Gesundheit: Fasten Sie sich glücklich

Gesundheit: Fasten Sie sich glücklich
Mindestens zwei Liter Wasser pro Tag! Wer nach Dr. Otto Buchinger fastet, darf zudem Obst- und Gemüsesäfte trinken.
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Gesundheit: Fasten Sie sich glücklich

Mindestens zwei Liter Wasser pro Tag! Wer nach Dr. Otto Buchinger fastet, darf zudem Obst- und Gemüsesäfte trinken.

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21.03.2014 - 11:16 Uhr von Klara Kiekebusch

Immer mehr Menschen fasten sich angeblich glücklich. Kann eine freiwillige Hungerkur wirklich glücklich machen?

Fasten ist in. Immer wieder lesen und hören wir von Menschen, die sich für die freiwillige Hungerkur begeistern. Durch den temporären Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Lebensmittel entlasten sie ihren Stoffwechsel und beteuern, sich selbst ein Stück nähergekommen und obendrein noch glücklich geworden zu sein. Auf der Suche nach Zufriedenheit und Ausgeglichenheit stürzen sie sich in das Abenteuer Fasten. Ganz nebenbei purzeln dann sogar noch die ungeliebten Winterpfunde. Lesen Sie hier, was Sie über das Fasten wissen sollten und ob Fasten wirklich glücklich macht.

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Ist Fasten eine Diät?

Ganz klares Nein. Wer Fasten als "Nulldiät" missversteht – es also als Alibi nutzt und ein paar Tage gar nichts isst, um dadurch binnen kürzester Zeit Kilos zu verlieren – läuft Gefahr, mit neuen Problemzonen in den Sommer zu starten. Der Grund: Durch den radikalen Nahrungsverzicht stellt sich der Körper auf einen geringeren Kalorienverbrauch ein. Ist die Fastenphase vorbei, droht der viel gefürchtete Jojo-Effekt. Fasten sollte vielmehr als körperliche Reinigungsphase betrachtet werden, als Möglichkeit, seinen Stoffwechsel zu entlasten. Anschließend könnte die Kur der Einstieg in eine neue, bewusstere und vor allem gesündere Lebensweise sein.

Wann ist die beste Zeit, um zu fasten?

Wer aus religiösen Motiven fastet, beginnt Aschermittwoch für 40 Tage und hört Ostersonntag wieder auf. Der Zeitraum ergibt sich aus den 40 Tagen und Nächten, die Jesus in der Wüste verbracht hatte. Grundsätzlich darf natürlich gefastet werden, wann immer es der Terminplan zulässt. Wichtig ist es jedoch, sich eine Zeit auszusuchen, in der es beruflich und privat etwas ruhiger zugeht. Denn die möglichen körperlichen Begleiterscheinungen können den Alltag stark beeinträchtigen.

Macht Fasten wirklich glücklich?

Es gibt immer mehr Fastenliebhaber. Der zeitweise Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und regelmäßige Nahrungsaufnahme reinigt den Körper und soll den Geist klären. All diejenigen, die das Fasten nutzen, um sich selbst ein wenig näher zu kommen, ziehen sich beispielsweise in ein Kloster zurück. Dort erhoffen sich viele auch eine spirituelle Weiterentwicklung. Die Rückbesinnung auf alte Werte, die Konzentration aufs Wesentliche und die Selbstreflektion lassen bei einigen Menschen ein tiefes Gefühl der Freude aufkeimen.

Der Verzicht ist so etwas wie der Samen des Glücksgefühls, der im tiefen Inneren entsteht. All diejenigen, die das Fasten nutzen, um zu entschlacken, können ebenfalls zu mehr Zufriedenheit gelangen. Befriedigend ist für den Fastenden am Ende der Kur natürlich auch das Gefühl, es geschafft zu haben. Fasten unterstützt den Selbstreinigungsprozess und ist gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit eine Erfahrung, die man zumindest einmal ausprobiert haben sollte, um sich und dem Leben bewusster zu begegnen.

Wie lange dauert das Fasten?

