Sachsen Classic 2019

Sören Marotz und Siegfried Bülow fuhren für das Team DDR Museum
im Barkas B 1000 Kombi.
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Sören Marotz und Siegfried Bülow fuhren für das Team DDR Museum im Barkas B 1000 Kombi.

© Marcel Sommer

Bei der Sachsen Classic 2019 vom 22. bis 24. August waren 185 automobile Schätze am Start. Innerhalb von drei Tagen fuhren die über 350 Teilnehmer von Dresden nach Leipzig und absolvierten zahlreiche Gleichmäßigkeitsprüfungen.

Bereits zum 17. Mal fand am Wochenende die Oldtimer RallyeSachsen Classic“ statt. Eine Rallye, die bei Oldtimer-Fans einen ganz besonderen Stellenwert hat. Kein Wunder also, dass in diesem Jahr 185 Fahrzeuge samt Crew an den Start gingen. Wer jetzt glaubt, dass nach 17 Jahren eine Rallye an Magie verloren hat, der irrt in diesem speziellen Falle gewaltig. Denn das Besondere der Sachsen Classic ist ihre Verbundenheit zur Region rund um Dresden und Leipzig.

Eine Region, die für viele Teilnehmer lange Jahre hinter einer grauen Mauer verborgen blieb und auch dank der Oldtimer Rallye nach und nach erschlossen, wenn nicht sogar lieben gelernt wurde. Herrliche Wälder, riesige Felder und zahlreiche kleinere kulturelle Höhepunkte in teils verschlafenen, teils sehenswert modernisierten Städten und Dörfern wecken die Neugier. Und ganz wichtig: Zahllose Oldtimer-Enthusiasten am Straßenrand. Ob nun auf den Marktplätzen, bei Wertungsprüfungen oder mitten auf freier Strecke. Die Fans der Sachsen Classic wissen genau, wo es sich zu warten lohnt – und vor allem auf wen.

Tag 1 der Sachsen Classic 2019

In diesem Jahr können sich die Teilnehmer und Zuschauer erneut über ein phantastisches Spätsommerwetter freuen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von weit über 20 Grad eröffnete Hans J. Naumann gemeinsam mit Brigitte von Kessel im Horch 853 Cabriolet das Rennen um die Gleichmäßigkeit. Der 100 PS starke Reihenachtzylinder mit 5,0 Litern Hubraum kling heute noch so frisch, als wenn er die vergangenen 82 Jahre überhaupt nicht hätte arbeiten müssen. Im 30-Sekunden-Takt folgte das gewaltige Teilnehmerfeld auf die erste Tagesetappe.

Nach rund 15 Minuten konnten die Motoren das erste Mal so richtig durchatmen. Der urbane Dschungel Dresdens war durchbrochen und das weite Land lockte. Vorbei an Apfelplantagen und Pferdekoppeln ging es gen Glashütte. Ja genau. Dorthin, wo die schönen Uhren herkommen. Nach einer kurzen Pause mit Gebäck, Kaffee und einer kurzen aber kompetenten Einführung in die spannende Welt der Uhrenmanufaktur sowie einem tollen Erinnerungsfoto ging es dorthin, wo ebenfalls Präzision eine ganz große Rolle spielt. Im Eiskanal von Altenberg wird auf die Tausendstel genau gemessen. Kein Wunder, starten hier im Rahmen von Weltcups und Weltmeisterschaften jedes Jahr die besten Bobfahrer der Welt. Die Teilnehmer mussten allerdings nicht à la James Bond durch, sondern konnten neben dem Eiskanal herfahren. An dieser Stelle muss verraten werden, dass ohne die hilfsbereiten Zuschauer das eine oder andere Teilnehmer-Pärchen bei dieser Zeitprüfung hoffnungslos verloren gewesen wären. Erst nach lautem „Da lang!“ gepaart mit wilden Handzeichen ließen sich einige Beifahrer von ihrer navigatorischen Fehlentscheidung abbringen.

Mit den ersten 100 Kilometern im Nacken wartete auf dem Marktplatz von Dippoldiswalde eine herrliche Zuschauerkulisse auf das Starterfeld. Das Ende des ersten Fahrtages markierte nach einem kurzen Besuch beim Volkswagen Zentrum Dresden das Maritim Hotel beziehungsweise das Internationale Congress Center Dresden.

