21.03.2012 - 10:16 Uhr

Benchmark: Ist Windows 8 wirklich schneller?

Benchmark: Ist Windows 8 wirklich schneller? (c)
iStockphoto.com/hidesy
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Benchmark: Ist Windows 8 wirklich schneller? (c) iStockphoto.com/hidesy

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Seit März steht die Consumer Preview von Windows 8 zum Download bereit. Was bringt das neue Betriebssystem außer der veränderten Oberfläche?

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Nach außen hat Windows 8 mit dem, was wir an Betriebssystemen gewohnt sind, nicht mehr viel zu tun. Die Anwendungen liegen auf unterschiedlich großen, rechteckigen Kacheln auf der Oberfläche. All das erinnert mehr an ein Smartphone denn an einen Desktop-PC. Doch dahinter verbirgt sich optisch wenig Neues: Windows Explorer und Desktop sind nach wie vorhanden und für viele Funktionen notwendig. Was jedoch fehlt: Das Start-Menü mit der Programmliste. Auf Desktop-Ebene können Sie nur solche Programme starten, die als Icon auf dem Desktop liegen oder in der Statusleiste verankert sind. Abgesehen von den äußeren Änderungen soll sich jedoch viel in Richtung Performance-Verbesserungen getan haben. Auch wenn es sich noch um eine Beta-Version handelt, haben wir uns die aktuelle Consumer Preview im Vergleich zu einer Windows-7-Installation (64 Bit) angesehen.

Windows 8 im Performance-Test

Wir haben uns für diesen ersten Blick auf die Performance-Vorteile von Windows 8 auf die Bereiche "Starten und Herunterfahren" und "Dateioperationen" beschränkt. Als Testsystem kommt ein aktueller PC mit Intel-Mainboard, Core i7 und 8 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Die Installationen liegen beide auf einer Festplatte und werden über das Boot-Menü gestartet. Windows 8 startet dabei fast 25 Prozent schneller als Windows 7. Die betriebsbereite Oberfläche ist nach dem Login sogar in weniger als der Hälfte der Zeit verfügbar: gerade einmal 3 Sekunden nach Eingabe des Passworts. Allerdings ist dann immer noch eine Art "Bildschirmschoner" über der eigentlichen Metro-Oberfläche. Wie beim Smartphone müssen Sie diesen nach oben wegschieben. Erst dann sehen Sie die Oberfläche mit den Kacheln.

Bei den Dateioperationen haben wir zuerst einen Ordner mit 12,7 GB Videodateien aus dem Netzwerk auf den Rechner kopiert. Hier muss sich Windows 8 in der aktuellen Consumer Preview um 7 Sekunden geschlagen geben. Danach haben wir diesen Ordner mit den Bordmitteln gepackt. Windows 7 braucht hierfür immerhin 14:37 Minuten. Windows 8 schafft das bereits nach 13:19 Minuten. Außerdem haben wir noch einen kleineren Ordner mit 321 MB Daten einmal aus dem Netzwerk kopiert und dann nochmals auf dem System umkopiert. Zum Kopieren aus dem Netzwerk benötigte Windows 8 nur eine Minute, Windows 7 braucht 15 Sekunden länger. Das lokale Umkopieren ist bei Windows 7 in gerademal drei Sekunden erledigt, Windows 8 braucht fast sieben Sekunden.

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Wenn Ihnen die fliegenden Blätter und sich langsam füllenden Balken noch nie so richtig gefallen haben, dann hat Windows 8 etwas für Sie: Der Kopier-Dialog wurde "aufgehübscht" und zeigt nun den Fortschritt grafisch an – inklusive durchschnittlicher Übertragungsrate.

Die Metro-Oberfläche hat durchaus ihren Reiz, für produktives Arbeiten gibt es derzeit aber noch einige Hürden. Schade ist, dass die "Start"-Seite nicht einfach mit der Maus in den Bereich schieben lässt, den man sehen will. Sobald mehr Apps auf der Start-Seite abgelegt sind, als der Bildschirm fassen kann, erscheint am unteren Rand ein unschöner Scrollbalken. Die lang antrainierte Bedeutung der rechten Maustaste geht auf der Metro-Oberfläche fast völlig verloren. Sie lässt auf der Metro-Oberfläche nur noch eine Leiste mit einem Link zu allen Apps erscheinen. Für alle anderen Optionen müssen Sie den Mauszeiger in die verschiedenen Ecken des Bildschirms schieben und etwas Geduld haben. Oben links gibt eine Art Taskleiste frei, oben rechts die Windows-„Charms", eine Navigationsleiste. Unten links erscheint innerhalb von Apps und auf Desktop-Ebene eine Miniatur der Start-Seite.

Beim Herunterfahren ist Windows 8 wieder spürbar schneller: 9.5 Sekunden statt 12.1 Sekunden.

Übersicht


Windows 7 Windows 8
Start
12,1 s 8,5 s
Login 6,8 s 2,8 s
Ordner kopieren (321 MB, Netz)
1:15,1 min 1:00,9 min
Ordner kopieren (321 MB, lokal)
3,0 s 6,7 s
Ordner kopieren (12,7 GB, Netz)
19:36,6 min 19:43,5 min
Ordner packen (12,7 GB, lokal)
14:37,7 min 13:19,5 Min
Herunterfahren
12,1 s 9,5 s

Fazit

Windows 8 startet schneller und fährt auch deutlich schneller herunter als Windows 7 – zumindest auf einem "nackten" System. Da sich viele Apps außer über die Taskleiste nicht wirklich beenden lassen, kann sich das beim Herunterfahren als Bremse erweisen. Im laufenden Betrieb sind je nach Anwendungsfall sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen zu finden, was aber durchaus noch an nicht optimalen Treibern liegen mag. Insgesamt ist eine Beschleunigung zu erwarten. Ob die allerdings den Gewöhnungsbedarf an die neue Oberfläche aufwiegt, werden wir frühestens in einer fortgeschrittenen Beta-Version sehen.

Quelle: www.pcwelt.de
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