von Walter Kainz

Reparatur-Installation für Windows 7

Mit Reparatur-Installation viele Pannen richten.
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Mit Reparatur-Installation viele Pannen richten.

© IDG

Bei XP konnte man mit der Reparatur-Installation viele Pannen ganz einfach richten. Windows 7 fehlt diese Funktion. Mit den PC-WELT-Tipps geht es trotzdem.

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Die Reparatur-Installation bringt ein unrund laufendes Windows wieder auf Trab, ohne dass Sie Stunden und Tage nach einzelnen Programmfehlern suchen und diese umständlich beheben müssen. Wenn Dienste oder Treiber streiken, Systemdateien defekt sind oder Windows-Funktionen nicht mehr gehen, hilft die Generalreparatur ohne großen Aufwand. Der Vorteil: Bei der Reparatur-Installation werden nur die Windows-Dateien ersetzt, die installierte Software und die meisten Einstellungen bleiben erhalten.

Auf der XP-Installations-CD war diese Reparatur-Methode vorgesehen. Bei Windows 7 fehlt sie allerdings. Dessen Option „ Computer reparieren“ kümmert sich vorrangig um die Startdateien, was nicht jedes Problem behebt. Gleiches gilt für die Systemwiederherstellung“.

Durch die Hintertür können Sie aber auch bei Windows 7 eine Reparatur-Installation durchführen und sich eine Neu-Installation von Betriebssystem und Programmen sparen.

Voraussetzung für eine Reparatur-Installation ist, dass Ihr Windows 7 noch startet. Ist das nicht mehr der Fall, müssen Sie es zunächst wieder zum Hochfahren bringen.

Notfallsystem starten: Drücken Sie dazu während des Startvorgangs Ihres Computers mehrfach die Taste F8. Daraufhin erscheint ein Menü mit erweiterten Startoptionen. Platzieren Sie mit den Pfeiltasten den Markierbalken auf dem Eintrag „Computer reparieren“, und drücken Sie dann die Enter-Taste. Anschließend startet das Notfallsystem von Windows 7.

Sollte das Menü nicht erscheinen, starten Sie den PC stattdessen von Ihrer Windows-7-DVD und wählen im Installations-Assistenten die „Computerreparaturoptionen“.

Startumgebung reparieren: Im ersten Fenster des Notfallsystems klicken Sie auf „Weiter“. Dann geben Sie das Kennwort Ihres Benutzerkontos mit Administrator-Rechten ein und klicken wieder auf „Weiter“.

Im folgenden Fenster können Sie zwischen unterschiedlichen Reparaturfunktionen wählen. Klicken Sie zunächst auf „ Systemstartreparatur“. Daraufhin repariert das Notfallsystem die Startumgebung von Windows, also alle wichtigen Startdateien.

Wiederherstellungspunkt zurückschreiben: Sollte das nicht reichen, um Ihr Windows wieder zum Starten zu bringen, laden Sie erneut das Notfallsystem und klicken im oben erwähnten Reparaturfenster auf die Option „Systemwiederherstellung“ und auf „ Weiter“. Dann wählen Sie aus der Liste den jüngsten Wiederherstellungspunkt aus und klicken auf „Weiter, Ja“.

Nachdem der Wiederherstellungs-Vorgang abgeschlossen ist, sollte Ihr Windows wieder starten. Möglicherweise ist Ihr ursprüngliches Problem dadurch auch schon beseitigt, und Sie können sich den Rest sparen.

Wenn Sie eine Windows-7-DVD besitzen, ist das die beste Datenquelle für eine Reparatur-Installation. Bei PCs mit vorinstalliertem Windows, kommt es aber manchmal vor, dass die Computerhersteller keine vollwertige Installations-DVD mitliefern. In diesem und nur in diesem Fall können Sie sich die Installationsdateien von der Internetseite von Microsofts Handelspartner Digital River laden.

Installationsdateien aus dem Internet laden: Entpacken Sie dazu das Programm pcwPatchLoader 2.1.7 auf die Festplatte, und starten Sie es. Im Programm öffnen Sie die Registerkarte „Windows 7 Installations-DVD laden“. Wenn Sie eine 32-Bit-Version von Windows 7 nutzen, setzen Sie in der Spalte „Setup-Dateien“ per Mausklick einen Haken vor „ Win7-P-Retail-de-de-x86.exe, Setup1.box, Setup2.box“. Falls Sie eine 64-Bit-Version einsetzen, wählen Sie „ Win7-P-Retail-de-de-x64.exe, Set-up1.box, Setup2.box“. Die Einträge sind jeweils dreimal vorhanden. Es ist aber egal, für welchen Sie sich entscheiden. Danach klicken Sie auf „Download starten“. Beim ersten Aufruf werden Sie noch aufgefordert, ein Zielverzeichnis für die Installationsdateien zu wählen, was Sie auch tun sollten.

