07.05.2013 - 09:00 Uhr

Scheidungskosten: Das kommt bei einer Scheidung auf Sie zu

Bei einer Trennung kommen oft unerwartete Kosten auf Sie zu.
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Bei einer Trennung kommen oft unerwartete Kosten auf Sie zu.

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Wenn es zu einer Scheidung kommt, hat man meist andere Sorgen als Scheidungskosten. Doch diese können sogar Existenzen ruinieren. Wir haben  für Sie zusammengestellt, welche Kosten unvermeidbar sind und welche noch dazu kommen können.

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Zum einen sind da diejenigen Kosten, welche der Scheidungsvorgang selbst erzeugt. Viel entscheidender sind allerdings die Kosten, die als Folge der Scheidung entstehen und wie zum Beispiel mit  Immobilienbesitz oder anderen gemeinsame Gütern verfahren wird. Schließlich wollen auch die steuerlichen Aspekte beachtet werden.

Gerichtskosten

Die Gerichtskosten richten sich nach der Gerichtsgebührentabelle. Die Höhe richtet sich nach dem Streitwert der Scheidung, welcher sich am Vermögen und Einkommen orientiert. Für den Streitwert gelten übrigens immer noch unterschiedliche Sätze für Ost- und Westdeutschland.

Anwaltsgebühren

Das gilt auch für die Anwaltsgebühren, die sich ebenfalls am Streitwert orientieren. Die genauen Gebühren errechnen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Bei einvernehmlicher Trennung können die Anwaltskosten größtenteils gespart werden. Doch um das Einreichen des Scheidungsantrags beim Anwalt und das Stellen des Scheidungsantrags in der Gerichtsverhandlung kommt keiner herum. Die Anwaltsgebühren für diese beiden Vorgänge sind unumgänglich. Die Anhörung vor dem Richter können Sie ohne Anwalt bestreiten.

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Scheidungskosten absetzen

Die  Anwalts- und Gerichtskosten können bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht machen werden. Absetzbar sind alle Kosten zur Klärung und Regelung des Sorgerechts für die gemeinsamen Kinder und die Kosten, die bei der Festsetzung der elterlichen Unterhaltspflichten und dem vereinbarten Versorgungsausgleich entstehen. Aber auch sämtliche Kosten für die Aufteilung des  gemeinsamen Vermögens und Hausrats. Schließlich können auch alle Kosten geltend gemacht werden, die bei der Klärung der Rechtsverhältnisse der gemeinsamen Wohnung entstehen und alle Gerichtskosten  steuerlich abgesetzt werden.

Abzüglich zumutbarer Belastung

Auch wenn die Scheidung dann noch ausfallen sollte, sind alle Kosten absetzbar! Nicht absetzbar sind allerdings Umzugskosten, Zinsaufwendungen, Kosten für den Zugewinnausgleich oder Bankgebühren. Zudem wird Ihnen eine zumutbare Belastung abgezogen. Diese liegt zwischen einem und sieben Prozent der Einkünfte. Wer also beispielsweise 50.000 Euro verdient und 10.000 Euro für die Scheidung ausgeben muss, kann bei zwei Kindern nur 8.000 Euro (10.000 minus vier Prozent von 50.000) absetzen. Aber auch der Unterhalt kann von der Steuer abgesetzt werden.

Je nach Höhe der Unterhaltszahlung kann der Unterhalt als Sonderausgabe oder als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angegeben werden, auch wenn die Scheidung noch nicht rechtskräftig ist. Voraussetzung ist, dass der Unterhaltszahlende alleine abrechnet.

Zustimmung des Partner erforderlich

Bei geringer Unterhaltszahlung gilt diese als außergewöhnliche Belastung, bei höherer Unterhaltszahlung als Sonderausgabe. Der Empfänger des Unterhalts muss dem allerdings schriftlich zustimmen und zwar in der „Anlage U“. Dadurch entstehen für den Empfänger wiederum steuerliche Nachteile, die der Zahlende ausgleichen sollte, wenn er will, dass der Ex-Partner die Anlage U ausfüllt. So senkt sich letztlich die Steuerersparnis für den Zahlenden wieder ein wenig.

