VW ID.3 enthüllt: Da ist sie, die Serienversion

Volkswagen ID.3 (2020)
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Volkswagen ID.3 (2020)

© Motor1.com

Neues Logo, Bienenwaben-Muster und Augapfel-Optik bei den Scheinwerfern

VW stellt die ungetarnte Serienversion des ID.3 vor. Die nun veröffentlichten Bilder zeigen das Auto als Sonderedition 1ST in türkiser und weißer Lackierung. Erstmals gibt es auch Bilder vom Cockpit. Das kompakte Elektroauto wurde am heutigen Montag (9. September) bei einem VW-Event enthüllt und steht dann auf der IAA 2019 (12. bis 22. September). Auf den markt kommt es erst Mitte 2020.

Genau wie die Hecktriebler Käfer und Bully braucht auch der ID.3 als Elektroauto keine großen Kühlluftöffnungen. So bleibt vorne nur ein lächelnder Mund und ein unterer Lufteinlass. Vorne und hinten zeigt der ID.3 erstmals das neue, zweidimensionale VW-Logo in Schwarz und Weiß:

Interessant sind auch die Scheinwerfer, die eine Art Augapfel-Optik haben:

Links und rechts zeigt der ID.3 unten neben dem Lufteinlass ein Bienenwaben-Muster (ID. Honeycomb). Auch an der C-Säule gibt es eine Folierung mit diesem Design. Hinten hat das Elektroauto eine dunkel abgesetzte Glas-Heckklappe.

Der ID.3 basiert als erster VW auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB). Für den Antrieb sorgt eine in die Hinterachse integrierte Einheit aus permanent erregtem Synchronmotor, Leistungselektronik und Ein-Gang-Getriebe. Der aus der Batterie kommende Gleichstrom (DC) wird von der Leistungselektronik in Wechselstrom (AC) für den Elektromotor umgewandelt. Das Zwölf-Volt-Gleichstrom-Bordnetz wird mit Hilfe eines DC/DC-Wandlers mit Strom versorgt.

Bereits bekannt war, dass die Serienversion des ID.3 in drei Batterieversionen angeboten wird:

Akku-Kapazität netto 45 kWh 58 kWh 77 kWh ("Pro-S") WLTP-Reichweite 330 km 420 km 550 km Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 160 km/h 160 km/h (?) Aufladen (AC) bis 7,2 kW k.A. bis 11 kWh Aufladen (DC) 50 /100 kW 100 kW bis 125 kWh Vmax 160 km/h 160 km/h k.A. Preis ca. 30.000 € k.A. k.A.

VW gewährt acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie auf die Batterien. Auf welche Restkapazität sich dies bezieht, teilt VW noch nicht mit. Angaben zur Leistung fehlen ebenfalls nach wie vor. Bekannt ist nur, dass die Sonderedition ID.3 1ST (siehe weiter unten) einen Hinterradantrieb mit 204 PS bekommt. Auch zum Aufladen gibt es nun genauere Angaben. Die 45-kWh-Basisversion kann maximal mit 7,2 kW (Wechselstrom) und 50 kW (Gleichstrom) geladen werden, optional steht 100-kW-Gleichstromladen zur Verfügung. Auch das Basismodell erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die 77-kWh-Variante Batterie kann im Wechselstromnetz mit einer maximalen Ladeleistung von 11 kW und im Gleichstromnetz mit bis zu 125 kW geladen werden.

Neu sind auch die genauen Angaben zu den Maßen und zum Gewicht, die wir hier mit dem (noch) aktuellen Golf VII vergleichen:

  ID.3 Golf Länge 4.261 mm 4.258 mm Breite 1.809 mm 1.799 mm Höhe 1.552 mm 1.492 mm Radstand 2.765 mm 2.620 mm EU-Leergewicht (min.) 1.794 kg 1.240 kg Wendekreis 10,2 Meter 10,9 Meter Kofferraum 385 Liter 380 Liter

Der stets fünftürige ID.3 ist etwa genauso lang und breit wie der Golf, der Radstand ist jedoch gleich 14 Zentimeter länger. Dem entsprechend ist auch der Wendekreis deutlich kleiner. Der Kofferraum ist zumindest in fünfsitziger Konfiguration genauso groß wie beim Golf, das Maximalvolumen wurde noch nicht bekannt gegeben.

Das Leergewicht ist runde 600 Kilo höher als beim Basis-Golf. Die maximale Zuladung liegt je nach Ausstattung zwischen 416 und 541 Kilo. Die Stirnfläche ist 2,36 Quadratmeter groß, der cW-Wert beträgt 0,267. Der Wendekreis misst 10,2 Meter und liegt damit zwischen Up (9,80 Meter) und Polo (10,6 Meter). Fahrräder lassen sich auf einer Anhängekupplung mit einer Stützlast von 75 Kilo transportieren.

Erstmals gibt es auch Bilder vom Cockpit:

Innen gibt es ein auf dem Armaturenbrett stehendes Instrumentendisplay sowie einen 10,0-Zoll-Touchscreen, der sich dem Fahrer zuneigt. Auch der Fahrmodus (D, P, N, R) wird offenbar über das Instrumentendisplay aktiviert -- wie genau, das müssen wir noch abwarten. Einen konventionellen Wahlhebel in der Mittelkonsole gibt es jedenfalls nicht.

