Ist Biohaltung wirklich besser?

Biohühner leben nicht immer auf einer grünen Wiese.
Massentierhaltung gibt's auch bei Biobauern
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Biohühner leben nicht immer auf einer grünen Wiese. Massentierhaltung gibt's auch bei Biobauern

© branislavpudar / Shutterstock.com
Tue Feb 21 08:15:00 CET 2017 - Tue Feb 21 08:15:00 CET 2017 Uhr

Selbst bei Biobauern geht es selten um Idealismus, sondern darum Geld zu verdienen. Deshalb gibt es auch hier schwarze Schafe.

Schweine kauern in winzigen Boxen ohne Einstreu auf dem nackten Estrich. Tausende Hühner, die in einer engen Halle zusammengepfercht sind, kaum Federn am Leib haben und elend dahinvegetieren. Schlimme Bilder.

Bilder von typisch konventioneller Massentierhaltung?
Nein. Es sind Bilder aus der TV-Reportage „Wie billig kann bio sein?“. Ein Fernseh-Team der ARD war unterwegs auf deutschen Biohöfen und hat die Zustände dort dokumentiert. Da muss die Frage erlaubt sein: Ist Biofleisch besser – für die Gesundheit und für das Gewissen?

Aus zwei Gründen ist die Ökowelt nicht automatisch ein Paradies für Tiere. Erstens: Man darf sich die Biotierhaltung nicht nostalgisch auf grünen Wiesen vorstellen. In sehr vielen Betrieben geht’s nicht um Idealismus, sondern darum, Geld zu verdienen. Auch in Biobetrieben.

Auch unter Bio-Bauern gibt es schwarze Schafe
So dürfen etwa bei der Biomast bis zu 20 000 Tiere in einer großen Halle leben. Bio ist zwar tiergerechter als konventionelle Haltung, Massentierhaltung ist dennoch erlaubt. Zweitens gibt es schwarze Schafe auch unter den Biolandwirten. Es gibt Betriebe, die es mit den Vorschriften nicht so genau nehmen. So kann es etwa passieren, dass Tiere weniger Platz haben als vorgeschrieben, weniger Auslauf im Freien bekommen, weniger Einstreu in den Ställen haben oder nicht das Futter erhalten, das sie laut Gesetz kriegen müssten.

Es findet zwar eine zweigleisige Kontrolle von Biobetrieben durch Behörden und Ökokontrollstellen statt. Dennoch passiert es, dass Mäster die Vorschriften teilweise ignorieren, ohne gleich erwischt zu werden. Bei den Verstößen gegen die Verordnung geht es natürlich um Geld.

Bei Schweinefleisch ist der Preisunterschied am deutlichsten
Oft wird der Preisdruck bei Lebensmittel-Discountern wie Aldi oder Lidl dafür verantwortlich gemacht, dass auch die Bioprodukte so billig wie möglich produziert werden. Muss man als Verbraucher also skeptisch sein, wenn Biowurst im Supermarkt lediglich 30 Prozent teurer ist als konventionelle Ware? Muss man nicht. Biorindfleisch ist heute nicht mehr wesentlich teurer als das konventionell erzeugte. Anders sieht es beim Schwein aus. Bioschweinefleisch ist erheblich teurer als konventionelles, weil da teures Biogetreide verfüttert werden muss. Enthält die Wurst also Bioschwein, sind 30 Prozent Mehrpreis zu wenig – es sei denn, es handelt sich um billige Importware. Aber die will man ja nicht unbedingt haben.

Was den gesundheitlichen Nutzen für den Verbraucher angeht, gibt’ s keinen Unterschied, von möglichen Lebensmittel-Skandalen mal abgesehen. Biofleisch ist nicht nachweislich gesünder als konventionelles Fleisch. Sie tun also in erster Linie den Tieren und der Umwelt einen Gefallen.

Quelle: Men’s Health – Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG
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