Das ist das Auto der Queen

Für einen staatstragenden Ausstieg geben Selbstmördertüren viel
Platz für Königin und hoheitlichen Kopfschmuck.
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Für einen staatstragenden Ausstieg geben Selbstmördertüren viel Platz für Königin und hoheitlichen Kopfschmuck.

© Bentley

Die Königin hatte Geburtstag. Ein schöner Tag wird das kurz nach dem Tod von Prinz Phillip vermutlich nicht. Vor 5 Jahren gab es hingegen noch eine große Feier. Und natürlich spielen Autos immer wieder eine Rolle.

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Die Salutschüsse im Hyde Park und vor dem London Tower sind abgesagt, die Geburtstagsparade wird ebenfalls nicht stattfinden: Queen Elizabeth II. feiert schon zum zweiten Mal in Folge einen Geburtstag unter Corona-Bedingungen. Der "Afternoon Tea" wird hingegen stattfinden, wie tagesschau.de berichtet. Der 95. Geburtstag des Oberhaupts der britischen Monarchie ist jedoch auch deswegen ein stiller, weil erst vor Kurzem Prinz Philip verstarb, mit dem die Queen 73 Jahre verheiratet war.

Königin seit 1953

Offiziell gekrönt ist Queen Elizabeth II. seit dem 2. Juni 1953. Sie war jedoch schon nach dem Tod ihres Vaters am 6. Februar 1952 zur Königin proklamiert worden. Während seiner ersten Reisen nutzte das Paar Autos von Land Rover, Jaguar und Bentley – das blieb im Prinzip bis heute so. Mit Ausnahmen: Während eines Deutschlandbesuchs fuhr die Queen am 24. Mai 1965 in einem Mercedes 600 Landaulet durch Stuttgart, besichtigte den 1956 eröffneten Fernsehturm und ließ sich Marbach am Neckar zeigen. Ihr Gatte folgte im offenen Mercedes 300, der am Fernsehturm wegen Startschwierigkeiten angeschoben werden musste. Das Auto, in dem die Queen fuhr, steht heute im Mercedes-Benz Museum.

Prinz Philip hatte für seine Bestattungszeremonie eigens einen Land Rover Defender umbauen lassen. Zu Lebzeiten nutzten er und Queen Elizabeth während Paraden Limousinen von Bentley oder Geländewagen von Land Rover. Seit 2015 übernimmt die repräsentativen Pflichten ein von Special Vehicle Operations umgebauter Range Rover mit Diesel-Hybridantrieb.

Queen-Bentley ist 11 Millionen Euro wert

Außer einem Range Rover nutzt die Queen für repräsentative Zwecke auch einen speziellen Bentley, der 2002 in den Fuhrpark kam. Der Wert der Limousine wird mit rund 11 Millionen Euro angegeben. Ein zweites Modell wird in Reserve gehalten. Auf Basis eines alten Arnage – dessen Radstand um fast 29 Zentimeter verlängert wurde – kommt die Bentley State Limousine auf zwei Meter Breite und eine Höhe von 1,77 Meter. Angetrieben wird die "Kutsche" von einem V8-Motor, der aus 6,75 Liter Hubraum 406 PS schöpft. Das maximale Drehmoment wird mit 825 Nm bei 3.250/min. angegeben.

Diese Kraft lässt Queen-Chauffeur Joe Last per Viergangautomatik auf die Hinterräder los – wenngleich Elisabeth II. sicher nicht von einer brachialen Beschleunigungsarie in die Sitze gedrückt werden wird. In einem speziellen Getriebemodus – "Processional Speed" – rollt der Bentley mit 14 km/h an den Untertanen vorbei.

Degen und Orden sollen nicht klappern

Der Bentley ist in einem speziellen Rot und Schwarz lackiert und verfügt über die Embleme der Königin auf den Türen. Diese sind auch als Kühlerfigur und als Dach-Element zu sehen. Ein Glasdach sowie ein großes Heckfenster lassen viele Blicke auf die Monarchin zu, wenn sie winkend durch die Straßen rollt.

Die Fenster aus Panzerglas lassen sich vollständig herunterfahren – angeblich soll das britische Könighaus bei der Entwicklung auf ungetönte Fensterscheiben bestanden haben. Für den Innenraum sind Stoffbezüge für die Sitze sowie einen Innenraumbeleuchtung für Nachtfahrten vorgesehen. Auf Holz und Metallapplikationen an den Sitzen wurde beim Bau der Limousine verzichtet, um das laute Klappern von Degen oder Orden der Paradeuniform des kurz vor dem 95. Geburtstag der Queen verstorbenen Prinzgemahls zu verhindern.

Für einen staatstragenden Ausstieg geben Selbstmördertüren viel Platz für Königin und hoheitliche Kopfbedeckungen. Die Türen können in einem Winkel von 87 Grad geöffnet werden. Das Fahrzeuggewicht von knapp 3,4 Tonnen lässt auf eine umfangreiche Sicherheitsausstattung schließen. Übrigens: Designer Dirk van Brackel, unter anderem verantwortlich für den Bentley Continental GT, hat die Bentley State Limousine gezeichnet.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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