04.11.2002 - 23:00 Uhr

Doping für die Muskeln

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Ein durchtrainierter Körper steht in unserer Gesellschaft für Gesundheit, sozialen, beruflichen und sexuellen Erfolg. Bis man seinen Köper derart in Form gebracht hat, vergeht jedoch viel Zeit und ein hartes Stück Arbeit ist gefordert. Um diesem Ideal mit einem möglichst geringem Aufwand schnell zu entsprechen, greifen viele Trainierende zu künstlichen Hilfsmitteln in Form von Hormonen. Die Beschaffung der illegalen und gesundheitsgefährdenden Substanzen ist meist kein großes Problem und nicht erst seit der Handel im Internet floriert.

Auf den Dopinglisten werden unter Anabolika alle androgen-anabolen Steroidhormone und sonstige aufbauend wirkende Substanzen wie Beta-2-Aginisten zusammengefasst.
Alle Anabolika-Produkte sind mit dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron verwandt. Sie besitzen eine androgene und eine anabole Wirkung. Androgen bedeutet eine geschlechtsspezifische Wirkung. Sie beeinflussen also die Geschlechtsmerkmale des Menschen. Anabol bezieht sich auf eine den Stoffwechsel begünstigende Wirkung. Dahinter verbirgt sich ein aufbauend wirkender Effekt. Muskelmasse und Muskelkraft erhöhen sich und der Körperfettanteil sinkt.
Bei der Herstellung von Anabolika hat man versucht die anabole Komponente besonders zu betonen. Es gelang jedoch nicht die androgene Wirkung komplett zu unterdrücken.

Wirkmechanismus
Die anabole Wirkung von Anabolika beruht auf einer Stimulierung der RNA-Synthese im Zellkern.
Nach einer Aufnahme des künstlichen Testosterons lagert sich dies an die Proteine des Blutes an. Durch den Blutkreislauf gelangt die Substanz in die Muskelzellen. Dort angekommen bindet sie sich an den Rezeptor, der normalerweise für das Testosteron gedacht ist. Dieser Komplex kann dann in den Zellkern eindringen. Dort stimuliert er die DNA und somit die RNA-Synthese. Außerhalb des Zellkerns kommt es dadurch zu einer erhöhten Proteinsynthese. Dies bewirkt eine Zunahme der gesamten Muskelmasse.

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Gefahr für das Herz
Die Einnahme von Anabolika soll einen raschen Wachstum der Skelettmuskulatur bewirken. Die Muskelmasse des Herzens wächst dabei automatisch mit. Dem schnellen Wachstum des Herzmuskels können die Herzkranzgefäße jedoch nicht angemessen folgen. Der gesteigerte Sauerstoffbedarf des Herzens kann dann über die unterentwickelten Koronararterien nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Die mögliche Folge ist ein Herzinfarkt.

Durch die Einnahme der künstlichen Hormone erhöhen sich zudem die Blutfettwerte. Folge ist eine deutlich stärkere Ablagerung von Fetten innerhalb der Blutgefäße. Dadurch erhöht sich das Infarkt-Risiko zusätzlich. Vermehrte Wassereinlagerungen in Körper und Muskeln erhöhen den Blutdruck und belasten das Herz-Kreislaufsystem.

Schädigung der Leber
Besonders oral eingenommene Anabolika können eine Schädigung der Leber verursachen. Es kann zu Entzündungen bis hin zum Leberkrebs kommen.

Hormonelle Störungen
Der körpereigene hormonelle Regelkreis wird duch die Hormongabe gestört und teilweise ausgeschaltet. Dadurch können die Hoden schrumpfen und die Qualität der Spermien beeinträchtigt werden. Im Extremfall kommt es zur Unfruchtbarkeit. Bei Frauen kann es zu Vermännlichungserscheinungen kommen. Die Entwicklung einer tiefen Stimme, eine verstärkte Körperbehaarung, Rückbildung der Brüste und ein gestörter Monatszyklus sind die Folgen. Eine Verweiblichung kann dagegen bei Männern beobachtet werden. Häufig tritt dann ein verstärktes Brustwachstum ein. Werden Anabolika bereits im jugendlichen Alter eingenommen, dann kommt es zu einer Verknöcherung der Wachstumsfuge und damit zu einem Stopp des Größenwachstums.

Weitere Nebenwirkungen können sein:

  • Nierenstörungen
  • Libidoverlust
  • Senkung des Immunglobulinspiegels und damit Erhöhung der Infektanfälligkeit
  • Depressionen
  • Halluzinationen
  • Erhöhte Gewaltbereitschaft
  • Akne
  • Haarausfall
  • Erhöhtes Verletzungsrisiko an Bändern und Sehnen

Welche Nebenwirkungen bei der Einnahme auftreten hängt von Anwendungsart, Dauer und Dosis ab. Die Nebenwirkungen von Anabolika werden leider allzu oft unterschätzt.

Anabolika in der Medizin
Der Einsatz von Anabolika hat trotz allem auch positive Seiten. So finden
anabole Steroide auf unterschiedliche Weise in der Medizin Anwendung. Dort dienen sie zur Behandlung von Hormonstörungen, werden bei allgemeiner körperlicher Schwäche älterer Menschen eingesetzt und bei Jugendlichen mit hohen Körperwachstumsprognosen bewusst zur Verursachung eines Wachstumsstopp verwendet. Auch Asthma-Kranke können von ihrem Einsatz profitieren.

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