Zehn Tage – das ist das Minimum. Experten empfehlen Fasten-Neulingen, sich dazu in eine Fastenklinik oder ein Kloster zu begeben. Auch Fastengruppen können unterstützend zur Seite stehen. Die ersten zwei bis vier Tage empfinden viele als schwierig: Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Müdigkeit, inneres Frösteln und unbändiger Appetit – Begleiterscheinungen, die dem Fastenden zu Beginn der Kur alles andere als Glücksgefühle verleihen.

Ist diese Hürde geschafft, beginnt der Fastende sich leichter und gut zu fühlen. Einige verlängern dann gern ihre anberaumte Fastenzeit, da sie durch den Verzicht plötzlich wieder mehr Energie haben und aktiver sind – sicher auch eine Folge des Gewichtsverlusts. Allerdings sollte es niemand mit dem Fasten übertreiben – Glückseligkeit hin oder her. Nach fünf Wochen sind die Energiereserven des Körpers verbraucht, es können Mangelerscheinungen auftreten. Dauerhaftes Fasten macht den Körper anfällig für Krankheiten, da ihm lebenswichtige Nähr- und Mineralstoffe aus den Nahrungsmitteln fehlen. In der "Fit for Fun" warnte Diät-Experte Sven-David Müller: "Unkontrolliertes Fasten außerhalb von Kliniken kann sogar tödlich sein."

Muss ich mich aufs Fasten vorbereiten?

Ja. Das Fasten sollte mit einer Darmentleerung beginnen, um den Körper zu entschlacken. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Einlauf oder Glaubersalz. Glaubersalz ist ein natürliches Abführmittel, das mit viel Flüssigkeit eingenommen werden muss.

Darf ich die Fastenkur vorzeitig abbrechen?

Ja – allerdings kann ein vorzeitiger Abbruch wenige Tage nach Beginn der Kur zu Verdauungsproblemen führen.

Ist Fasten für jeden etwas?

Nein – Kinder und Senioren sollten ihren Körper nicht den Belastungen, die der Nahrungsverzicht mit sich bringt, aussetzen. Depressiven und Herzkranken wird ebenfalls vom Fasten abgeraten. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte das Fastenvorhaben mit seinem Hausarzt besprechen.

Darf ich wirklich gar nichts essen?

In der Regel beschränkt sich bei einer Fastenkur die Nahrungsaufnahme auf heiße und kalte Getränke. Einige Formen des Heilfastens erlauben zusätzlich den Verzehr von etwas Obst oder eines Brötchens – pro Tag. Eine der beliebtesten Fastenkursen ist die Buchinger-Methode. Wer nach Dr. Otto Buchinger fastet, darf täglich mindestens zwei Liter Wasser und zusätzlich einen Viertelliter Kräutertee oder Obst- und Gemüsesaft trinken. Das Mittagessen beschränkt sich auf eine Gemüsebrühe ohne Einlage.

Hat der Nahrungsverzicht Auswirkungen auf mich und meinen Körper?

Ja – Heilfasten wirkt sich auf den Körpergeruch aus. Die Veränderung des Stoffwechsels und der leere Magen können zu unangenehmem Mundgeruch und Schwitzen führen. Intensive Hygiene und regelmäßiges Zähneputzen sind während der freiwilligen Hungerkur wichtig. Regelmäßiges Lutschen auf einer Zitronenscheibe sorgt für einen angenehmen Atem.

Wie geht’s nach dem Fasten weiter?

Es ist wichtig, den Körper behutsam an feste Nahrung zu gewöhnen. Ein kulinarischer Schlemmerabend beim Lieblingsitaliener täte dem Magen zunächst einmal nicht gut. Die Darmflora muss sich erst wieder an feste und regelmäßige Mahlzeiten gewöhnen. Die ersten vier Tage nach dem Fasten sollten als Aufbauzeit verstanden werden. Grundsätzlich sollte ein Drittel der Zeit, die das Fasten gedauert hat – mindestens jedoch die ersten vier Tage danach –, als Aufbauzeit verstanden werden. Für den ersten Tag nach dem Fasten empfiehlt sich ein geriebener Apfel und püriertes Gemüse. Sukzessive dürfen weitere Nahrungsmittel hinzukommen. Besonders geeignet sind Obst und Gemüse, Joghurt und Getreideprodukte.

Redaktionelle Beratung: http://www.jentschura-produkte.de.

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