21.12.2011 - 10:11 Uhr

Lotto: Wie hoch ist die Chance den Jackpot zu knacken? Hilft ein Spiel-System oder eine Spielgemeinschaft?

Annahmeschluss für den Online-Tippschein ist Mittwoch und Samstag um 18:25 Uhr
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Annahmeschluss für den Online-Tippschein ist Mittwoch und Samstag um 18:25 Uhr

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Bei der verrückten Ziehung am Mittwoch den 30.7.2014 sah man es wieder. Die richitgen Zahlen tippen alleine reicht nicht. Lottospieler müssen bei der Tippabgabe einiges beachten! Was bringt das spielen mit einem Lotto System? Wie wahrscheinlich ist es zu gewinnen?

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Bei der Ziehung am Mittwoch, den 30.7.2014 haben 1165 Spieler die Zahlenfolge 9 - 10 - 11 - 12 - 13 getippt. Das sind immerhin 5 Richtige. Aber jeder Gewinner bekommt nur 1014,7 Euro. Da man bei der Tippabgabe nicht weiß, welche Zahlen gezogen werden, sollte man lieber eine Kombination wählen, die wirklich rein zufällig gewählt ist. Das Tippen von Mustern ist bei zu vielen anderen Spielern beliebt, als dass man den Gewinn anschließend alleine einstreichen könnte! 

Die sechste richtige Zahl wäre die 37 gewesen. 6 Richtige hatten auch 3 Spieler. Den Jackpot hat jedoch keiner geknackt. Dafür hätte man noch die Superzahl drei haben müssen. 

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Jede Woche spielen viele Millionen Menschen Lotto. Und nur so kann Lotto auch funktionieren, denn die Wahrscheinlichkeit für sechs Richtige und Superzahl liegt bei 1 zu 13.983.816. Erst ab fast 14 Millionen Mitspielern gewinnt also rein statistisch einer. Die Wahrscheinlichkeit in Prozent beträgt demnach 0,000007 %.

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Macht Roulette spielen mehr Sinn?
Es ist also im Grunde extrem unwahrscheinlich, dass man im Lotto gewinnt, und dennoch hoffen alle Millionär zu werden. Dabei hat das Lotto-Spiel einen sehr guten Ruf. Wer Lotto spielt, wird im Allgemeinen nicht als spielsüchtig betrachtet. Wer allerdings genauso oft Roulette spielt, wird sofort als dem Glücksspiel verfallen angesehen.

Das ist umso kurioser, als dass die Gewinnchancen beim Roulette ungleich höher sind. Gemeinsam ist den Lotto- und den Casino-Spielen, dass immer wieder behauptet wird, es gebe Spielsysteme, die dem Glück nachhelfen könnten. Wir haben uns das einmal genauer angesehen.

Um es gleich vorwegzunehmen, man kann die Höhe des Gewinnes in gewisser Weise beeinflussen, es gibt aber kein Lotto-System, das die Wahrscheinlichkeit von knapp 1 zu 14 Millionen verringert und das hat folgende Gründe:

1 zu 140 Millionen mit Superzahl
Es ist grundsätzlich egal, welche Zahlen Sie tippen, jede der zu ziehenden Zahlen ist immer gleich wahrscheinlich. Diese immer gleiche Wahrscheinlichkeit rechnet sich folgendermaßen:

Bei der ersten Zahl ist die Wahrscheinlichkeit natürlich 1 zu 48, bei der zweiten dann logischerweise nur noch 1 zu 47, da ja jetzt eine Kugel fehlt, bei der dritten 1 zu 46 und so weiter. Diese Wahrscheinlichkeiten müssen miteinander multipliziert werden, also 48x47x46x45x44 und dann noch einmal durch die so genannte Sechser-Fakultät geteilt werden (48x47x46x45x44) / (6x5x4x3x2x1). Das Ergebnis wurde oben schon genannt: 1 zu 13.983.816. Bei einem Sechser mit Superzahl (1 aus 10) verringert sich übrigens die Wahrscheinlichkeit auf 1 zu 139.838.160!


Kugeln haben kein Gedächtnis
Es ist ebenfalls völlig bedeutungslos für die Gewinnchance, welche Zahlenkombination Sie tippen, alle Kombinationen sind gleich wahrscheinlich. Denn die Kugeln haben kein Gedächtnis und bei jeder Ziehung, jeder einzelnen Kugel beginnt die Wahrscheinlichkeitsrechnung wieder von vorne.

