Die größten Irrtümer über E-Autos

Die größten Irrtümer über E-Autos
Elektroautos sind hip – und werden ständig hinterfragt. Doch viele Mythen über sie sind falsch.
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Die größten Irrtümer über E-Autos

Elektroautos sind hip – und werden ständig hinterfragt. Doch viele Mythen über sie sind falsch.

 © Getty Images

Von der Reichweite bis zur Suche nach einer Ladesäule – einige Vorbehalte gegen die umweltbewussten Stromer halten sich hartnäckig. Oft zu Unrecht. 

Viele Vorurteile und Gerüchte

Über kaum ein Thema in der Autobranche wird aktuell so viel gesprochen wie über Elektromobilität. Und doch kursieren gleichzeitig viele hartnäckige Gerüchte und Vorurteile über E-Autos, die manche Interessenten auch (noch) davon abhalten, ein elektrisches Fahrzeug zu kaufen. Auch für Ihr Flottenmanagement ist es daher gut zu wissen, was wirklich hinter den größten Irrtümern über Elektro-Autos steckt. 

  1. Ist die Reichweite nicht viel zu gering?

    Das K.o.-Kriterium vieler Autofahrer für ein Elektroauto lautet gern, die Reichweite der Fahrzeuge sei zu gering. Tatsächlich sind Modelle mit einer Reichweite von um die 500 Kilometer noch recht rar und teuer. Doch da die meisten Deutschen täglich ohnehin nur 40 bis 50 Kilometer zurücklegen, sollte es kein Problem sein, es etwa einmal die Woche zur Steckdose zu schaffen. Bei einer normalen Tankstelle gelingt Ihnen diese Frequenz ja auch. Noch dazu stieg die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland gerade 2020 enorm. Mehr als 33.000 sind es aktuell.

  2. Sind E-Autos nicht irre teuer?

    In der Anschaffung sind sie tatsächlich nicht billig. Aber man sollte sich die ganze Rechnung ansehen. Dank der Umweltprämie sind Elektro-Autos aktuell durchaus erschwinglich, zumal es für E-Autos und Plug-in-Hybride nun sogar bis 2025 statt nur bis Ende 2021 einen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro geben soll. Außerdem bringen E-Autos Steuervorteile wie eine Befreiung von der Kfz-Steuer und geringere Verbrauchs- und Unterhaltskosten (auch bei der Versicherung) im Vergleich zu einem normalen Auto. Schließlich fallen bei einem Stromer Posten wie ein Ölwechsel gar nicht an und der Motor hat deutlich weniger Verschleißteile. 

  3. Dauert das Laden nicht eine Ewigkeit?

    Klar ist, dass man Strom nicht so fix auflädt wie Sprit. Und das schreckt viele Autofahrer ab, weil sie sich vorstellen, Stunden neben der Ladesäule warten zu müssen, bis ihr Elektroauto genug Strom tankt. Fakt ist, dass es Schnell-Ladesäulen möglich machen, den Akku innerhalb von rund 30 Minuten zu 80 Prozent aufzuladen. Wenn Sie das klug einplanen und z.B. in der Zwischenzeit ein paar Besorgungen machen, fällt das kaum ins Gewicht. Und 80 Prozent reichen auch voll und ganz. Denn Akkus mit Lithium-Ionen-Zellen sollte man weder komplett voll- noch komplett entladen. Am besten ist es, wenn Sie den Stromer über Nacht regelmäßig an die Steckdose hängen und langsam mit 11 kW laden lassen, das schont den Akku und Sie haben immer genug Saft. 

  4. Sind E-Autos überhaupt umweltfreundlich?

    Fakt ist: Je grüner der Strom ist, den E-Autos nutzen, desto besser ist ihre Co2-Bilanz. Mehrere Studien belegen inzwischen aber, dass selbst bei einem durchschnittlichen Strom-Mix konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schlechter abschneiden. Auch die oft kritisierte relativ hohe Co2-Belastung durch die Produktion der Batteriezellen ist nicht bei jedem Hersteller gleich. Insgesamt muss man für die Öko-Bilanz von E-Autos ihren ganzen Lebenszyklus sehen – und da haben sie bereits nach heutigen Studienergebnissen einen geringeren ökologischen Fußabdruck als Verbrenner. 

  5. Ist der Akku des E-Autos seine größte Schwäche?

    Viele Autofahrer gehen davon aus, dass die Batterie eines Elektro-Autos ähnlich wie die eines Verbrenners nach ein paar Jahren schlapp macht. Aber da muss man sich eigentlich wenig Sorgen machen, weil viele Hersteller großzügige Garantien gewähren. So garantiert VW für acht Jahre oder 160.000 Kilometer, dass die Mindestkapazität der Batterie nicht unter 70 Prozent sinkt. Toyota garantiert sogar eine Million Kilometer. So oder so – Fakt ist, dass 2000 Ladezyklen für hochwertige Batteriezellen kein Problem sind. Einzige Voraussetzung: Man muss den Akku auch pfleglich behandeln. 

  6. Brennen E-Autos nicht sehr schnell?

    Ein Gerücht, das sich ebenfalls hartnäckig hält, ist, dass Stromer bei einem Unfall sofort in Flammen aufgehen. Oder man einen Stromschlag bekommt, wenn man es wagen sollte, sie im Regen zu betanken. Beides stimmt nicht. Und bei Unfällen sorgen spezielle Sicherheitssysteme dafür, dass der Stromfluss auf der Stelle unterbrochen wird. 

  7. Haben Stromer beim Fahren überhaupt Pep?

    Der Irrglauben, E-Autos seien langsam und würden schwer auf Touren kommen, ist verbreitet. Dabei stimmt das gar nicht. Zum einen gibt es E-Autos wie von Tesla auch als Sportwagen und die erreichen bis zu 250 km/h. E-Motorräder schaffen gar rund 350 km/h. Aber auch die E-Stadtwagen haben überraschend viel Pep und lassen an der Ampel jeden normalen Sportwagen hinter sich. Anders als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor erreichen sie ihr volles Drehmoment nämlich sofort – und das ohne laut dabei zu dröhnen. 

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