Die geheimen Teststrecken der Auto-Firmen

Erst ab 2017 in Betrieb: Das Daimler Prüf- und
Technologiezentrum in Immendingen auf über 500 Hektar.
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Erst ab 2017 in Betrieb: Das Daimler Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen auf über 500 Hektar.

© Daimler
07.08.2017 - 10:30 Uhr von Uli Baumann

Vor jeder neuen Modelleinführung wird die Neuentwicklung von den Autoherstellern unter härtesten Bedingungen auf Herz und Nieren getestet. Wir haben die Testgelände der Autobauer aufgespürt.

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Daimler baut neues Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen, 2018 eröffnet der Konzern auf über 500 Hektar eines ehemaligen Bundeswehrstandorts unter anderem seine Teststrecke. Auf den Plänen zeigen sich großzügig angelegte Bahnen für Handling, Top-Speed und Bremsentests. Da ist ein anderes Unternehmen aus Stuttgart schon etwas weiter.

„Porsche kauft Nardo“ lautete im April 2012 die Schlagzeile. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller holte die legendäre Teststrecke in Süditalien unter das Dach des VW-Konzerns. Nardo steht für Highspeed. Die 12,5 Kilometer lange überhöhte Kreisbahn gilt als schnellster Rundkurs der Welt. Über 400 km/h sollen hier fahrbar sein. Doch Nardo bietet mehr als nur den Highspeed-Kick. Auf dem über 700 Hektar großen Areal stehen den Testern auch verschiedene Handling- und Offroadpisten zur Verfügung.

Zehn Millionen Testkilometer bis zur Serienreife

Diese gehören auch bei nahezu jedem anderen Hersteller zur Standardausstattung der Testgelände. Zudem wird auf speziellen Akustikmessstrecken und Bremspisten gefahren. An Steilstrecken mit bis zu 30 Prozent Steigung bleibt kein Testerauge trocken. Marter- und Schlechtwegestrecken setzen dem Fahrwerk zu. Pisten mit Kopfsteinpflasterbelag haben sich hier sogar den Beinamen „ Belgische Straße“ verdient. Auf Skidpads und bewässerten Pisten werden Fahrdynamiksystemen die optimale Abstimmung beigebracht. Andere Kurse simulieren Bergstraßen oder Stadtfahrten. Getestet werden einfach alle Fahrsituationen die Autos im Alltag begegnen können.

Ergänzend zu den Fahrten auf den Testgeländen müssen sich die Prototypen natürlich unter anderem auch unter eisigen Bedingungen im hohen Norden beweisen und Hitzeschlachten in Afrika oder dem Death Valley schlagen. Auf dem Programm stehen aber auch schnelle Runden auf der Rundstrecke – gerne trifft man sich dazu auf der Nürburgringnordschleife – oder auf etlichen Kilometern im normalen Straßenverkehr.

Wie hoch die Testvorgaben sind, zeigt Porsche am Beispiel Nardo. Begünstigt durch das milde Klima sollen sich dort die Testräder ganzjährig in drei Schichten an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr drehen. Insgesamt sammeln die neuen Modelle so schon vor dem Marktstart gut zehn Millionen Testkilometer.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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