Audi bekommt neuen Entwicklungsvorstand

Hans-Joachim Rothenpieler
Bild 1 von 33

Hans-Joachim Rothenpieler

© VW
28.09.2018 - 17:00 Uhr von Bettina Mayer

Bei Audi steht erneut ein Vorstandswechsel an. Peter Mertens (57), Mitglied des Vorstands der Audi AG und verantwortlich für die Technische Entwicklung (TE), wird sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die Nachfolge tritt Hans-Joachim Rothenpieler an.

Der Wechsel erfolgt zum 1. November. Rothenpieler (61) war seit Anfang 2016 Leiter des Qualitätsmanagements im VW Konzern und ist seit über 30 Jahren auf in verschiedenen Führungsfunktionen im Volkswagen-Konzern tätig.

Keine leichte Situation für Audi: Peter Mertens ist inzwischen der fünfte Audi-Entwicklungsvorstand in Folge, der dieses Amt nur kurz ausführte. Offiziellen Angaben zufolge bat er den Audi-Aufsichtsrat aus gesundheitlichen Gründen um die Entbindung von seinen Aufgaben. Herbert Diess bedauert Mertens' Demission: „ Wir respektieren die Gründe, die zu seiner Entscheidung führten, und wünschen ihm eine vollständige Genesung“, sagt Audis Aufsichtsratschef, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns ist.

Fünf Entwicklungsvorstände in kurzer Zeit

Zuvor war der strategisch wichtige Posten durch Querelen und die Diesel-Krise jeweils nur kurz besetzt. Seit 2012 findet die Ingolstädter „TE“ keine Ruhe: Michael Dick war von Januar 2007 bis August 2012 Chef über den Bereich Forschung und Entwicklung. Ihm folgte Wolfgang Dürheimer, der den Posten von September 2012 bis Ende Juni 2013 bekleidete. Im Juli 2013 kam Ulrich Hackenberg als Chef-Entwickler und schied – bereits beurlaubt – Ende Dezember 2015 offiziell aus. Dann folgte Stefan Knirsch, ein von Mercedes abgeworbener Motorenspezialist, trat die Stelle im Januar 2016 an und legte sein Amt im September 2016 mit sofortiger Wirkung nieder, nachdem er im Diesel-Skandal schwer belastet wurde.

Es folgten sieben Monate „Pause“, da Mertens sich nicht so schnell von seinem vorherigen Arbeitgeber Volvo lossagen konnte – er trat sein Amt im Mai 2017 als fünfter TE-Vorstand in Folge seit 2012 an.

Ein Sauerländer tritt die Nachfolge von Peter Mertens an

Hans-Joachim Rothenpieler wurde am 10. August 1957 in Plettenberg im Sauerland geboren. Er studierte Maschinenbau an der Universität Siegen und begann seine berufliche Laufbahn in der Aggregate-Konstruktion bei Daimler. Nach zwei Jahren wechselte Rothenpieler 1986 in den VW-Konzern. 1995 übernahm er die Leitung der Pkw-Gesamtfahrzeugentwicklung bei Skoda und wurde im Jahr 2000 in den Vorstand bei Rolls-Royce und Bentley Motor Cars für den Bereich Technische Entwicklung berufen. 2007 übernahm er die Leitung der Qualitätssicherung im Volkswagen Konzern.

2010 wurde er zum Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Sachsen GmbH berufen, wo er gleichzeitig auch Chef der Standorte Zwickau, Chemnitz und der Gläsernen Manufaktur in Dresden war. 2014 übernahm Rothenpieler den Posten als Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge. Rothenpieler ist Vater von drei Töchtern und passionierter Oldtimer-Rallye-Fahrer.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
Kommentare
Top-Themen
Wir zäumen den Gaul mal von hinten auf und werfen einen Blick in die letzte Bank der Verkaufs-Hitparade des KBA.mehr
Obwohl der I.D. erst Anfang 2020 beim Händler steht, verraten die Entwickler bei Prototypen-Tests schon jetzt ein paar ...mehr
Die höheren Grenzwerte der Abgasnormen Euro 6d und Euro 6d Temp für Diesel bei Tests auf der Straße (RDE) sind ...mehr
Anzeige
Auto Motor und Sport
Video
Tankstellen-Suche
Hier finden Sie günstige Tankstellen in Ihrer Nähe
Anzeige
Anzeige
Highlights
Am 30. November ist es soweit: Für die meisten Autofahrer endet an diesem Tag die Chance, die Kfz-Versicherung für das kommende Jahr zu wechseln. Doch wenn Sie bereits auf der ...mehr
Das Autojahr 2019 steht ganz im Zeichen des Umbruchs. Die Elektro-Mobilität gewinnt langsam an Fahrt und kommt im Massenmarkt an, gleichzeitig bleiben konventionelle Antriebe ...mehr
E-Mobilität
Projekt „FastCharge“ entwickelt Ultra-Schnelllader
Das Forschungsprojekt „FastCharge“ untersucht, wie Elektroautos noch schneller geladen werden können.mehr