30 Jahre Rallye Dakar - Rückblick

1980 McKlein_Dakar -Ickx-1-rk 1207
Bild 1 von 1

1980 McKlein_Dakar -Ickx-1-rk 1207

 
23.12.2008 - 16:22 Uhr von Kai Klauder

Die Jubiläums-Dakar sollte eigentlich eine ganz besondere werden. Schließlich fiel die 30. Dakar zum ersten Mal in der Rallyegeschichte aus. 2009 wird ein Neuanfang gewagt - in Südamerika.

Am 26. Dezember 1978 startete die erste Rallye Dakar in Paris und endete am 14. Januar 1979 in Dakar. Siegreiches Team in der Auto-Wertung waren Genestier/Terblaut/Lemordant auf Range Rover.

Bei der geplanten 30. Rallye Dakar siegten keine Sportler, sondern Terroristen, die mit Anschlagsdrohungen die Veranstalter zur Absage zwangen. Ergebnis der unsicheren Lage auf dem afrikanischen Kontinent ist nun die Verlegung nach Südamerika.

Am 3. Januar fällt der Startschuss in Buenos Aires, 15 Tage und 9.574 Kilometer später sollen die Teilnehmer den Rundkurs möglichst pannen- und unfallfrei absolviert haben und wieder in der Hauptstadt Argentiniens eintreffen.

Die Mutter aller Rallyes

Die Geschichte der "Mutter aller Rallyes" beginnt 1978, als Thierry Sabine die Rallye Paris-Algier-Dakar ausschreibt. Sabine ist ein begeisterter Motorrad-Rallyfahrer, der sich 1977 bei einer Rallye von der Elfenbeinküste nach Südfrankreich in der Wüste verirrte. Nach drei Tagen in der Wüste erreicht er wieder bekanntes Terrain und kehrt in seine Heimatstadt Paris zurück.

Risiko-verrückter Franzose sucht Abenteuer

Dieses Erlebnis schreckt Sabine nicht etwa von Sandabenteuern ab, sondern lässt ihn seine erste Rallye organisieren. In der französischen Hauptstadt starten am 26. Dezember 1978 insgesamt 170 Teilnehmer. Am 14. Januar 1979 erreichen nur 70 von ihnen nach rund 10.000 Kilometern das Ziel in Dakar im Senegal. Viele unterschätzen die harte Piste und müssen verletzungsbedingt oder wegen technischer Probleme aufgeben.

Seitdem gilt die Rallye Dakar als die härteste Rallye der Welt. Denn bis heute erreichen meist weniger als die Hälfte der Teilnehmer das Ziel.

Thierry Sabine, dessen Lebensmotto angeblich "If life gets boring, risk it" war, starb 1986 während der Dakar bei einem Hubschrauberabsturz.

Die Dakar als werbewirksame Veranstaltung

Was sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte drastisch verändert hat, ist das Medieninteresse und die Vermarktung der Rallye. Während zunächst die sportliche Herausforderung im Zentrum der Dakar stand, entdeckten die Hersteller und Zulieferer das Werbepotential der bekanntesten Rallye für sich. Veranstaltet und vermarktet wird die Rallye Dakar von A.S.O. - der selben Agentur, die auch für die Tour de France verantwortlich zeichnet.

In den Anfangsjahren waren überwiegend Privatteams- zum Teil mit ungewöhnlichen Fahrzeugen - dabei: So starteten etwa eine Ente (Citroen 2CV), ein Rolls-Royce oder ein Pinzgauer. Nach kurzer Zeit zog die Dakar auch die Motorsportprominenz und bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an. Albert, heutiger Fürst von Monaco, und seine Schwester Caroline, der Sohn von Margaret Thatcher und viele ehemalig Rundkurs-Profis wie Jackie Ickx oder Jean-Louis Schlesser suchten die Herausforderung auf Sand.

Damit einher ging ein verstärktes Interesse der Hersteller, die in der Dakar eine gute Werbeplattform entdeckten. Mit einem Sieg bei der härtesten Rallye der Welt lässt sich schließlich trefflich für die gute Qualität und die Robustheit der eigenen Produkte werben.

Die Hersteller steigen groß ein

So stiegen Porsche mit einem Allrad-911er, der zum 959 Supersportler führte, Mercedes mit dem neuen G-Modell und Peugeot mit 405 und 205 in Rallyeversionen ein. Porsche holte 1984 den Sieg und toppte das Ergebnis 1986 mit einem Doppelsieg. Ab 1987 schlug dann Peugeot zu: Bis 1990 gewann der französische Hersteller – 1989 mit einem Doppelsieg und 1990 mit einem Dreifach-Triumph. Danach verabschiedete sich Peugeot offiziell. Der Sieger 1991 hieß Citroen. Unter der Kunststoffkarosserie verbarg sich allerdings die Technik des Vorjahressiegers.

Ganz vorne spielte zu diesem Zeitpunkt schon Mitsubishi mit. Reichte es bisher allerdings nur 1985 zu einem Doppelsieg, wurden die Pajero aus Fernost im Lauf der 1990er-Jahre immer stärker. 1992 gab es den ersten Schlag mit einem Dreifach-Sieg. Unterbrochen wurde die Erfolgsgeschichte von Mitsubishi 1994 von Citroen: ebenfalls Doppelsieg, gefolgt von einem Sieg 1995 und Doppeltriumph 1996. Doch seit 1997 spielt Mitsubishi die erste Geige der Herstellerteams.

1997 und 1998 belegte Mitsubishi die Plätze eins bis vier, 1999 hinter dem Sieger Jean-Louis Schlesser auf seinem Buggy Rang zwei bis vier. Im Jahr 2000 lief es dann zwar nicht so gut – nur Platz drei – doch seit 2001 standen immer Teams von Mitsubishi ganz oben auf dem Treppchen. Vorläufiger Höhepunkt war im Jahr 2002 ein Achtfach-Triumph. Neun der ersten zehn Teams fuhren für die Marke mit den drei roten Diamanten.

Derzeit wird eine Verlegung der zur Legende gewordenen Rallye Dakar in weniger riskantes Gebiet diskutiert.

Quelle: www.auto-motor-und-sport.de - Alle Rechte vorbehalten. - Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Motor-Presse Stuttgart
Kommentare
Top-Themen
Teure Laser- und HD-Lichter zeigen, was lichttechnisch möglich ist. Doch auch erschwingliche LED- und ...mehr
Der japanische Autobauer Nissan und das italienische Designstudio haben sich zusammengetan und einen ganz besonderen ...mehr
Nicht nur Toyota, auch Hyundai spricht jetzt von der „ Wasserstoff-Gesellschaft“. Für das Jahr 2030 plant man in Korea ...mehr
Anzeige
Auto Motor und Sport
Video
Tankstellen-Suche
Hier finden Sie günstige Tankstellen in Ihrer Nähe
Anzeige
Anzeige
Highlights
Einmal im Jahr rotten sich die verrücktesten Auto- und Tuningfans in Essen auf der Motor Show zusammen und feiern eine wilde PS-Party. Wir waren dabei – das sind die Highlights 2018.mehr
Wer Mercedes kauft, bekommt unter Umständen einen Renault-Motor - oder gleich einen ganzen Renault mit Stern.  So ist es mittlerweile durchaus üblich auch Motoren anderer ...mehr
E-Mobilität
Ministerien und Behörden kaufen nur wenige E-Autos
Bei Neuanschaffungen setzt die Regierung kaum auf Elektrofahrzeuge.mehr