30.08.2012 - 22:58 Uhr

Wissenschaftler präsentieren weitere Beweise für Hessdalen-UFOs

Vier von sechst Zuständen, in welchen die Hessdalen-Phänomene
bereits dokumentiert werden konnten. Quelle: egu2012.eu
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Vier von sechst Zuständen, in welchen die Hessdalen-Phänomene bereits dokumentiert werden konnten. Quelle: egu2012.eu

 

Wien (Österreich) - Auch wenn der Begriff "UFO" umgangssprachlich immer wieder mit der Vorstellung von außerirdischen Flugobjekten fehlassoziiert wird, umschreibt er doch zunächst lediglich ein oder mehrere "unidentifizierte Flugobjekte" und damit Objekte und Erscheinungen, deren Herkunft und Natur trotz eingehender Untersuchung und interdisziplinärem Expertenwissen nicht bekannt sind. Damit beschreibt der Begriff UFOs in direkter Weise gerade auch jene Phänomene, die schon lange am Himmel über dem norwegischen Hessdalen gesehen und dokumentiert werden. Seit Anfang der 1980er Jahre werden die immer wiederkehrenden Phänomene auch wissenschaftlich untersucht und dokumentiert. Auf dem Jahrestreffen der Europäischen Geologischen Union (EGU) haben Geologen nun erneut die bereist bekannte und neue Ergebnisse ihre Studien und damit empirische Beweise für die "Hessdalen-Lichter" präsentiert.

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In einem der auf dem EGU-Jahrestreffen vorgestellten Artikel (eine Zusammenfassung finden Sie HIER), fassen Björn G. Hauge vom Østfold University College in norwegischen Fredrikstad und S. Montebugnoli vom italienischen Istituto di radioastronomia, Radiotelescopi di Medicina in Bologna, den Stand der Forschungsergebnisse zusammen und erläutern unter anderem, dass auch die heute über Hessdalen beobachteten Phänomene kein alleinig modernes Phänomen sind, sondern in der Gegend schon seit spätestens 1811 beobachtet und beschrieben wurden.

Durch die fortwährenden Beobachtungen, an denen sich Wissenschaftler von Universitäten und Forschungsinstituten aus Norwegen, Frankreich und Italien beteiligten, seien bislang mindestens sechs unterschiedliche Zustände dokumentiert worden, in welchen sich die Hessdalen-Phänomene zeigten. Diese Zustandsformen, so Hauge und Montebugnoli weiter, seien zwar derart unterschiedlich, dass es schwer sei, einen gemeinsamen Nenner zu finden, dennoch könnten "neue Arbeiten zur Plasmaphysik von Staubpartikeln jedoch darauf hinweisen, dass die unterschiedlichen Phänomene dennoch denselben Ursprung haben könnten, da ionisierte Partikel ihren Zustand von gasförmig bis hin zum Kristallinen verändern, dabei Form und Anordnung wechseln und zu unterschiedlichen Phänomenen (Erscheinungsformen) führen können."

Schon 2007 konnte anhand optischer Spektralanalysen gezeigt werden, dass viele der Lichtphänomene aus verbrennender Luft und Staub auf dem Hessdalen-Tal bestehen. Aufgrund dieser Tatsache vermuteten einige Forscher seither, dass es sich etwa beim Zerfall von Radon aus den nahe gelegenen geschlossenen Bergbaugruben um jenen Mechanismus handelt, der Staubpartikel ionisiert und so die Lichter entstehen lässt (...wir berichteten).

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Anhand der Langlebigkeit vieler bislang dokumentierten Hessdalen-Phänomene, zusammengenommen mit Bodenanalysen und der Messung von Radioaktivität vor Ort, kommen Hauge und Montebugnoli jedoch zu dem Schluss, dass die Radon-Zerfall-Theorie nicht aufrechterhalten werden könne und "andere Formen von Ionisationsmechanismen untersucht werden müssen."

Die sechs Hauptzustände der Hessdalen-Phänomene beschreiben die Forscher als "Doppel-Erscheinungen, Feuerbälle, Plasmastrahlen, Staubwolken, Blitze und einen unsichtbaren Zustand" und belegen zumindest vier dieser Definitionen mit Fotos der jeweiligen Phänomene.

Tatsächlich konnten niedrigfrequente Radaraufnahmen bereits nachweisen, dass in der Atmosphäre über dem Hessdalen-Tal immer wieder derart große Gebiete ionisierter Materie auftauchen, dass diese auch mit Radar als solche geortet werden können. Damit sei "die Energiequelle der Hessdalen-Phänomene immer noch nicht bekannt und die Frage, ob es sich um eine interne oder externe Energiequelle handelt, (die sich hier manifestiert), ist immer noch ungeklärt."

