24h-Rennen Le Mans 2017 (LMP2)

In der LMP2-Klasse bestimmen die Teams mit Oreca-Chassis das
Geschehen. G-Drive Racing war Klassenschnellster.
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In der LMP2-Klasse bestimmen die Teams mit Oreca-Chassis das Geschehen. G-Drive Racing war Klassenschnellster.

© xpb
16.06.2017 - 10:18 Uhr von Michael Schmidt

Le Mans besteht grob gesagt aus drei Rennen: LMP1, LMP2, GT. In der LMP2-Klasse ist Oreca fast unschlagbar. Karun Chandhok fährt einen Ligier. Er setzt seine ganze Hoffnung auf den guten Reifenverschleiß.

Es ist das Rennen im Rennen. 25 Autos im Feld fahren in der LMP2-Klasse. Die wurde dieses Jahr mit Vierliter Gibson V8-Motoren mit rund 600 PS Leistung deutlich aufgewertet. Im Topspeed liegen die kleinen Brüder der großen LMP1 sogar um 10 km/h vorne. Weil keine Energie rekuperiert werden muss. „Und in den Kurven sind sie nicht viel langsamer als wir. Die Autos sind voll auf Abtrieb getrimmt“, erzählt Toyota-Pilot Sebastien Buemi. „Das sind jetzt respektable Rennautos“, sagt Ex-Formel 1-Pilot Karun Chandok. Mit dem Nachsatz: „Wenn du im richtigen Auto sitzt.“

Ligier mit zu viel Luftwiderstand

Richtig heißt in einem Chassis von Oreca. In der Startaufstellung belegen die Oreca die neun besten Plätze der LMP2-Klasse. Dann folgen Dallara, Ligier und RileyTech. Die zwei Alpine A470 mittendrin sind verkappte Oreca.

Die Autos des französischen Herstellers bestechen durch ihre aerodynamische Effizienz. Der Ligier hat viel Abtrieb, aber auch viel Luftwiderstand. Beim Dallara ist es umgekehrt. „Um die fahren wir in den Kurven Kreise, verlieren aber wieder alles auf den Geraden“, klagt Chandhok. Der einsame Riley Mk30 hinkt der Konkurrenz hinterher.

Nach-Homologation von Ligier scheitert

Die Oreca sind in Le Mans um 2,430 Sekunden schneller als die Dallara und gar 3,799 Sekunden als die Ligier. „An Oreca dranbleiben?“, scherzt Chandok, „das geht nur, wenn wir das ganze Rennen unter Gelb fahren.“ Es gibt noch eine zweite Hoffnung. Wegen seines Überangebots an Abtrieb geht der Ligier pfleglich mit seinen Reifen um. „Oreca muss bei Hitze alle zwei Stopps Reifen wechseln. Wir nur alle drei. In der Nacht schafft Oreca drei Stints, wir vier, vielleicht sogar fünf.“

Chandhok rechnet deshalb mit vier bis fünf Reifenwechseln weniger über die 24-Stunden-Distanz. „Das wäre ein Gewinn von zweieinhalb Minuten.“ Dazu werden die Ligier-Piloten wegen ihrer bescheidenen Topspeeds das Auto am Ende der Geraden viel rollen lassen. „Da sparen wir vielleicht auch noch Sprit und können elf statt zehn Runden fahren“, hofft der Inder. Über die Renndistanz wäre das alles in Summe ein Geschenk von einer Runde.

Ligier hatte es zu Beginn der Saison verschlafen, ein Aero-Kit für wenig Abtrieb zu homologieren. Trotzdem wurde es beim Vortest in Le Mans ausprobiert. Es war auf eine Runde um 1,8 Sekunden pro Runde schneller. Der Versuch von Ligier, das Aero-Paket nachträglich genehmigen zu lassen, scheiterte am Veto der drei anderen Hersteller.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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