Installationsdateien entpacken: Nachdem der Ladevorgang abgeschlossen ist, öffnen Sie den vorher angegebenen Zielordner und starten die Datei Win7-P-Retail-de-de-x86.exe beziehungsweise Win7-P-Retail-de-de-x64.exe per Doppelklick. Daraufhin werden die Installationsdateien in den Unterordner „ expandedSetup“ entpackt. Im Anschluss öffnet sich das Installations-Programm von Windows 7, das Sie sofort wieder schließen.

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Wenn Sie einen PC mit einer vorinstallierten Windows-7-OEM-Version besitzen und wie zuvor beschrieben die Installationsdateien aus dem Internet geladen haben, müssen Sie noch etwas anpassen. Nur dann ist sichergestellt, dass Sie Ihr Windows nach der Reparatur-Installation reaktivieren können.

Steuerdatei anpassen: Halten Sie die Tas-te mit dem Windows-Symbol, und drücken Sie die Taste R. In das Eingabefeld des dann erscheinenden „Ausführen“-Fensters tippen Sie Notepad und drücken die Enter-Taste. Im danach erscheinenden Programmfenster klicken Sie auf „Datei, Öffnen“, wählen in der Aufklappliste neben „ Dateiname“ den Eintrag „Alle Dateien (*.*)“ und wechseln in den Ordner mit den Installationsdateien Ihres Windows 7, etwa „ expandedSetup“. Dort öffnen Sie dort den Unterordner „Sources“, klicken die Datei „Ei.cfg“ an und dann auf „Öffnen“. Ersetzen Sie in der Datei den Begriff „Retail“ durch OEM, und löschen Sie den Begriff „Professional“. Danach speichern Sie die Datei und schließen Notepad.

Legen Sie nun unter „Sources“ die Unterordner „ \$OEM$\$$\SYSTEM32\OEM\“ an. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine leere Stelles des Ordner, wählen im dann erscheinenden Menü „Neu, Ordner“, tippen als Namen $OEM$ ein und drücken die Enter-Taste. Dann öffnen Sie den Ordner und legen in ihm den Unterordner $$ an und so weiter.

Danach laden Sie das Software-Paket ABR Beta von www.pcwelt-praxis.de/abr, entpacken es in einen beliebigen Ordner und starten das enthaltene Programm Activation_backup.exe per Doppelklick. Es sichert die Seriennummer Ihres Windows in die Datei „Backup-key.txt“ und gegebenenfalls das Sicherheits-Zertifikat Ihrer OEM-Version in die Datei „Backup-cert.xrm-ms“. Markieren Sie die Datei „ Backup-cert.xrm-ms“, und kopieren Sie sie, etwa indem Sie die Taste Strg halten und die Taste C drücken. Dann öffnen Sie den oben angelegten Ordner „OEM“, halten wieder die Taste Strg und drücken die Taste V, um die Datei dort einzufügen. Danach öffnen Sie noch die Datei „Backup-key.txt“ per Doppelklick und drucken den Windows-Schlüssel aus oder schreiben ihn ab.

Egal, ob Sie die Windows-7-Installationsdateien im Internet besorgt oder auf einer Original-DVD vorliegen haben: Um sicherzustellen, dass Ihr Installations-Medium nicht auf einem veralteten Stand ist, bei dem die Reparatur-Installation nicht funktioniert, sollten Sie alle aktuellen Aktualisierungen darin einbinden.

Dieser Schritt ist aber bis zum Erscheinen vom Service Pack 1 für Windows 7 nicht zwingend erforderlich.

Update-Archiv laden: Falls noch nicht geschehen, installieren Sie das Programm pcw-PatchLoader und starten es. Klicken Sie auf „Updates suchen“, und geben Sie gegebenenfalls einen Zielordner an. Dann lädt das Programm einige Hilfsdateien aus dem Internet und prüft, welche Sicherheits-Updates für Ihr laufendes Windows wichtig sind. Ob diese Aktualisierungen bereits installiert sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Ist die Analyse abgeschlossen, listet es die gefundenen Aktualisierungen auf. Klicken Sie auf „Updates laden“, um alle Aktualisierungen aus dem Internet auf den PC zu laden.

