Ein weiteres Browser-Plug-in, das anderen PC-Benutzern Aufschluss über Ihre Surf-Gewohnheiten gibt, ist Java. Wenn Sie Seiten aufrufen, die ein Java-Programm enthalten, wird dieses in einem Zwischenspeicher ("Cache") abgelegt, damit es beim nächsten Besuch nicht erneut aus dem Internet geladen werden muss.

Über "Systemsteuerung, Java", die Schaltfläche "Anzeigen" und die Auswahl von "Ressourcen" aus dem Ausklappmenü sehen Sie nicht nur, welche Java-Programme im Zwischenspeicher liegen, sondern auch von welchen Web-Seiten sie stammen. Sie können entweder einzelne Einträge löschen, oder das Dialogfeld "Java Cache Viewer" schließen und zurück im "Java Control Panel" auf "Einstellungen" klicken. Hier gibt es nicht nur die Möglichkeit, alle temporären Dateien zu löschen, sondern auch die Option, die Einstellung "Temporäre Dateien auf dem Computer belassen" zu deaktivieren.

Sicher und spurlos surfen mit Live-Linux oder virtuellem PC

Wenn Sie ganz auf Nummer Sicher gehen möchten, sollten Sie zum Web-Surfen entweder ein Linux-Live-System wie Ubuntu nutzen, das von CD bootet und keinerlei Daten auf dem PC hinterlässt. Oder aber Sie richten sich einen virtuellen PC ein, den Sie nahtlos in einem Fenster unter Windows laufen lassen. Eine Anleitung finden Sie hier.

Sie haben die Wahl, den virtuellen PC entweder von einer Live-CD zu booten, oder Ubuntu darauf zu installieren. Wenn Sie sich für die Installation entscheiden, sorgen Sie durch Anlegen und Wiederherstellen eines Sicherungspunkts dafür, dass nach einer Internet-Sitzung alle Surfspuren restlos verschwinden.

Egal für welche Variante auf dieser Seite Sie sich entscheiden: Sie haben zusätzlich noch den Vorteil, dass sich keine Viren im (virtuellen) System festsetzen können.

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
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