22.02.2012 - 14:38 Uhr

Neue Messungen belegen: Der Mars bebt

Herabrollende Felsbrocken hinterlassen Spuren (s. Pfeile) im
Boden der Marsregion Cerberus Fossae. © HiRISE/NASA
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Herabrollende Felsbrocken hinterlassen Spuren (s. Pfeile) im Boden der Marsregion Cerberus Fossae. © HiRISE/NASA

 

London/ England - Anhand von Aufnahmen von Geröll und Felsbrocken, die von Klippen und Hängen auf dem Mars herabgestürzt und -gerollt sind, schließen britische Wissenschaftler auf Oberflächenbeben auf dem Roten Planeten in vergleichsweise junger Vergangenheit. Das Studium der geologischen Aktivität des Mars könnte auch Rückschlüsse auf dessen potentielle Lebensfreundlichkeit zulassen.

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Wie die Forscher um den Geologen und Erdbebenexperten Gerald Roberts von der Birkbeck Institution an der University of London (bbk.ac.uk) berichten, entdeckten sie die Hinweise auf Marsbeben in jüngerer Zeit auf Aufnahmen der HiRISE-Kamera an Bord der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO).

"Sollte es tatsächlich Marsbeben geben", so zitiert das NASA-Onlinemagazin "Astrobiology Magazine" (astrobio.net) den Wissenschaftler, "so könnte unser nächster planetarer Nachbar immer noch aktiven Vulkanismus hervorbringen, die wiederum dabei behilflich sein könnte, Bedingungen auf dem Mars zu erschaffen, unter denen flüssiges Wasser möglich wäre.

Das Team analysierte Aufnahmen entsprechender Felsbrocken entlang eines geologischen Faltensystems in der Marsregion Cerberus Fossae, das durch eine mit wenigen Millionen Jahren vergleichsweise jungen Lavaformation verläuft.

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Einige der Brocken hinterließen deutliche Spuren im grobkörnigen Boden, wie sie die Forscher mit ähnlichen Spuren von Geröll nach irdischen Erdbeben vergleichen konnten. Anhand dieser Merkmale konnten die Wissenschaftler darauf schließen, dass diese Felsbrocken durch seismische Aktivität ins Rollen gebracht wurden und nicht etwa mit Gletschern vorwärts transportiert und bei deren Schmelze abgelegt wurden.

Die untersuchten Felsbrocken sind 2 bis 20 Meter groß und nehmen zahlenmäßig über einem Radius von 100 Kilometern rund um einen Mittelpunkt entlang der Falte zusehends ab. "Dieses Bild stimmt mit der Hypothese überein, wonach diese Felsbrocken von Beben verursacht wurden, deren Stärke sich mit zunehmendem Abstand von den Epizentren abschwächt", so die Forscher. Ähnliche Strukturen konnten zuletzt nach dem starken Beben in der Nähe des zentralitalienischen Städtchens L'Aquila beobachtet werden. Anhand ihrer Vergleiche vermuten die Geologen, dass die Marsbeben Stärken von mehr als 7 auf der Richterskala erreicht haben.

Anhand der im staubigen Marsboden erhaltenen und nur bedingt von Winden verwehten Spuren der herabgestürzten und rollenden Brocken schlussfolgern die Wissenschaftler, dass sich die Beben innerhalb der letzten wenigen Prozent des Alters des Mars (also wenige Millionen Jahre) ereignet haben müssen. Ähnlich wie die Erde, so schätzen Wissenschaftler das Alter des Roten Planeten auf rund 4,5 Milliarden Jahre.

Tatsächlich können entsprechende Spuren auf dem Mars sehr schnell verweht werden. Selbst die Spuren der jüngsten Rover auf dem Mars, sind teilweise - aus einer Umlaufbahn um den Planeten heraus betrachtet - schon jetzt bis zur Unkenntlichkeit erodiert.

"Tatsächlich könnte es selbst heute noch zu schweren Beben auf dem Mars kommen", so die Forscher. Die Existenz von Marsbeben könnte auch für die andauernde Suche nach Leben auf dem Roten Planeten von Interesse sein. Sollten die Falten entlang der Cerberus-Fossae-Region immer noch aktiv sein und die Beben mit Magmabewegungen durch den nahe gelegenen Vulkan Elysium Mons in Verbindung stehen, so könnte diese vulkanische Aktivität unterhalb der Marsoberfläche auch Wassereis zum schmelzen bringen. Die hierbei entstehenden Wasserreservoire könnten dann wiederum auch lebensfreundliche Umgebungen auf dem Mars entstehen lassen.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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