Optional wird ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion angeboten. Es projiziert seine Informationen nicht auf eine kleine Plexiglasscheibe, sondern auf die Windschutzscheibe. Das Lenkrad wird elektrisch eingestellt. Statt Tasten bietet es Touch-Flächen. Lediglich die Fensterheber und das Warnblinklicht werden noch mit normalen Schaltern betätigt.

Die Sprachsteuerung wird mit "Hallo ID." aktiviert. Sie unterscheidet Kommandos vom Fahrer von denen des Beifahrers. Ein aus einem LED-Band bestehendes "ID. Light" signalisiert, ob der Assistent gerade dem Fahrer oder dem Beifahrer antwortet. Dieses Licht unterstützt auch bei der Navigation und kann den Fahrer bei Gefahr beispielsweise zum Bremsen auffordern.Die Bilder zeigen dieses Licht offenbar noch nicht.

Im ID.3 arbeiten (optional) LED-Matrix-Scheinwerfer. Sie leuchten mit 750 Lumen und bieten eine kameragesteuerte Fernlichtregulierung (Dynamic Light Assist): Das Fernlicht schaltet sich ab 60 km/h automatisch ein und bleibt aktiv, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Außerdem begrüßen die Matrix-LED-Scheinwerfer den Fahrer mit einem "Augenaufschlag", wenn er auf das Auto zugeht. 

Die Assistenzsysteme werden von einer Kamera an der Frontscheibe unterstützt. Dazu zählen eine Verkehrsschilderkennung, ein Antikollisionssystem mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung und ein Spurhalteassistent. Auch ein Totwinkelwarner, ein Einparkassistent mit Bremsfunktion, eine Rückfahrkamera und ein schlüsselloses Zugangssystem sind verfügbar.

Der Basispreis des Serienmodells wird unter 30.000 Euro liegen. Nach Abzug der staatlichen Förderung soll das Auto daher preislich mit konventionell angetriebenen Kompaktwagen vergleichbar sein. Die Auslieferung startet Mitte 2020.

Zunächst startet die Sonderedition ID.3 1ST mit der mittelgroßen Batterie (58 kWh netto), die eine Reichweite von 420 WLTP-Kilometer ermöglicht. Der ID.3 1ST wird in drei festen Konfigurationen angeboten. Individuell wählbar sind nur die Außenfarbe sowie die Farbgebung im Interieur. Angetrieben wird der ID.3 1ST von einem 204 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, der 310 Newtonmeter liefert. Damit erreicht der ID.3 1ST eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Nachgeladen werden kann die Batterie mit einer maximalen Ladeleistung von 11 kW (Wechselstrom) und 100 kW (Gleichstrom). Beim Gleichstrom-Laden lässt sich so innerhalb von 30 Minuten eine Reichweite von 290 Kilometern nachladen.

Die Ausstattung der drei Versionen des ID.3 1ST:

Basisausstattung ID 3 1ST: Navigationssystem, DAB+-Radio, Sitz- und Lenkradheizung, Mode-2-Ladekabel und 18-Zoll-Alufelgen.  ID.3 1ST Plus: zusätzlich Rückfahrkamera, Abstandstempomat, schlüsselloses Zugangssystem, Mittelkonsole (inklusive 2 USB-C-Anschlüssen hinten), Ambientelicht, getönte Scheiben, LED-Matrix-Scheinwerfer, Matrix- Stand-Brems-Blink-Rückleuchten und 19-Zoll-Alufelgen ID.3 1ST Max: zusätzlich Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion, Beat-Soundsystem, Panorama-Glasdach, 20-Zoll-Aluräder, Spurhalteassistent, Emergency Assist, Totwinkelwarner, induktives Handy-Laden, ebener Ladeboden.

Der ID.3 ist der erste VW, der klimaneutral produziert wird. So wird in der Fertigung der Batteriezellen ausschließlich Naturstrom eingesetzt, genau wie in Karosseriebau, Lackiererei und Montage. Gebaut wird das Auto in Zwickau. Das dortige Werk hat bereits 2017 auf Ökostrom aus Wasserkraftwerken umgestellt. CO2-Emissionen bei der Auslieferung will VW durch Investitionen in Klimaschutzprojekte kompensieren. So wird das Auto CO2-neutral an den Kunden übergeben. Damit dies auch während der Nutzungsphase so bleibt, sollen VW-Fahrer das Angebot der VW-Tochter Elli nutzen. Von Elli wird Naturstrom für zu Hause angeboten, außerdem gibt es Ladepunkte bei allen 4.000 europäischen VW-Händlern. 

VW bietet eine Ladestation für zu Hause an. Den ID. Charger wird es in zwei Versionen mit unterschiedlicher Ladeleistung geben. Auf Wunsch ist die Ladestation auch mit Datenverbindung und Fernzugriff erhältlich; bei Bedarf gibt es auch einen eingebauten Stromzähler. Je nach Version sind zudem Connectivity-Funktionen wie App-Steuerung oder Fernwartung integriert.

Über Volkswagen We Charge können Käufer des ID.3 1ST ab dem Tag der Zulassung und bis maximal 2.000 kWh ein Jahr lang kostenlos Strom für das Laden ihrer Fahrzeuge beziehen. Dies gilt für alle We-Charge-Ladesäulen einschließlich des Ionity-Netzwerks. In Europa sind dies mehr als 100.000 Ladepunkte, so VW.

Quelle: Motor1.com
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