Tag 2 der Sachsen Classic 2019

Um 8:01 Uhr ging es für das erste Teilnehmerfahrzeug auf den Weg gen Leipzig. Aber selbstverständlich nicht direkt, sondern über schöne Umwege. Umwege, die mal wieder mit anspruchsvollen Wertungsprüfungen gespickt waren. So wie die erste, bei der es darum ging, im Rückwärtsfahren die perfekte Zeit zu treffen. An dieser Stelle zeigte sich, dass die Cabriofahrer, beziehungsweise Beifahrer klar im Vorteil waren. Einfach kurz umgedreht auf den Sitz gekniet und vollzogen ist der Richtungswechsel. Was aber kein Garant für eine perfekte Prüfung war. Wenige Minuten nach dem Start der zweiten Etappe wurde hier bereits deutlich, dass die Zeit tatsächlich relativ sein muss. Anders sind die unterschiedlichen Zählarten und Beschleunigungs-Brems-Hüpfer nicht zu erklären. „Elf, zwölf, DREIZEHN!“, hallte es nicht nur aus einem Fahrzeug.

Die zweite Etappe führte die Teilnehmer an der Radeberger Brauerei vorbei durch Wachau, Laußnitz, Tauscha und Großenhain bis über die Brandenburgisch-Sächsische Landesgrenze. Zurück in Sachsen gab es eine kurze Verschnaufpause am Gestüt Graditz. Hier sind 150 Jahre Pferdesport erlebbar. Insgesamt brachte das Gestüt zwölf Derbygewinner hervor. Nur wenige Kilometer weiter folgte der große Mittagsstopp am Brauhaus Alter Elbehof in Werdau. Leckeres Essen, frische Getränke, schattenspendende Bäume und edle Pferde versüßten die Pause.

Über die Elbbrücke bei Torgau führte der Weg weiter gen Roitzschjora, wo die Teilnehmer auf einem kleinen Flugfeld zur Wertungsprüfung antreten durften. Ein paar Minuten später folgte die nächste Prüfung bei Sausedlitz. Eine malerische Kulisse fanden die Oldtimerfahrer am Barockschloss Delitzsch vor, dessen Anblick sie sich mit zahlreichen Zuschauern teilen durften. Und da ein Schloss nicht reichen kann, folgte ein weiteres sogleich: Schloss Breitenfeld in Breitenfeld. Den krönenden Abschluss gestaltete das Porsche Zentrum Leipzig. Das den Teilnehmern gereichte Bier sorgte trotz fehlenden Alkohols für beste Stimmung.

Tag 3 der Sachsen Classic 2019

Mit bester Laune und sommerlichem Wetter gerüstet startete das Teilnehmerfeld der 17. Sachsen Classic in die dritte Etappe. An der sehenswerten Spargauer Mühle vorbei führte der Weg zur Marina Braunsbedra am Geiseltalsee, wo schon die ersten Zuschauer auf ihre fahrenden Träume warteten. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits vier Wertungsprüfungen hinter den Teilnehmern.

Nur wenige Kilometer später hieß es „Herzlich Willkommen bei der Sektkellerei Rotkäppchen“. Das erneut sehr leckere Mittagessen und der gereichte alkoholfreie Sekt hielt die Stimmung hoch. Ein kurzes „Verfahren“ oder auch ein kleines „Ölproblem“ sind da schnell vergessen gewesen. Das nächste große Ziel hieß Kap Zwenkau, genauer gesagt der sehenswerte Hafen.

Überhaupt schien die dritte Etappe unter dem Motto „Wassersport“ zu stehen. Denn auch die kurzfristig ausgesetzte Zeitkontrolle Nummer 15 sollte im Kanupark in Markkleeberg stattfinden. Für einen kurzen Blick auf die imposante und olympiataugliche Wildwasserbahn reichte die Zeit dann aber doch noch. Nach 223,66 gefahrenen Tageskilometern und insgesamt 582,98 Rallye-Kilometern lockte das Ziel der Sachsen Classic 2019 vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dem Simsonplatz in Leipzig. Die Gesamtsieger der 17. Ausgabe der Sachsen Classic nahmen am Abend bei bester Laune ihren Siegerkranz in Empfang: Christian Schwamberger und Sebastian Singer.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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