Alltagsfrage: Wie funktioniert ein Airbag?

Alltagsfrage: Wie funktioniert ein Airbag?
Airbags retten Leben. Dennoch wissen wir meistens wenig über ihre Technik. Zeit, das zu ändern.
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Alltagsfrage: Wie funktioniert ein Airbag?

Airbags retten Leben. Dennoch wissen wir meistens wenig über ihre Technik. Zeit, das zu ändern.

 © Getty Images

Bei einem Unfall kann der Airbag schwere Verletzungen verhindern. Doch welche Technik steckt hinter dem aufblasbaren Luftkissen?


Jeder Airbag hat eine ausgeklügelte Technik

Er ist so selbstverständlich, dass wir gar nicht groß über ihn nachdenken. Der Airbag gehört heute in jedes moderne Fahrzeug. Zusammen mit dem angelegten Sicherheitsgurt kann er bei einem Aufprall Leben retten. Doch wahrscheinlich wissen auch in Ihrem Fuhrpark die wenigsten Autofahrer genau, wie das aufblasbare Kissen genau arbeitet. Dabei ist die ausgeklügelte Technik dahinter ziemlich interessant. 

Sensoren unterscheiden Aufprall vom Rempler

Damit der Airbag perfekt arbeiten kann, muss er vor allem erst einmal unterscheiden können. Denn schließlich wäre es unpraktisch und auch gefährlich, wenn er bereits bei einer Vollbremsung oder einem kleinen Rempler auslöst. Deshalb braucht es Sensoren, die den Aufprall und seine Stärke registrieren und von einem zentralen Steuerungsgerät kontrolliert werden.

Fehlauslösungen werden dadurch verhindert, das stets mindestens zwei unabhängige Airbag-Sensoren vorhanden sind. Sie melden kritische Verzögerungswerte an das Steuergerät und lösen dann bei einem Aufprall eine Zündung aus bzw. der Generator wird vom Steuergerät gezündet. Daraufhin wird ein Material abgebrannt, das wiederum Gas erzeugt. Dieses Gas füllt den Airbag, der nun zu einem Luftkissen wird. 

Wie schnell reagiert der Airbag?

Wichtig ist bei einem Unfall natürlich, dass der Airbag schnell aktiv wird. Deshalb wird etwa der Fahrer-Airbag nach 30 Millisekunden ausgelöst und ist nach etwa 55 Millisekunden aufgeblasen. Weil der Beifahrer auf seiner Seite kein Lenkrad hat, zündet hier der Airbags einige Millisekunden nach dem des Fahrers. Die Seiten-Airbags sind wegen der fehlenden Knautschzone am schnellsten. 

Entwickelt wurde der Airbag übrigens bereits in den 1950er Jahren, geriet dann wegen mangelnder Umsetzbarkeit in Vergessenheit und wurde schließlich nach einigen Wiederbelebungsversuchen erst in den 1990ern langsam zum festen Sicherheitssystem. Nur zusammen mit dem Sicherheitsgurt kann er wirklich schützen, denn er bewahrt lediglich Kopf und Oberkörper davor, mit dem Innenraum des Fahrzeugs zusammen zu prallen. Die Technik wird immer noch weiter verbessert. So wird es in Zukunft vermutlich verstärkt individuelle Airbags geben, die auch Größe, Gewicht und sogar Geschlecht der Insassen berücksichtigen.

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