Darum sollten Sie E-Autos nicht an der Haushaltssteckdose laden

Darum sollten Sie E-Autos nicht an der Haushaltssteckdose laden
Viele E-Autofahrer laden ihren Stromer zu Hause. Doch die normale Steckdose ist keine gute Lösung. 
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Darum sollten Sie E-Autos nicht an der Haushaltssteckdose laden

Viele E-Autofahrer laden ihren Stromer zu Hause. Doch die normale Steckdose ist keine gute Lösung. 

 © Getty Images

Ihren Stromer laden die meisten Autofahrer am liebsten zu Hause. Doch dabei sollte der Weg über die normale Steckdose besser die Ausnahme bleiben. 


Schuko-Steckdose sollte die Ausnahme bleiben

Auch wenn Wallboxen staatlich gefördert werden, wählen viele Autofahrer im nicht öffentlichen Raum für den Ladevorgang noch oft die Haushaltssteckdose, die Schuko-Steckdose genannt wird. Doch auch Ihr Fuhrparkmanagement sollte für alle in die kostenlose Software eingebuchten Fahrzeuge wissen: Das ist keine gute Idee.

Grundsätzlich ist das Aufladen des E-Autos oder Plug-In-Hybriden an der Haushaltssteckdose zwar möglich, aber das sollten Sie wirklich nur ausnahmsweise dann tun, wenn gerade keine andere Option besteht. Ansonsten wird unter anderem vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) davon abgeraten, weil diese Steckdosen nicht für eine höhere Dauerbelastung ausgelegt sind. Doch die Sicherheitsproblematik, die schon alleine vor dem Hintergrund der UVV in jedem Fuhrpark wichtig ist, ist nicht das einzige Argument, sich besser eine Wallbox zuzulegen. 

Was alles gegen die Haushaltssteckdose spricht: 

  1. Es droht Überhitzung 
    Gerade wenn die Elektroleitungen schon älter sind, sind die hohen Ladeströme eine nicht zu unterschätzende Belastung. Die Folge: Die Leitungen erwärmen sich stark und im ungünstigsten Fall kann es zu einem Brand kommen. Prinzipiell sollten Sie Haushaltssteckdosen daher nicht mit mehr als 10, beim Dauerladen über mehrere Stunden sogar nicht mit mehr als 6 Ampere belasten. 
  2. Es droht Funkenschlag 
    Bei einer Haushaltssteckdose gibt es normalerweise keine Verriegelung des Ladesteckers. So kann man aus Versehen (z.B. indem man drüber stolpert) das Ladekabel herausziehen während der Ladevorgang läuft. Dabei kann je nach Ladeleistung ein ordentlicher Funkenschlag entstehen und es droht Verletzungsgefahr.  
  3. Elektrobrände sind nicht automatisch versichert
    Sollte es beim Benutzen der Haushaltssteckdose tatsächlich zu einem Brand kommen, wird das nicht unbedingt von der Gebäudeversicherung abgedeckt. Das müssen Sie im Einzelfall vorab also unbedingt klären, bevor Sie diese Ladevariante wählen.
  4. Das Laden dauert sehr lange 
    Die 230-V-Schuko-Steckdosen sind auf deutlich kleineren Strommengen ausgelegt. Schließt man nun trotzdem ein E-Auto an, das eine größere Strommenge benötigt, wird das Laden schnell zur Geduldsprobe. Bei einer Kapazität von 20 kWh dauert es etwa sechs Stunden, bei 100 kWh bereits mehr als 24 Stunden. Selbst wenn der Akku nicht komplett leer ist, sind die Ladezeiten trotzdem noch verhältnismäßig lang. Und das gilt es nicht zuletzt zu vermeiden, um die Haushaltssteckdose nicht zu überlasten. 
  5. Die Sicherung springt schnell heraus
    Im Normalfall sind Haushaltssteckdosen so gesichert, dass der Stromkreis maximal mit 16 Ampere mal 230 Volt (das sind 3680 Watt) betrieben werden kann. Wird diese Maximallast überschritten, fliegt die Sicherung raus. Hier kommen viele Schuko-Steckdosen bald an ihre Grenzen, je nach Modell können E-Autos auch schnell mal 32 Ampere ziehen. 
  6. Sie können kein normales Verlängerungskabel benutzen
    Oft können Sie nicht direkt vor der Haushaltssteckdose parken und benötigen ein Verlängerungskabel. Hier sollten Sie auf keinen Fall ein ganz normales Kabel benutzen. Es muss unter anderem die nötige Ampere-Stärke bewältigen können. Deshalb sollten Sie hier ausschließlich speziell für E-Autos vorgesehenen Modelle benutzen.
  7. Haushaltssteckdosen können nicht Schritt halten
    Selbst wenn die gute alte Schuko-Steckdose jetzt noch in der Lage ist, dann und wann fürs Laden einzuspringen, wird das in Zukunft immer schwieriger. Zum einen, weil die E-Autos immer mehr Leistung haben werden und somit Ladedauer und Gefahren wie Überhitzung weiter steigen. Zum anderen, weil auch die Kommunikation des E-Autos mit dem Lademanagement eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Hier sind Sie mit einer modernen Wallbox deutlich besser an die Zukunft angebunden. 
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