Was kann der E-Crossover aus Japan?

Nissan Ariya Sitzprobe Tokio Motor Show 2019
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Nissan Ariya Sitzprobe Tokio Motor Show 2019

© Nissan

Nissan zeigt mit dem Ariya Concept erstmals einen elektrisch angetriebenen Crossover, dessen Serienversion 2021 tatsächlich kommen könnte. Ob es sich lohnt, zu warten, lässt sich vielleicht mit einem ersten Check herausfinden.

Natürlich, alle werden es wieder besser wissen. Na klar, werden sie sagen, hat Nissan kopiert. Mercedes. Deren neuen Einrichtungsstil, um genau zu sein. Das große, frei stehende Display ohne Hutze wie es seit der aktuellen Generation der A-Klasse zum Einsatz kommt.

Und überhaupt, ist der Ariya nur noch ein weiteres übergroßes Crossover-Modell mit E-Antrieb, so wie der Mercedes EQC und der Audi E-Tron. Letzteres stimmt schon mal nicht, denn der Japaner misst in der Länge 4,60 Meter, und wenn Anfang 2021 die Serienversion an die ersten Käufer ausgeliefert wird, konkurrieren bestenfalls der BMW iX3 und Teslas Model Y (wenn das Crossover-Modell auf Model-3-Basis bis dahin fertig ist) mit ihm.

Reichweite von bis zu 450 Kilometern

Und innen? Tja nun, die Ähnlichkeit zu Mercedes lässt sich kaum leugnen, doch wer die Entwicklungszyklen der Autoindustrie kennt, wundert sich eher darüber, wie mehrere Hersteller eine ähnliche Idee haben können. Abgesehen davon: Es muss den Kunden gefallen. Jedenfalls ist der Ariya Nissans erstes Modell, das eine neue Architektur nutzt, die ausschließlich für batterieelektrische Fahrzeuge vorgesehen ist und daher die typischen Package-Vorteile bietet: ein durchgehender, ebener Fahrzeugboden sowie viel Platz bei vergleichsweise kompakten Abmessungen.

Trotz der Form mit Coupé-Ausrichtung bietet der Japaner ein großzügiges Raumgefühl auf allen Plätzen, die Sitzposition wirkt eher wie in einem Pkw denn in einem SUV, das große Display durchaus modern. Unter dem Fahrzeugboden sitzt der Lithium-Ionen-Akku, der in zwei Größen zu haben sein soll, vermutlich mit 70 und 90 Kilowattstunden. So soll eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern nach WLTP möglich sein.

Wo wir schon beim Spekulieren sind: Aufgrund der Erfahrungen mit dem GT-R weiß Nissan, wie man einem vergleichsweise schweren Auto eine bemerkenswerte Fahrdynamik anerzieht. Also dürfte auch der rund zweit Tonnen schwere Ariya ordentlich ums Eck gehen. Zumindest erscheint das wahrscheinlicher, als die Tatsache, dass er nach Level 3 autonom fahren soll – auch wenn Nissan derzeit noch zuversichtlich ist, im Gegensatz zu anderen Herstellern diese Funktion homologiert zu bekommen. Dann hätten die Japaner der Konkurrenz wirklich etwas voraus.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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