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Arbeitszeugnis: Das sollte drin stehen

Scheidet ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, hat er einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.
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Scheidet ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, hat er einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.

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Scheidet ein Mitarbeiter aus einem Unternehmen aus, ist der Arbeitgeber verpflichtet, diesem auf Wunsch ein Arbeitszeugnis auszustellen. Diese Leistungsbewertung ist für den Arbeitnehmer ein wichtiger Faktor für sein weiteres Arbeitsleben. Daher ist es gut zu wissen, wie ein Arbeitszeugnis aufgebaut und welche Angaben darin enthalten sein sollten.

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Allgemein wird zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis unterschieden. Das einfache Zeugnis informiert lediglich über die Dauer des Arbeitsverhältnisses und gibt eine kurze Stellenbeschreibung. Das qualifizierte Zeugnis umfasst darüber hinaus auch detaillierte Angaben über Arbeitsleistungen, Weiterbildungen und das Sozialverhalten des Arbeitnehmers. In Deutschland sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten auf Verlangen ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen.

Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben nicht nur "reguläre" Arbeitnehmer. Auch leitenden Angestellten, Teilzeit-Mitarbeitern und Aushilfen, befristet Beschäftigten, Praktikanten, Auszubildenden und Zivildienstleistenden steht eine entsprechende Beurteilung zu. Sie kann bis zu drei Jahren nach Entlassung eingefordert werden.

Formale Anforderungen

Ein Arbeitszeugnis ist maschinenschriftlich auf dem üblichen Firmenpapier zu erstellen. Das Zeugnis muss korrekte Angaben zum Namen des Beschäftigten, eventuelle akademische Grade sowie seine genaue Beschäftigungsdauer enthalten. Darüber hinaus muss es vom Arbeitgeber bzw. einem für ihn handelnden Vertreter (z.B. einem Personalverantwortlichen) sowie einem ranghöheren Vorgesetzten handschriftlich unterschrieben werden. Ein Zeugnis in elektronischer Form ist nicht zulässig.

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Keine doppelbödigen Formulierungen

Insgesamt soll das Zeugnis klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale enthalten, die über die reine Formulierung hinausgehen – Ausrufungs- und Fragezeichen, Anführungszeichen oder Hervorhebungen durch Fettdruck und Unterstreichungen sind nicht zulässig. Auch äußere Mängel wie Flecken, Schreibfehler, Durchstreichungen oder Textverbesserungen brauchen ausscheidende Arbeitnehmer nicht zu akzeptieren.

Darüber hinaus muss ein Arbeitszeugnis wahrheitsgetreu, gleichzeitig aber auch "wohlwollend formuliert" sein, um dem Arbeitnehmer das "berufliche Fortkommen nicht zu erschweren". So sollten zwar je nach Beruf und Position einige wichtige Eigenschaften und Fähigkeiten lobend herausgestellt werden. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Nebensächlichkeiten oder Selbstverständlichkeiten wie eine stete Pünktlichkeit betont werden.

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Darüber hinaus haben sich unter Personalern für negative Eigenschaften oder Vorwürfe spezielle doppelbödige Umschreibungen eingebürgert – der so genannte "Zeugnis-Code". Dazu zählen Floskeln wie "er hat gewissenhaft gearbeitet" (aber nicht wirklich etwas geleistet), "er wusste sich zu verkaufen" (war ein Wichtigtuer) oder "er hat seine Aufgaben ordnungsgemäß erledigt" (aber keine Eigeninitiative entwickelt).

Bei Zweifel an den Formulierungen in einem Arbeitszeugnis, sollten Arbeitnehmer Rat bei einem Fachanwalt oder auch ihrer Gewerkschaft suchen. Berechtigte Änderungswünsche können sie notfalls auch vor dem Arbeitsgericht durchsetzen.

Verstehen Sie Ihr Zeugnis? Testen Sie sich selbst!

Die Datumsfrage

Ein Arbeitszeugnis ist – sofern es als Endzeugnis erstellt wird – auf den letzten Tag eines Arbeitsverhältnisses auszustellen. Unabhängig davon kann ein Arbeitnehmer nach einer Kündigung ein vorläufiges Zeugnis verlangen, um sich damit schon während der Kündigungsfrist anderweitig zu bewerben.

Verlangt ein Arbeitnehmer wegen formaler oder inhaltlicher Fehler ein neues Zeugnis, ist dieses – selbst nach einem längeren Kündigungsschutzverfahren – mit dem ursprünglichen Ausstellungsdatum zu datieren. Andernfalls könnte ein potentieller neuer Arbeitgeber aus dem variierenden Ausstellungsdatum schlussfolgern, dass es mit dem früheren Arbeitgeber Streit um den Inhalt des Arbeitszeugnisses gegeben hat.

Zwischenzeugnis

Bei Vorliegen triftiger Gründe können Arbeitnehmer auch ein Zwischenzeugnis verlangen. Zu diesen Anlässen zählen unter anderem Versetzung, Beförderung, Wechsel des Vorgesetzten, Freistellung als Betriebsrat, Einberufung zum Wehrdienst oder Antritt des Erziehungsurlaubs. In manchen Branchen sind entsprechende Anlässe auch im Tarifvertrag geregelt. Ein Zwischenzeugnis zeigt Arbeitnehmern zum einen, wie ihre Leistungen im Unternehmen eingeschätzt werden. Zum anderen kann ein Arbeitgeber bei einem späteren Kündigungszeugnis nicht grundlos von den Einschätzungen im Zwischenzeugnis abweichen.

Weitere Hinweise zum Arbeitszeugnis

Ein Arbeitszeugnis ist kein Pfand in den Händen des Arbeitgebers. Es darf dem Arbeitnehmer nicht vorenthalten werden – egal, worüber sich beide Parteien anlässlich einer Kündigung noch streiten mögen. Selbst bei einem offenen Kündigungsschutzverfahren haben Arbeitnehmer mit Zugang der Kündigung zumindest Anspruch auf ein vorläufiges Arbeitszeugnis.

Insbesondere in kleineren Unternehmen haben Arbeitnehmer oftmals die Möglichkeit, ihr Arbeitszeugnis selbst (vor-)zu formulieren. Damit entlasten sie den Arbeitgeber und können Einfluss auf ihre Beurteilung nehmen. Diese Chance sollten Arbeitnehmer für sich nutzen.

Verstehen Sie Ihr Zeugnis? Testen Sie sich selbst!

Quelle: freenet.de
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