Finanzieller Ausgleich obligatorisch

Eine genaue Vergleichsrechnung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ist unumgänglich, nicht zuletzt, damit sich keiner übervorteilt fühlt. Dabei werden dann auch eventuell wegfallende Posten, wie Wohnungsbauprämien, Wohngeld, Bafög, Renten und Arbeitnehmer-Sparzulagen mit einberechnet. Die Zustimmung kann auch eingeklagt werden, aber auch dann wird vom Zahlenden verlangt, die finanziellen Nachteile auszugleichen. 

Zahlreiche Absetzungsmöglichkeiten

Dabei können eine ganze Reihe von Unterhaltskosten abgesetzt werden. Der Fiskus erkennt nicht nur die Unterhaltszahlung an, die freiwillig oder gerichtlich festgelegt gezahlt wird. Er akzeptiert auch Beiträge zur Kranken-, Renten-, Berufs- und Erwerbslosenversicherung, die für den Ex-Partner gezahlt werden, Dazu kommen die  Ausgaben für eventuelle Schul-, Fort- und Berufsausbildungmaßnahmen sowie alle Sonder- und Ausgleichszahlungen für Unterbringungen des Unterstützten in einem Alten- oder Pflegewohnheim.

Sachwertleistung wird  auch anerkannt

Sogar Zahlungen in Form von Sachwerten können angegeben werden, wobei der jeweilige Zeitwert der benutzten Sache, wie der eines Autos oder einer Immobilie zugrunde gelegt wird. Wenn allerdings eine Wohnung als Unterhaltungszahlung zur Verfügung gestellt wird, ist es oft besser, den Unterhalt trotzdem zu überweisen und das Geld in Form von Mietzahlungen wieder zurückgeben zu lassen. So können Hypothekenzinsen und Werbungskosten abgesetzt werden. Da die Miete aber auch als Einnahme versteuert wird, sollten Sie sich das von Ihrem Steuerberater vorher genau durchrechnen lassen. Es gibt zudem mehrere Möglichkeiten, wie mit einer gemeinsamen Immobilie umgegangen werden kann. Die ehemaligen Eheleute können entweder gemeinsame Eigentümer bleiben, die Immobilie veräußern oder das Haus (weniger die Wohnung) real aufteilen. Natürlich ist es auch möglich, dass einer die Immobilie kauft und den anderen auszahlt.

Gemeinsamer Verkauf

Dies ist die wohl einfachste Lösung, zumal ein Partner selten die gemeinsame große Wohnung oder gar ein großes Haus alleine halten kann oder will. Dies setzt natürlich voraus, dass beide Ex-Partner Eigentümer sind. Achten Sie darauf, dass Besichtigung und Verkauf gemeinsam vorgenommen werden. Sie erzielen im Übrigen einen höheren Preis, wenn Sie beim Hausverkauf nicht hinausposaunen, dass Sie sich trennen wollen und verkaufen müssen.

Gemeinsames Eigentum nutzen

Wenn man sich weiterhin gut genug versteht, können beide auch gemeinsame Eigentümer bleiben. Gerade bei größeren Immobilien ist eine weitere gemeinsame Nutzung denkbar, was für die Kinder natürlich die beste Lösung darstellt. So eine reale Teilung erfordert aber oft kostenintensive Umbauten und setzt ein weiteres freundschaftliches Verhältnis voraus. Es ist deshalb meist sinnvoller, wenn nur ein Elternteil, der mit den Kindern, dort wohnen bleibt. Der andere kann zwar das Kapital des Hauses jetzt nicht mehr verwenden, die Miete wird aber wie oben beschrieben als Unterhalt angerechnet.