In einer weiteren, auf dem EGU-Treffen vorgestellten Studie erläutern Jaques Zlotnicki, Paul Yvetot, Frederic Fauquet vom französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS), gemeinsam mit Erling Strand vom Østfold University College und Björn Hauge, dass weitere Beobachtungen und Analysen der Hessdalen-Lichter daraufhin deuten, dass diese zunächst in der unteren Atmosphäre erscheinen/entstehen und hier relativ stationär verbleiben können, bis sie ganz plötzlich mit Geschwindigkeiten von mehren hundert Kilometern pro Sekunde aufsteigen, während andere Lichter sich von oben nach unten bewegen und bei Kontakt mit dem Boden oder in einem der zahlreichen Seen der Gegend verschwinden.

Die Hessdalen-Lichter erscheinen dabei in unterschiedlichen Farben von weiß über gelb bis blau und in unterschiedlichen Formen von bis zu mehreren Quadratmetern Größe. Die Erscheinungsdauer betrage von wenigen Sekunden bis hin zu mehren dutzend Minuten.

Zudem beschreiben die Forscher das Ergebnis von seit 2010 durchgeführten Messungen von Radioemissionen im Frequenzbereich von 1kHz bis 5 MHz sowie möglicher Störungen des elektromagnetischen Feldes (EMF), wie es von zweien, viele Kilometer von einander entfernt entlang des Hessdalen-Tals platzierten Stationen fortwährend gemessen wird. Eine Verbindung zwischen den registrierten Phasenverschiebungen der Messwerte von bis mehreren Minuten, wie sie möglicherweise durch Mineralablagerungen, elektrische Ströme und/oder lokale Tektonik erklärt werden können, mit den 2010 gemachten Beobachtungen der Hessdalen-Lichter, konnte bislang nicht eindeutig hergestellt werden.

Stattdessen präsentierten Thomas Farges und Elisabeth Blanc vom französischen Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives (Kommissariat für Kernenergie und alternative Energien, CEA) gemeinsam mit Erling Strand, die Ergebnisse der Ortung einer noch unbekannten Radioemission bei etwa 3 MHz durch eine in Hessdalen platzierte Breitband-Antenne. Alle 5 Sekunden zeichnete diese Anlage von September 2010 bis Dezember 2011 Signale von jeweils 50 Millisekunden Länge im Spektrum zwischen 1 kHz und 5 MHz auf.

Während die Mehrzahl der Messungen "gewöhnliche Radioemission, wie sie auch an anderen Orten der Welt aufgezeichnet werden können" registrierte, gab es während der Messungen ein Signal, das sich von den normalen Emissionen deutlich unterschied und so das Interesse der Forscher weckte.

Hierbei handelte es sich um ein nahezu fortwährendes Radiosignal auf einer Frequenz von durchschnittlich 3 MHz, die von 2,7 bis zu 3,4 MHz variierte. "Die Bandbreite ist mit etwa 40 kHz (im Vergleich zur Variation von etwa 9 kHz bei normalen Signalen von mehr als 100kHz) recht groß", erläutern die Wissenschaftler.

Während den Nächten verblieb das Signal fast immer relativ stabil bei 3,1 MHz, während es tagsüber immer wieder zwischen 200-300 kHz schwankte. "Diese Schwankungen konnten sehr schnell aber auch sehr langsam vor sich gehen und dauerten manchmal nur wenige Sekundenbruchteile bis hin zu mehren Stunden." In anderen Fällen sei das Signal tagsüber sogar gänzlich verschwunden. Dieses Verschwinden konnte erstaunlicherweise nur im April nachgewiesen werden - nicht so jedoch von November bis März. "Von Mai bis Juli verschwand die Emission nahezu systematisch von 6.00 bis 20.00 Uhr." Zuvor konnte beobachtet werden, dass das Signal bei Sonnenaufgang plötzlich anstieg und mit Erreichen des Höchstwertes (zw. 2,7 bis 2,85MHz) verschwindet. Frequenzhöhe und Dauer der Emission - das zeigten andere Messungen - wurden von magnetischen Stürmen nicht beeinflusst." Die statistischen Auswertungen dieser Messungen sowie Hypothesen darüber, welche Mechanismen für die Radioemission verantwortlich sein könnten, sollen nun in einem Fachartikel zusammengetragen werden. Ausführliche Informationen zum Hessdalen-Phänomen und seiner Erforschung finden Sie unter: www.hessdalen.org.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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