Ratgeber Privatleasing: Darauf sollten Privatpersonen achten

Leasing ermöglicht es, neue teure Fahrzeuge günstig zu nutzen
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Leasing ermöglicht es, neue teure Fahrzeuge günstig zu nutzen

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15.06.2018 - 08:00 Uhr

Einen Wagen zu nutzen und diesen nach einem festgelegten Zeitraum zurückzugeben, um auf ein anderes Modell umzusteigen, scheint für viele lukrativ zu sein. Denn selbst der neueste Audi oder das Top-Modell von BMW lässt sich dank niedriger, konstanter Raten fahren. Leasen bringt für Firmen viele Vorteile mit sich, vor allem in Bezug auf die Steuern. Doch wie ist das bei Privatpersonen? Profitieren auch sie von der dauerhaften Fahrzeugmiete und steht ihnen das Leasingmodell überhaupt zur Verfügung?

Der Unterschied zwischen Leasen und Finanzieren

Wer einen Leasingvertrag unterschreibt, wird nicht Eigentümer des Fahrzeugs. Er erhält das Recht, dieses zu nutzen und ist damit der Mieter des Autos. Bei einer Finanzierung hingegen wird der Kreditnehmer Eigentümer des Fahrzeugs, sobald der Kredit abbezahlt ist. Seine Raten sind also keine Miete, sondern Abzahlungen.

Freiberufler und Selbstständige können die Leasingraten für ihren Firmenwagen steuerlich absetzen, weshalb sie sich deutlich häufiger für ein Leasingfahrzeug entscheiden. Privatpersonen haben diesen Steuervorteil allerdings nicht. Grundsätzlich jedoch hat das Privatleasing Vor- und Nachteile, die jede Person für sich selbst abwägen muss.

Vor- und Nachteile des Leasings für Privatpersonen

Die Vorteile eines Leasingvertrages liegen klar auf der Hand: Mit überschaubaren, monatlichen Raten lässt sich das gewünschte Fahrzeug mieten. Meist sind die Zahlungen deutlich günstiger als bei einem Kredit oder die Laufzeit des Vertrages ist erheblich kürzer. Denn beim Leasing tilgt der Vertragspartner den Wertverlust des Fahrzeugs sowie etwaige Extras und kommt nicht für den gesamten Kaufpreis auf. Außerdem lässt sich das Auto am Ende der Leasingzeit wieder zurückgeben. Eine große Investition bleibt damit aus und nicht selten kommt der Leasinggeber zudem für den jährlichen Service im Autohaus auf. Auch die Kfz-Versicherung inklusive Vollkasko ist in vielen Fällen bereits in der Rate enthalten. Das Leasing eignet sich damit für alle, die Wert auf ein komfortables Auto legen, keinen hohen finanziellen Aufwand eingehen möchten und gerne die Kosten im Blick behalten.

Von der steuerlichen Absetzbarkeit und der Bilanzneutralität profitieren Privatpersonen im Vergleich zu Unternehmen nicht. Auch erwerben sie kein Eigentum an dem Fahrzeug, sondern ihnen wird lediglich ein Nutzungsrecht eingeräumt. Beim Leasen kommt es daher immer auf die Höhe der Raten an, ob die Vorteile überwiegen. Denn wer Wert auf einen Neuwagen mit einem Full-Service-Paket an Versicherung und Werkstattservice legt, muss in der Regel tief in die Tasche greifen. Wenn die Leasingraten nicht mehr deutlich günstiger sind, kann die Finanzierung oftmals die bessere Option sein.

So setzt sich die Leasingrate zusammen

Die monatliche Leasingrate ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Im Vergleich zu einem Kredit können die Kunden die Höhe der Zahlung nicht nur anhand der Laufzeit beeinflussen. Es gibt verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, womit das Leasing auch ein erhebliches Einsparpotenzial bietet:

