Neue Gespräche über Irans umstrittenes Atomprogramm

Nach mehr als einem Jahr haben der Iran und die internationale
Gemeinschaft wieder Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des
Landes geführt. Nach Angaben der EU-Delegation begannen die
Beratungen in Istanbul in einer "positiven Atmosphäre". Das Bild
zeigt die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Irans
Unterhändler Said Dschalili.
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Nach mehr als einem Jahr haben der Iran und die internationale Gemeinschaft wieder Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des Landes geführt. Nach Angaben der EU-Delegation begannen die Beratungen in Istanbul in einer "positiven Atmosphäre". Das Bild zeigt die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Irans Unterhändler Said Dschalili.

 © Tolga Adanali - AFP
14.04.2012 - 12:32 Uhr

Nach mehr als einem Jahr haben der Iran und die internationale Gemeinschaft wieder Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des Landes geführt. Nach Angaben der EU-Delegation begannen die Beratungen mit den UN-Vetomächten und Deutschland in Istanbul in einer "positiven Atmosphäre". Mit einem Durchbruch im Atomstreit wurde zwar nicht gerechnet, aber zumindest mit einer Absprache über weitere Verhandlungen.

"Es gibt den Wunsch, zu substanziellen Fortschritten zu kommen", sagte der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, Michael Mann. Zu Beginn des Treffens habe es keine offensichtlichen Differenzen gegeben. Später ergänzte er, die "Grundlagen" für weitere Verhandlungen seien da. Die Gesprächsatmosphäre sei "positiv" und "völlig anders" als beim letzten Treffen der sogenannten 5+1-Gruppe mit dem Iran, das im Januar 2011 ergebnislos abgebrochen worden war.

Mit dem Iran verhandeln in Istanbul neben Deutschland die fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Diplomaten hatten vor der neuen Verhandlungsrunde gesagt, es werde bei dem Treffen zunächst nicht um Detailfragen gehen. Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, wurde allenfalls mit der Vereinbarung eines weiteren Treffens in vier bis sechs Wochen gerechnet. Eine mögliche zweite Verhandlungsrunde könnte im Mai in Bagdad stattfinden.

Der iranische Atomunterhändler Said Dschalili hatte vor der Wiederaufnahme der Gespräche "neue Initiativen" zur Beilegung des Konflikts angekündigt und im Gegenzug "einen konstruktiven Ansatz" von der 5+1-Gruppe verlangt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte den Iran zu "ernsthaften und zielgerichteten Verhandlungen" auf. Die Zeit für "taktische Spiele jedweder Art" sei längst abgelaufen, hieß es in einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Erklärung. Westerwelle räumte ein, dass die neuen Gespräche "alles andere als einfach" werden. "Ich setze aber darauf, dass es mit Vernunft und Augenmaß auf allen Seiten gelingen kann, einen Dialogprozess in Gang zu setzen, an dessen Ende eine für alle tragbare politische Lösung steht", erklärte der Minister.

Auch die USA forderten Teheran zu "ersthaften" Gesprächen auf. Es könnten sicherlich nicht alle Streitpunkte bei einem einzigen Treffen beigelegt werden, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes. Der Iran müsse bei dem Treffen in Istanbul aber seinen "Willen unter Beweis stellen, ernsthafte Verhandlungen zu führen". Nach Angaben von Ashton-Sprecher Mann haben sich die USA auch zu einem bilateralen Treffen mit iranischen Vertretern in Istanbul bereiterklärt.

Mehrere westliche Länder verdächtigen Teheran, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. US-Medienberichten zufolge will die 5+1-Gruppe bei den Verhandlungen mit dem Iran die Schließung der neuen unterirdischen Atomanlage in Fordo, den Stopp der Urananreicherung und die Verlagerung der bestehenden Uranbestände ins Ausland erreichen.

Quelle: 2012 AFP
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