Kopfschmerz beim Sex

Kopfschmerz beim Sex
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Kopfschmerz beim Sex

 © Getty Images
Thu Jul 30 16:51:00 CEST 2009 - Thu Jul 30 16:51:00 CEST 2009 Uhr

Von Lust und Schmerz: Explosionsartige Kopfschmerzen beim Orgasmus oder ein dumpfer, langsam ansteigender Schmerz beim Sex verderben einigen Menschen regelmäßig die Lust auf intime Zweisamkeit. Welche Therapien helfen.

Häufig sind die heftigen Schmerzattacken der Orgasmus-Kopfschmerzen zwar nicht, für die Betroffenen wird das Problem dadurch allerdings nicht geringer. Etwa ein Prozent der Deutschen haben Erfahrung mit der unangenehmen Nebenwirkung des Orgasmus gemacht, mehr als 75 Prozent davon sind Männer.

Die Schmerzen kündigen sich in der Regel nicht an und treten entsprechend überraschend auf. Dabei gibt es drei verschiedene Grundformen dieses Leidens. Am häufigsten ist wohl der explosionsartige Kopfschmerz, der kurz vor dem Orgasmus eintritt und diesen damit zu einem sehr unangenehmen Erlebnis macht.

"Etwa 70 Prozent der Betroffenen klagen über diese Form", so der Neurologe Dr. Stefan Evers vom Uniklinikum Münster. Doch auch langsam ansteigende Schmerzen während des Sexualverkehrs sind bekannt, die ihren Höhepunkt mit dem sexuellen Höhepunkt vereinen. Diese Schmerzform liegt bei 25 Prozent der Betroffenen vor. Die restlichen 5 Prozent klagen über massive Kopfschmerzen nach dem Orgasmus, die sich auch noch einige Tage danach bemerkbar machen.

Besonders Migränepatienten sind betroffen
Besonders gefährdet für die Schmerzen sind Migränepatienten im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Bei ihnen treten die Kopfschmerzen besonders häufig auf. Auch in Familien, in denen bereits Fälle von Sexkopfschmerzen aufgetaucht sind, häuft sich die Anzahl weiterer Betroffener.

Die Ursache für die Schmerzattacken ist nicht endgültig bekannt. Ähnlich wie bei der Migräne wird jedoch eine verringerte Fähigkeit zur Stressbewältigung im Gehirn angenommen, bei der die Adern im Gehirn nur unzureichend auf Symptome wie Blutdruckanstieg oder einen erhöhten Anteil von Kohlendioxid im Blut reagieren.

Obwohl viele bei den heftigen Schmerzen Hirnblutungen, Schlaganfälle oder Blutgefäßerweiterungen im Gehirn befürchten, sind diese nur in sehr wenigen Fällen Auslöser für die Schmerzen. Doch es gibt eine sehr ernste Differentialdiagnose, die sofortiges Handeln erfordert - die Subarachnoidalblutung.

Wie die Ärztezeitung berichtet, hatten laut einer Studie von 50 Patienten sechs diese lebensbedrohliche Erkrankung.

Bei Erstmanifestation lieber zum Arzt
Die Ärztezeitung rät daher: "Eine Computertomographie mit Kontrastmittel ist bei der Erstmanifestation von heftigem Kopfschmerz beim Sex immer indiziert, um eine Subarachnoidalblutung auszuschließen. Bei unauffälligem oder nicht-eindeutigem CT-Befund, aber klinisch begründetem Verdacht, ist die nächste diagnostische Maßnahme die Lumbalpunktion. Auch eine Langzeitblutdruckmessung gehört zum Standard."

Wie sieht die Therapie bei Sexual-Kopfschmerz ohne Befund aus?
Abstinenz ist sicherlich wenig attraktiv. Oft hilft es, nicht zu schnell zur Sache zu kommen. Dazu der Neurologe Evers: "Wichtig ist, einen schnellen Anstieg der sexuellen Aktivität und damit des Blutdrucks zu vermeiden.". Prophylaktisch können auch Schmerzmittel eingesetzt werden. Empfohlen werden 1000 Milligramm Acyteylsalicylsäure oder 100 Milligramm Indometacin, die eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden sollen.

Nach Angaben der Ärztezeitung sind medikamentöse Langzeitbehandlungen mit verschiedenen Schmerzmitteln eine sinnvolle Therapie, falls obige Akuttherapien nicht helfen.

Anders als Migräne stellt der Sexkopfschmerz allerdings meistens ein zeitlich begrenztes Problem dar, welches nach wenigen Monaten oder spätestens nach einem Jahr wieder vergeht. In selteneren Fällen dauert es länger an oder es treten nach Jahren erneute Attacken auf.

Autor: Achim Raschka

Quelle: freenet.de
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