  • Wertverlust: Mit der Leasingrate gleicht der Händler den Wertverlust des Fahrzeugs aus. Vor allem bei Neufahrzeugen ist dieser in den ersten ein bis zwei Jahren immens, weshalb die Raten entsprechend höher ausfallen. Wer sparen möchte, sollte ein älteres Modell mit einem konstanten Wert wählen.
  • Fahrzeug: Nicht nur der Listenpreis des Fahrzeuges ist für das Leasing entscheidend, auch eine eventuell vorhandene Sonderausstattung wird zur Kalkulation hinzugezogen. So kostet die neue Mercedes-S-Klasse mit autonomem Fahren deutlich mehr als ein zwei oder drei Jahre alter Ford Fiesta.
  • Laufzeit: Die Vertragslaufzeit spielt bei der Berechnung der Leasingraten eine große Rolle. In der Regel schließen Privatpersonen den Vertrag auf zwei bis vier Jahre ab, grundsätzlich ist jedoch auch eine kürzere oder längere Dauer möglich. Auch Jahresverträge sind keine Seltenheit, sodass der Vertragspartner regelmäßig das Fahrzeug wechseln kann. Doch bei neuen Autos lohnt es in vielen Fällen, keine kurze Laufzeit zu wählen. Der Wertverlust im ersten Jahr lässt sich mit einer längeren Zahlungsdauer besser ausgleichen, wodurch die Raten niedriger ausfallen.
  • Fahrleistung: Die meisten Leasinggeber befragen die Kunden nach ihrer voraussichtlichen Fahrleistung. Denn jeder gefahrene Kilometer mindert den Wert des Wagens, weshalb die Leistung in der Berechnung berücksichtigt werden muss. Vielfahrer müssen daher mit entsprechend hohen Raten rechnen. Außerdem ist die Fahrleistung ausschlaggebend beim Kilometerleasing.
  • Anzahlung: Wer vor Vertragsbeginn eine Anzahlung leisten kann, kann seine Raten damit senken. Denn je höher die Anzahlung, desto niedriger der monatliche Aufwand.
  • Zusatzleistungen: Eine eingeschlossene Versicherung, All-inklusive im Schadensfall und viele weitere Zusatzleistungen sorgen dafür, dass die Leasingrate entsprechend höher wird. Wer wirklich sparen möchte, sollte auf alle Extras verzichten und bei eventuellen Schäden selbst für die Reparatur aufkommen.

Welche Voraussetzungen müssen Privatpersonen für das Leasing erfüllen?

Privatpersonen müssen wie gewerbliche Kunden über eine positive Bonität verfügen. Außerdem müssen sich über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, mit dem sie ihre Lebenshaltungskosten sowie die Leasingraten decken können. Problematisch ist dies nicht nur bei einem zu niedrigen Lohn, sondern auch, wenn sich der Antragsteller in der Probezeit oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis befindet. Für den Leasinggeber stellt diese Situation ein großes Risiko dar, da der Kunde unter Umständen seine Arbeit und damit sein Einkommen verlieren kann. Privatpersonen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können eine Kaution hinterlegen oder eine Bürgschaft eintragen lassen.

Der Unterschied zwischen Kilometer- oder Restwertleasing

Verbraucher können zwischen zwei Vertragsformen wählen: Dem Kilometer- und dem Restwertleasing. Bei letzterem legt der Händler einen Betrag fest, denn das Auto nach Ablauf der Vertragsdauer voraussichtlich haben wird. Anhand der Differenz zwischen diesem Wert und dem Fahrzeugpreis lassen sich die Monatsraten errechnen. Wer sich unsicher ist, ob der vom Leasinggeber festgelegte Restwert realistisch ist, kann hier eine Ermittlung durchführen. Vorsicht: Wer den Restwert zu hoch ansetzt, um die Raten niedrig zu halten, muss am Ende der Laufzeit mit einer stattlichen Nachzahlung rechnen.

Die Raten beim Kilometerleasing errechnen sich durch die zu erwartende Fahrleistung. Dabei teilt der Händler den Listenpreis des Fahrzeugs durch die vom Hersteller angegebene Gesamtdauer und erhält so den Kilometerpreis für das Auto. Für manche Fahrzeuge wird generell eine Leistung von 150.0000 Kilometer angesetzt. Wichtig ist für Privatpersonen, dass sie die Leistung im Vertrag umgehend erhöhen, sobald sie bemerken, dass sie die vereinbarten Kilometer überschreiten. Tun sie dies nicht rechtzeitig, kann eine teure Nachzahlung fällig werden.

Quelle: freenet.de
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