26.05.2011 - 11:15 Uhr von Lukas Lauterbach

Mietpreise explodieren

Luxusimmobilien und Wohnungsknappheit treiben den Mietpreis nach oben.
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Luxusimmobilien und Wohnungsknappheit treiben den Mietpreis nach oben.

 © iStockphoto

In den Großstädten steigen seit Jahren die Mieten. Für Menschen mit geringem Einkommen wird es zusehends unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Aber auch Normalverdiener haben es schwer.

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Wo früher Arbeiter und sozial Schwache lebten, explodieren heute die Mietpreise. Stadtteile wie das Hamburger Schanzen-Viertel, Berlin-Kreuzberg oder -Neukölln gelten als besonders kreativ und „in“. Damit werden sie für Investoren interessant, denen zahlungskräftige Mieter in die frisch renovierten Wohnungen folgen. Gentrifizierung nennen Experten den Umstrukturierungsprozess ursprünglich ärmerer Viertel in teure Wohnlagen.

Auch anderswo in den Großstädten steigen die Mieten kontinuierlich. Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger haben dort nahezu keine Chancen mehr, sich in Innenstadtnähe eine Wohnung zu leisten. Und auch für Menschen mit durchschnittlichem Einkommen wird die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zuzunehmend zum Glücksspiel.

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Kaum gesetzliche Regulierung

Auf den ersten Blick hat der Gesetzgeber mit dem Paragraphen §558 BGB ein wirksames Gesetz gegen allzu große Preistreiberei: Mehr als 20 Prozent Aufschlag auf den Mietepreis sind in drei Jahren nicht erlaubt. Auf den zweiten Blick entpuppt sich das Gesetz allerdings als Papiertiger, denn bei Neuvermietungen sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Preisexplosion in gefragten Stadtteilen

Gerne verlangen Vermieter nach dem Auszug der alten Bewohner deutlich höhere Mieten als zuvor. Schließlich findet sich immer ein Nachzügler, der auch noch so astronomische Forderungen zahlt. Und so stiegen die Mietpreise in einigen Stadtvierteln in den letzten zwei Jahren drastisch an: Um sagenhafte 57 Prozent in Düsseldorf-Carlstadt, um 42 Prozent in Hamburg-Volksdorf und um 32 Prozent in Berlin-Pankow, berichtet die „Bild“-Zeitung online.

Zu wenig Neubau

Verschärft wird die Entwicklung durch immer knapper werdenden Wohnraum: „Seit über einem Jahrzehnt nimmt die Neubautätigkeit kontinuierlich ab, das aktuelle Mietpreiswachstum ist die logische Konsequenz“, erklärt Jens-Ulrich Kießling, Präsident des Immobilienverbands IVD.

Und so steigt der Quadratmeterpreis  auch bei Neubauwohnungen: In München muss ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis von 11,60 Euro gezahlt werden. In Stuttgart und Heidelberg zahlt der Mieter 11 Euro pro Quadratmeter und in Hamburg 10,20 Euro, teilt der IVD mit.

Top Ten Wohnungsmieten, Neubauwohnungen, guter Wohnwert, ca. 70m²

München13,2 Euro
Düsseldorf13 Euro
Hamburg12,6 Euro
Heidelberg12,5 Euro
Stuttgart12 Euro
Mainz11,5 Euro
Wiesbaden11 Euro
Frankfurt a. M.11 Euro
Erlangen11 Euro
Köln10,5 Euro

(Quelle: idv.net)

Drastische Preissteigerungen innerhalb von zwei Jahren

Frankfurt-Altstadt20 %
München-Lehel Altstadt26 %
Berlin-Mitte29 %
Berlin-Pankow32 %
Hamburg-Volksdorf42 %
Düsseldorf-Carlstadt57 %

(Quelle: bild.de)

Quelle: freenet.de
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