So einfach ist die Kündigung einer Kfz-Versicherung

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© welcomia / 123RF
20.06.2018 - 08:00 Uhr

Derzeit überschlagen sich die Berichte in den Medien über steigende Beiträge bei Kfz-Versicherungen. Der Grund, warum dieses Thema momentan so stark im Fokus ist, ist derselbe wie jedes Jahr: Die meisten Verträge enden zum 31. Dezember und müssten bis zum 30. November gekündigt werden, wenn ein Versicherungswechsel gewünscht ist.

Wichtig: Das Versicherungsunternehmen muss die Kündigung an diesem Tag bereits vorliegen haben. Es genügt also nicht, diese am 30. November in den Briefkasten zu stecken und sich auf den Poststempel zu verlassen.

Versicherungsunternehmen wollen wieder Profit machen

Viele Autofahrer denken angesichts steigender Beiträge aktuell über einen Versicherungswechsel nach. Nachdem die Kfz-Versicherungen in den letzten Jahren ziemlich günstig waren, scheint nun ein Wendepunkt erreicht. Viele Versicherungen haben durch die Rabattschlacht Verluste gemacht, die sie nun nicht länger hinnehmen wollen. Bei einigen Versicherungen steigen die Beiträge für beliebte Kleinwagen um mehr als 100 Prozent.

Angesichts solcher Preissteigerungen sollte über einen Versicherungswechsel durchaus nachgedacht werden. Hier muss man sich auch nicht an den Stichtag 30. November halten. Kommt das Schreiben der Versicherung mit den neuen Beiträgen und sind diese höher als zuvor, kann innerhalb von vier Wochen ab Erhalt der Benachrichtigung vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden. Das gilt übrigens auch bei einem Fahrzeugwechsel und bei einem Schadensfall, sobald die Leistung durch die Versicherung erbracht oder abgelehnt wurde.

Kündigen kann so einfach sein

Dennoch kündigen längst nicht alle Autofahrer, selbst wenn es sinnvoll ist. Unverständlich, denn eine große Hürde stellt die Kündigung heutzutage nicht mehr dar. Im Internet gibt es Vorlagen für das Kündigungsschreiben. Dafür benötigt man häufig nicht mal einen Drucker. Kuendigung.org beispielsweise hat eine App programmiert, in der sich alle Verträge verwalten lassen, die an Kündigungstermine erinnert und die Kündigung dank Vorlagen und Versand per Fax oder Einschreiben denkbar einfach macht. Österreichern steht das Pendant Kuendigen.at zur Verfügung.

Wer eine solche Dienstleistung nicht in Anspruch nehmen und die Kündigung selbst vornehmen will, kann das natürlich tun. Im Kündigungsschreiben, das als solches klar gekennzeichnet sein sollte (etwa durch den Betreff “Kündigung meiner Kfz-Versicherung”), muss die Versicherungsschein-Nummer genauso benannt werden wie das amtliche Kennzeichen des betreffenden Fahrzeugs. Auch der Kündigungsgrund ist wichtig: fristgerecht zum Ablauf des Versicherungsjahres oder Sonderkündigung wegen Preiserhöhung bzw. Schadensfall. Ob die Kündigung per Post erfolgen muss oder auch per Fax bzw. E-Mail verschickt werden kann, steht in den allgemeinen Versicherungsbedingungen. Der sicherste Weg ist immer ein Einschreiben mit Rückschein.

Versicherungsangebote vergleichen

Doch es geht noch einfacher: Wer seine Kfz-Versicherung wegen einer Preiserhöhung kündigen will, hat zuvor sicher nach einem günstigeren Anbieter geschaut. Im Internet gibt es Portale, auf denen die Policen verschiedener Versicherungsunternehmen miteinander verglichen werden. Man gibt seine Daten ein und die Webseite sucht die passenden Versicherungen inklusive Kosten raus. Entscheidend für die Beitragshöhe sind etwa das Alter des Versicherungsnehmers, sein Wohnort, das Fahrzeug, die schadenfreien Jahre, der Stellplatz, die jährliche Fahrleistung und das Alter der Personen, die das Auto fahren.

Hat man eine günstigere Police gefunden, deren Leistungen nicht schlechter sind als bei der alten (etwa weil keine Marderbiss-Schäden versichert sind), dann kann diese oft direkt über das entsprechende Vergleichsportal abgeschlossen werden. Das übernimmt in der Regel auch die Kündigung der alten Versicherung, wenn dies gewünscht ist.

Für die Vermittlung der Police erhält das Unternehmen dann eine Provision von der neuen Versicherungsgesellschaft. Einige Versicherungen wie die Huk24 weigern sich dagegen und sind daher nicht auf den Vergleichsportalen vertreten, obwohl die Beiträge ihrer Policen durchaus konkurrenzfähig sind. Man sollte nicht blind auf die Ergebnisse verlassen und das erstbeste Angebot annehmen, sondern lieber etwas mehr Zeit in die Recherche stecken. Am Ende kann das einen Unterschied von mehreren hundert Euro pro Jahr ausmachen.

Quelle: freenet.de
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