Ebenso wenig kann die Tatsache, dass manche Zahlen in der Vergangenheit besonders häufig oder besonders selten gezogen wurden, die Wahrscheinlichkeit in irgendeiner Weise erhöhen oder vermindern.

Das Märchen vom berechenbaren Glück
Auch ist es ein Märchen, die Wahrscheinlichkeit einzelner Zahlen mathematisch vorher berechnen zu können. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, und davon gehen wir aus, lässt sich die Stochastik, also die Wahrscheinlichkeitslehre, nicht austricksen.

Es ist im Übrigen auch unerheblich, ob Sie z.B. für eine Ziehung 10 Tipps abgeben oder für 10 Ziehungen je einen Tipp. Was Sie allerdings beeinflussen können, ist die Höhe des Gewinns, da dieser von der Anzahl der Gewinner abhängt.

Bestes Beispiel dafür ist die Ziehung vom 4. Oktober 1997 als 124 Lottospieler sechs Richtige hatten und sich die 6,7 Millionen DM (circa 3,4 Millionen Euro) teilen mussten. Der Grund: Die Zahlenkombination 9-13-23-27-38-40 ergibt ein schönes Muster auf dem Tippschein ...

Keine Muster tippen
Die Zahlen, die von den Spielern ausgewählt werden, unterliegen nämlich im Allgemeinen nicht der Wahrscheinlichkeit, sondern der Phantasie der Tipper. Und hier gibt es tatsächlich eine Art System, das auch viele Lotto-Anbieter ihren Kunden anbieten.

Vermeiden Sie Muster. Der Mensch denkt gerne in Mustern, um sich die Welt besser zu erklären. Um als alleiniger Gewinner hervorzugehen, sollten Sie also möglichst anarchistisch vorgehen. Das gilt auch für regelmäßige Zahlenreihen wie 2-4-6-8-10-12. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine regelmäßige Zahlenreihe gezogen wird, ist, man kann es nicht oft genug sagen, genau so groß wie bei einer unregelmäßigen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass andere die gleichen Zahlen haben, ist definitiv größer.

Vorsicht mit Statistiken
Die Lottogesellschaften veröffentlichen übrigens Statistiken über die in der Vergangenheit gezogenen Zahlen. Da kann man nachlesen, welche Zahlen am häufigsten, welche am seltensten usw. gezogen wurden. Das ändert natürlich auch nichts an der Ziehungs-Wahrscheinlichkeit dieser Zahlen. Aber Sie können diese Zahlen meiden, weil sie bestimmt von vielen anderen getippt werden, die glauben, dass häufig auftretenden Zahlen auch weiterhin häufig gezogen werden.

Auch Geburtsdaten sind sehr beliebt bei Lottospielern. Deshalb sinken die Quoten mit Zahlen unter 30 und der 19 (für z.B. 1970). Einer Studie zufolge sind zudem die Zahlen 9, 7, 17, 10 und 11 sehr beliebt. Viele Lotto Systeme professioneller Tippgemeinschaften bauen deshalb genau auf diese Strategie.

Bei Tipp-Gemeinschaften müssen Sie teilen
Nachteil: Bei einem Gewinn müssen Sie den Gewinn in einer Tippgemeinschaft mit Lotto System auch mit anderen teilen. Dazu kommt, dass die Lotto System-Anbieter sich von Ihrem Einsatz ein gehörige Scheibe abschneiden. Daher ist es wohl besser, diese Regeln nur für sich alleine anzuwenden.

Das beste Lotto System ist deshalb immer noch, zufällig ausgewählte Zahlen anzukreuzen. Doch wie steht es mit den Casino-Spielen?

Auch das Roulette funktioniert nach den Regeln der Stochastik, ja es wurde ursprünglich sogar zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten erfunden. Deshalb gilt auch hier, dass mit jedem neuen Spiel die Wahrscheinlichkeit wieder von vorne beginnt. Auch wenn beispielsweise ein hundert Mal hintereinander die Zahl 13 gewonnen hat, ist beim 101. Spiel die Wahrscheinlichkeit trotzdem weiterhin 1 zu 37 (36 Zahlen plus die Null beim französischen Roulette).

Theoretisches System denkbar
Tatsächlich gibt es ein theoretisches System, dass beim Roulette sehr langfristig, aber mit Sicherheit zu einem kleinen Gewinn führen würde. Viele schwören auf dieses System, allerdings kann nur unter unrealistischen Bedingungen ein geringer Gewinn garantiert werden.

