Mercedes ruiniert G-Klasse

Mercedes G-Modell Cube
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Mercedes G-Modell Cube

© Meercedes
12.01.2018 - 08:58 Uhr von Gerd Stegmaier

Für eine Werbeaktion zur Premiere der neuen G-Klasse hat Mercedes ein Urmodell von 1979 komplett in 44,4 Tonnen Kunstharz eingegossen.

Die Aktion, die Oldtimerfans die Tränen in die Augen treiben könnte, soll eine Anspielung auf in Bernstein konservierte Insekten sein – das G-Modell als Urvieh, das unverändert der Zeit trotzt.

Das passt immerhin. Das neue Modell der G-Klasse (W464) ist zwar technisch komplett, hat erstmals eine Vorderachse mit Einzelradaufhängung und ist erheblich breiter geworden, aber Design und Gesamtkonzeption sowie Positionierung sind so nah am Urmodell, wie es vermutlich niemand zuvor für möglich gehalten hätte.

Für die Skulptur reklamiert Mercedes die weltweit größte Installation aus Kunstharz für sich. Sie soll zur Weltpremiere der neuen G-Klasse am 14. Januar 2018 auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit schon ab 12. Januar am Eingang zur Cobo Hall vor dem Messegelände stehen.

In 90 Tagen eingegossen

Das G-Modell aus dem ersten Baujahr der Ur-Baureihe W463 steckt natürlich nicht in echtem Bernstein, sondern in bernsteinfarbenem Kunstharz. Der 280 GE von 1979 ist quasi bergauf fahrend in seinem Kubus eingeschlossen. Es soll der Eindruck entstehen, als wäre dieser G im harten Geländeeinsatz, seinem natürlichen Habitat, mitten in der Bewegung von Kunstharz umflossen und festgehalten worden – so wie Insekten vor Millionen Jahren von Bernstein. Der Kubus ist 5,50 Meter lang, 2,55 Meter breit und 3,10 Meter hoch. Die Fertigung aus 44,4 Tonnen Kunstharz dauerte 90 Tage. Pro Tag wuchs der Würfel nur um rund drei Zentimeter in die Höhe. Nach der Messe in Detroit soll der „Cube“ zur Markeinführung neuen G‑Klasse auch in weiteren Märkten zu sehen sein.

Die Inszenierung will Mercedes als Sinnbild für die Zeitlosigkeit seiner Offroad-Legende verstanden wissen – drum die bewusste Anlehnung an das Naturphänomen von in Bernstein konservierten Insekten. „So wie deren Erbgut ist auch die DNA der ersten G-Klasse dauerhaft bewahrt und wird von Generation zu Generation weitergegeben“. Allerdings: könnten Autos Gene weitergeben – dieser 280 GE könnte es nicht mehr, genausoweing wie Insekten in Bernstein. Fahren kann der 39 Jahre alte Oldtimer so auch nicht mehr. Wollte man ein solch gut erhaltenes Modell heute kaufen, müsste man sicher 50.000 Euro investieren.

Mercedes sammelt G-eschichten

Der „Cube“ mit dem 280 GE ist Teil einer Werbekampagne für das neue Modell. In einem Webspecial namens „ Stronger Than Time“ sollen lauter Geschichten erzählt werden, die Menschen mit der alten G-Klasse erlebt haben.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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