Gemeinsames Eigentum vermieten

Es kann auch durchaus sinnvoll sein, aus der gemeinsamen Immobilie auszuziehen und sie zu vermieten. Hier wird alles auf Dauer geteilt: Die Mieteinnahmen, die steuerlichen Vorteile und die Lasten, die die Immobilie verursacht. Doch Vorsicht, die Teilung hat ein Ende, wenn einer die eventuell noch bestehende Belastung, also die Abzahlung der Immobilie nicht mehr leisten kann, dann muss der andere übernehmen.

Auszahlung

Wenn genug Geld vorhanden ist, kann auch ein Partner den anderen auszahlen. Hierfür ist unbedingt ein Gutachter notwendig, der die Immobilie schätzt. Zu diesem Zweck kann natürlich auch ein Kredit aufgenommen werden, in vielen Fällen lohnt sich allerdings der gemeinsame Verkauf eher. Denn für den zukünftigen Alleinbesitzer entstehen auch höhere laufende Kosten, da er jetzt das große Haus, die große Wohnung allein unterhalten muss.

Versteigerung verhindern

Wenn sich die Ex-Partner nicht einig werden, kommt es zur Teilungsversteigerung. Dies sollte möglichst verhindert werden, denn so wird die Immobilie meist unter Wert verkauft. Es kommt dann nicht selten dazu, dass einer der beiden Ex-Gatten mitbietet und dadurch den andern übervorteilt. Sind Kinder im Haus, kann die Versteigerung, die im Allgemeinen neun Monate dauert, für bis zu fünf Jahre ausgesetzt werden. Im Trennungsjahr und nach der Scheidung gilt es dann die steuerlichen Besonderheiten zu beachten.

Im Trennungsjahr und nach der Scheidung

Im Trennungsjahr können die Eheleute noch von den ehelichen Steuervorteilen profitieren. Das Ehegatten-Splitting entfällt jedoch spätestens mit Rechtskraft der Scheidung. Gerade bei sehr unterschiedlich verdienenden Partnern hat das Splitting immer sehr viel gebraucht. Damit ist es nun vorbei.

Sonderfall Versöhnung

Kommt es jedoch nach der Trennung wieder zu einer Versöhnung und beiden ziehen wieder zusammen, kann die Zusammenveranlagung wieder für das laufende Jahr beantragt werden, auch wenn sie sich nach wenigen Wochen doch endgültig trennen. Allerdings wird in solchen Fällen das Finanzamt gerne Belege sehen wollen, mit denen eine Versöhnung nachvollzogen werden kann.

Gehe zurück zu Steuerklasse I

Im Trennungsjahr zählt aber erst einmal die Steuerklasse, die zu Beginn des Kalenderjahres eingetragen ist. Wenn Sie die Trennung vorausplanen (können), empfiehlt es sich, für das Trennungsjahr die Steuerklassen IV für beide zu wählen. Berufstätige Alleinstehende, egal ob dauernd getrennt leben oder geschieden, erhalten dann nach der Trennung die Steuerklasse I (ohne Kinder) oder die Steuerklasse II (mit Kindern), welche den Anspruch auf einen Kinderfreibetrag beinhaltet.

Nachzahlungen und Erstattungen

Die Nachzahlungen werden normalerweise genauso geteilt wie die Erstattungen. Davon geht jedenfalls das Finanzamt aus. Wenn das nicht gewünscht ist, muss belegt werden, wer in welcher Höhe Steuerschuld verursacht hat bzw. wem welcher Anteil an der Steuerrückzahlung zusteht. Vergessen Sie nicht, Ihren Arbeitgeber rechtzeitig über die neue Steuerklasse zu informieren. Wenn Sie nach der Trennung noch mit Steuerklasse IV abgerechnet werden, sind hohe Nachzahlungen vorprogrammiert.

Quelle: freenet.de
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