WAIK installieren: Sie werden während des Ladevorgangs auch aufgefordert, das WAIK-Paket („Windows Automated Installation Kit“) von Microsoft zu laden und zu installieren, um die Aktualisierungen im folgenden Schritt in die Installationsdateien einzubinden. Stimmen Sie dem per Klick auf „Ja“ zu. Falls Sie kein Packprogramm auf dem Computer installiert haben, installieren Sie das Programm 7-Zip 9.20.

Nachdem das WAIK-Paket geladen wurde, öffnen Sie den Zielordner des pcwPatchLoaders, klicken die Datei „KB3AIK-DE.iso“ mit der rechten Maustaste an und wählen im Menü „7-Zip, Extract to ‚ \KB3AIK_DE‘“. Nachdem das Paket vollständig entpackt wurde, öffnen Sie den Unterordner „KB3 AIK_DE“ und starten dort das Programm StartCD.exe. Im nächsten Fenster klicken Sie auf „Windows AIK Setup“ und folgen dem Assistenten.

Installationsdateien aktualisieren: Nach der WAIK-Installation legen Sie – falls vorhanden – Ihre Windows-7-DVD ein. Klicken Sie dann im Hauptfenster des pcwPatchLoaders auf „ Setup-DVD anlegen“. Wenn das Programm die Installationsdateien zu Ihrem Windows nicht finden kann, erscheint ein Auswahlfenster, in dem Sie den Ordner mit den Installationsdateien von Windows 7 her-aussuchen können.

Per Klick auf „OK“ geht’s weiter: Der Inhalt des Ordners wird in das Unterverzeichnis „CDFiles“ Ihres Zielordners kopiert. Das kann einige Minuten dauern. Danach sucht der pcwPatchLoader in Ihrem Zielverzeichnis nach den Aktualisierungen, die in Ihre Windows-7-Installationsdateien eingebunden werden können. Anschließend erscheinen eine Liste und ein weiteres Fenster, in dem Sie auf „Ja“ klicken, um die angezeigten Updates einzubinden.

Der Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Am Schluss werden Sie gefragt, ob aus den angepassten Installationsdateien ein startfähiges DVD-Abbild erstellt werden soll. Dem können Sie zustimmen, wenn Sie zusätzlich eine neue Windows-Installations-DVD brennen wollen. Für die Reparatur-Installation brauchen Sie es aber nicht unbedingt. In diesem Fall klicken Sie auf „Nein“.

Nun haben Sie alles, was Sie brauchen, und können die Reparatur-Installation starten. Öffnen Sie dazu im Windows-Explorer den Ordner „CDFiles“ mit den aktualisierten Installationsdateien, Ihr DVD-Laufwerk mit der eingelegten Windows-7-DVD oder den Ordner, in dem Sie die unbearbeiteten Windows-7-Installationsdateien abgelegt haben.

Reparatur per Upgrade: Starten Sie die Installation per Doppelklick auf Setup.exe. Im ersten Fenster des Assistenten klicken Sie auf „Jetzt installieren“. Im nächsten Fenster wählen Sie „Die neuesten Updates nicht für die Installation herunterladen“.

Danach kommt das entscheidende Fenster zur Auswahl der Installationsart. Klicken Sie in ihm unbedingt auf „Upgrade“, um Ihre fehlerhaftes Windows 7 mit der intakten Version aus Ihren Installationsdateien zu überschreiben, und das entspricht einer Reparatur-Installation. Im folgenden Fenster erscheint ein Kompatibilitätsbericht, der aber keine Probleme zeigen sollte, da Sie die Windows-Version ja bereits nutzen. Nur wenn zu wenig freier Speicherplatz gemeldet wird, müssen Sie abbrechen, Platz schaffen (mindestens 9 GB, idealerweise 16 GB) und noch einmal die Installation starten.

Nach Klick auf „Weiter“ läuft der Upgrade-Vorgang durch, was einige Zeit dauern kann. Dabei startet der PC mehrmals neu.