Eine solche unrealistische Bedingung ist, dass man tagelang oder wochenlang weiterspielen darf und sich vor allem die notwenigen hohen Einsätze leisten kann, um einen geringen, aber sicheren Gewinn einzufahren. Dieses System nennt man das Verdoppelungssystem, auch Martingale genannt, und es funktioniert folgendermaßen:

Das Verdoppelungssystem
Man setzt auf ein Feld, wie Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade, hier sind die Gewinnchancen 1 zu 2, also 50 Prozent. Gewinnt man, setzt man noch einmal den gleichen Einsatz, verliert man, setzt man das Doppelte, verliert man wieder, setzt man noch einmal das Doppelte. Wenn man nach mehreren Verlusten, einmal gewinnt, hat man so den Einsatz und etwas mehr wieder heraus.

Das Problem ist allerdings, dass man einerseits beim Verdoppeln schnell das zulässige Einsatzlimit der Bank erreicht und andererseits schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen kann. Nur sehr langfristig ist mathematisch ein kleiner Gewinn sicher, aber erst wenn man ein Vielfaches des zu erzielenden Gewinns eingesetzt hat. Aber wer will schon Tausende von Euro einsetzen um 20 Euro zu gewinnen? Und: Bei dieser Rechnung wird die Null außer Acht gelassen, nimmt man sie dazu und dass muss man, ist das System noch wesentlich unsicherer.

Letztendlich kann nur die Spielbank gewinnen, sonst würde es sie nicht geben. Glücksspielanbieter gleich welcher Art sind allerdings gesetzlich verpflichtet, einen festgelegten Teil der Einsätze wieder auszuschütten, aber eben nur einen gewissen Teil. Insofern steht von vorne herein fest, dass alle Spieler zusammengenommen nur verlieren können.

Je öfter man spielt, desto mehr verliert man
Das Einzel- und Anfängerglück ist davon natürlich ausgenommen, aber je öfter Sie spielen, desto mehr werden Sie verlieren, auch das ist eine mathematische Konstante. Wobei die Wahrscheinlichkeit, beim Roulette (nach und nach) eine Million zu gewinnen, immer noch größer ist als beim Lotto.

Das hat den ganz einfachen Grund, dass beim Lotto nur 50 % der Einsätze ausgeschüttet werden, beim Roulette aber um die 90 %. Trotzdem bevorzugen die meisten Spieler Lotto, weil der auf einmal zu erwartende Gewinn wesentlich höher ist.

Black Jack ist kein reines Glücksspiel
Beim Black Jack ist das allerdings etwas anderes. Black Jack ist nur zum Teil ein Glücksspiel, ähnlich wie beim Poker kommt es hier auch aufs Kombinieren an. Man hat also einen gewissen Einfluss auf das Spiel.

Das führte dazu, dass in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Mathematiker ein System erfand, wie man durch Mitzählen, also ähnlich wie bei anderen Kartenspielen, sich Wahrscheinlichkeiten ausrechnete, welche Karten noch im Spiel sein müssten.

Computer im Schuh
Da beim Black Jack mit mehreren Blättern gespielt wird, ist die Gedächtnisleistung der meisten Menschen damit überfordert, was dazu führte, dass manche mit versteckten Zählmaschinen in den Schuhen oder Ähnlichem in den Casinos auftauchten.

Tatsächlich konnten die Kartenzähler Gewinne einstreichen, und die Casinos hatten viel Mühe, dem durch Änderung der Spielregeln entgegenzuwirken. Ähnlich wie die so genannten Kesselgucker, die beim Roulette mehr oder weniger erfolgreich durch den Ausgangspunkt der Kugel ihre Endstation prognostizierten, sind auch die Kartenzähler heutzutage weitestgehend ausgeschaltet, zur Not mit Casino-Verbot.

Es gibt keine funktionierenden Systeme
Diese sind aber im Grunde alles keine Systeme, die das Glück verstärken, sondern ihm nur durch illegitime, wenn nicht sogar illegale Tricks auf die Sprünge helfen, ungefähr so als hätte man eine Hand in der Glückstrommel. Letztlich gilt, Sie sollten nur aus Spaß spielen, der Traum vom großen Reichtum ist nicht berechenbar. Schon allein deshalb nicht, weil nicht jeder gewinnen kann.


Mit Quellen von: mathematik.de, quarks.de

Quelle: freenet.de
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