Alonsos Frust über die Formel 1

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 9.
Juni 2018
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Fernando Alonso - McLaren - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 9. Juni 2018

© xpb
10.06.2018 - 01:06 Uhr von Michael Schmidt

Für McLaren war das Montreal-Qualifying eine Demütigung. Man wollte mit der B-Version des MCL33 die Lücke zu den Spitzenteams schließen und qualifizierte sich für die Startplätze 14 und 15. Treibt der Frust Fernando Alonso aus der Formel 1?

Vor diesem Rennen hatte McLaren Angst. Das Team erlebte in Montreal die gleiche Trainingspleite wie in Bahrain. Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne schafften es mit Mühe ins Q2 und landeten dort nur auf den Plätzen 14 und 15. Mehr als zwei Zehntel hinter Charles Leclerc im Sauber.

Das ist für einen Rennstall, der in diesem Jahr eigentlich um Podiumsplätze fahren wollte, die maximale Demütigung. Auch für einen zweifachen Weltmeister, der immer mehr feststellen muss, dass er auf absehbare Zeit nicht mehr um Siege oder gar Titel fahren kann.

Auch die B-Version des MCL33 und das Motoren-Upgrade von Renault haben McLaren nicht näher an die Spitze herangebracht. Auf bestimmten Streckentypen geht die Reise sogar rückwärts. Strecken wie Bahrain oder Montreal. Das Auto kann langsame Kurven nicht und es ist unruhig auf der Bremse.

„In Kurven unterhalb von 140 km/h haben wir zu wenig Grip. Um das zu kompensieren, fahren wir mehr Flügel, und das bremst uns auf den Geraden“, beschreibt Teamchef Eric Boullier den Teufelskreis in dem McLaren steckt. Er fordert seine Ingenieure auf: „Das ist nicht das Auto, das wir uns erwartet hatten. Diese Schwäche müssen wir abstellen. Wenn wir das schaffen, haben wir viel Potenzial uns zu verbessern.“

Alonso kritisiert Formel 1

Fernando Alonso macht mit grimmigem Gesichtsausdruck verbal gute Miene zum bösen Spiel. „Im Rennen werden wir besser aussehen. Ich bin mir sicher, dass wir in die Punkte fahren.“ Dann schiebt er einen Vergleich mit 2017 hinterher: „Als wir letztes Jahr nach Kanada kamen, hatten wir null Punkte. Jetzt kämpfen wir um Platz 4. Es geht in die richtige Richtung.“

Der Spanier redet sich die Welt schön, weil er sonst jetzt schon aus seinem Auto aussteigen müsste. Sein Anspruch waren nicht WM-Punkte, sondern Podiumsplätze und Siege. Bei seiner Klasse müsste Alonso um den Titel fahren. Doch dazu sitzt er im falschen Auto. Und der Weg zu Mercedes, Ferrari oder Red Bull ist ihm verbaut.

Verbittert blickt er auf die Startaufstellung: „Zwei Ferrari, zwei Mercedes, zwei Red Bull, zwei Renault, zwei Force India. Das ist eine Weltmeisterschaft der Konstrukteure und nicht der Fahrer.“

Haut Alonso in die IndyCar-Serie ab?

Aussagen wie diese heizen die Gerüchteküche um Alonsos Zukunft weiter an. Alonso erinnert zwar daran, dass er letztes Jahr einen mehrjährigen McLaren-Vertrag unterschrieben hat, aber er weigert sich auf die Frage zu antworten, ob er 2019 auch in einem Formel 1-Auto sitzt.

McLaren-Chef Zak Brown bestätigt, dass es Pläne gibt, in die IndyCar-Serie einzusteigen. „Wir prüfen gerade welches Projekt für uns Sinn machen würde.“ Wäre ein Jahr im IndyCar-Cockpit die Fluchtmöglichkeit für Alonso, wenn auch nur für ein Jahr?

Brown drückt sich um eine klare Aussage, räumt lediglich ein, dass man gerade mit Alonso erste Gespräche über die Zukunft führe. Nur so viel: „Fernando wird nächstes Jahr einen McLaren fahren.“ Es fragt sich nur in welcher Rennserie.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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