Keinen Schlüssel eingeben: Am Ende der Installation werden Sie aufgefordert, den „Windows-Product Key“ einzutragen. Lassen Sie das Feld zunächst frei, entfernen Sie den Haken vor „Windows automatisch aktivieren, wenn eine Internetverbindung besteht“, und klicken Sie auf „Weiter“. Im nächsten Fenster wählen Sie „Empfohlene Einstellungen verwenden“, stellen Datum sowie Uhrzeit ein und klicken auf „Weiter“. Im letzten Fenster wählen Sie aus, in welcher Art Netzwerk sich der Computer befindet: Heimatnetzwerk, Arbeitsplatznetzwerk oder öffentliches Netzwerk. Danach wird die Konfiguration abgeschlossen. Nun können Sie sich mit Ihren Benutzerdaten anmelden.

Windows reaktivieren: Probieren Sie zunächst aus, ob Windows wieder ordnungsgemäß funktioniert und alles noch da ist. Dann halten Sie die Taste mit dem Windows-Symbol und drücken die Pause-Taste. Blättern Sie im dann erscheinenden Fenster „ Basisinformationen über den Computer anzeigen“ nach unten und klicken dort auf „Product Key ändern“. Geben Sie dann Ihre Windows-Seriennummer ein, die Sie nach der Anleitung in Kapitel 3 ausgedruckt oder aufgeschrieben haben, und klicken auf „Weiter“. Danach wird Ihr Windows reaktiviert.

Sollte die Aktivierung fehlschlagen, können Sie auch eine der alternativen Aktivierungsmethoden nutzen. Danach ist Ihr Windows wie neu, und all Ihre installierten Programme und Ihre Dateien sollten noch da sein. Lediglich das Aussehen der Windows-Oberfläche müssen Sie neu einstellen. Gegebenenfalls müssen Sie auch neue Treiber für spezielle Hardware nachinstallieren.

In der Regel sollte nach dem Upgrade wieder alles am gewohnten Ort verfügbar sein. Wenn Sie einzelne Dateien oder Programme vermissen, können Sie sie aus den versteckten Sicherungsordnern herauskopieren.

Versteckte Ordner anzeigen: Dazu klicken Sie auf das Windows-Symbol, wählen „Computer“ und öffnen das Laufwerk C. Dann klicken Sie im Windows-Explorer-Menü auf „Organisieren, Ordner- und Such-optionen“. Im folgenden Fenster öffnen Sie die Registerkarte „Ansicht“, setzen einen Haken vor „Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen“ und klicken auf „OK“. Danach sehen Sie die beiden Ordner „$INPLACE.~TR“ und „$WINDOWS.~Q“ .

Vermisste Dateien finden: Öffnen Sie die beiden Ordner per Doppelklick. Bei der jeweils folgenden Abfrage der Benutzerkontensteuerung klicken Sie auf „Fortsetzen“, um Zugriff zu erhalten. Dann öffnen Sie die Unterordner „DATA“ und sehen unter „ Program Files“ oder „ProgramData“ nach, wenn Sie ein Programm ganz oder teilweise vermissen. Wenn Sie eigene Dateien vermissen, forschen Sie besser unter „Users\Ihr Benutzername“. Nachdem Sie gefunden haben, wonach Sie suchen, können Sie die Datei oder den Ordner ganz normal kopieren und an der gewünschten Stelle einfügen.

Rückstände der Installation entsorgen
Nachdem Ihr Windows wieder fehlerfrei läuft und alle Programme und Dateien an Ort und Stelle sind, sollten Sie die Datenrückstände der Upgrade-Aktion entsorgen. Klicken Sie dazu auf das Windows-Symbol, und wählen Sie im Startmenü „Alle Programme, Zubehör, Systemprogramme, Datenträgerbereinigung“.

Im Programmfenster wählen Sie in der Aufklappliste das Laufwerk „(C:)“ aus und klicken auf „OK“. Danach untersucht das Programm Ihr Windows auf Datenmüll. Ist das erledigt, klicken Sie auf „Systemdateien bereinigen“, wählen erneut Laufwerk „(C:)“ und bestätigen mit „OK“. Nach einer weiteren Analyse erscheint eine Liste mit Rückständen. Blättern Sie in ihr nach unten, und setzen Sie Haken vor „Beim Windows-Upgrade verworfene Dateien“ und „ Protokolldateien für Windows-Upgrades“. Dann klicken Sie auf „OK, Dateien löschen“.

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
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