Eifel-GP Nürburgring - Ergebnis Qualifikation: Bottas verlängert Mercedes-Serie

Eifel-GP Nürburgring - Ergebnis Qualifikation: Bottas verlängert
Mercedes-Serie
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Eifel-GP Nürburgring - Ergebnis Qualifikation: Bottas verlängert Mercedes-Serie

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Valtteri Bottas sicherte sich am Nürburgring die dritte Pole-Position der Saison. Teamkollege Lewis Hamilton hatte klar das Nachsehen, ließ aber wenigstens Max Verstappen hinter sich. Das drittschnellste Auto in der Eifel hat Ferrari. Charles Leclerc beeindruckte als Vierter.

Das Wetter versaute den Freitag. Dafür war die Qualifikation umso spannender. Mercedes behielt seine weiße Weste. Zum elften Mal im elften Rennen wird eines der schwarz-lackierten Autos mit den Sternen auf Pole-Position starten. Zum dritten Mal ist es Valtteri Bottas.

Der Finne trumpfte spät auf und drehte im letzten Umlauf die schnellste Rundenzeit des Tages am Nürburgring. Auf den weichen Reifen beendete Bottas die 5,148 Kilometer lange Schleife mit den 15 Kurven nach 1:25.269 Minuten. "Es war nicht einfach, die Reifen in ihr Arbeitsfenster zu bringen. Als es darauf ankam, hatte ich sie im richtigen Bereich. Es war eine wirklich gute Runde. Sie war auf den Punkt", bilanzierte der Pole-Setter.

Der Teamkollege hielt nicht mit. Lewis Hamilton büßte vor allem im ersten Streckenabschnitt ein. Der Rückstand summierte sich insgesamt auf 0,256 Sekunden. "Ich bin sicher, dass ich bei der Datenanalyse den Unterschied zwischen uns herausfinde. Glückwunsch an Valtteri. Im Finale lief es für mich leider nicht mehr so gut wie zuvor. Die Strecke ist generell fantastisch. Schön, dass wir zurück am Nürburgring sind", sagte der sechsfache Weltmeister.

Verstappen dicht an Mercedes dran

Red Bull heizte Mercedes bei kühlen Temperaturen um die zehn Grad Celsius ein. Nach dem ersten Versuch in Q3 führte Max Verstappen noch das Feld an. In den letzten Minuten verdrängten ihn aber die beiden Mercedes auf den dritten Startplatz. Der Rückstand hielt sich mit drei Zehnteln in Grenzen. "Leider hatte ich im entscheidenden Moment nicht mehr den nötigen Grip. Das Auto begann zu untersteuern. Die Vorderreifen körnten und das fraß den Gummi. Schade, aber trotzdem bin ich zufrieden. Wir nähern uns Mercedes." Eine Reihe von Upgrades verbesserten das Fahrverhalten des Red Bull.

Eine kleine Sensation gelang Ferrari. Charles Leclerc stellte seinen SF1000 in die zweite Startreihe. Auch die Italiener haben neue Teile für das elfte Saisonrennen aufgelegt. Sie scheinen den Ferrari schneller gemacht zu haben. Leclerc fühlte sich damit wohler als Teamkollege Sebastian Vettel, der nicht über den elften Startplatz hinauskam.

Alexander Albon hatte im zweiten Red Bull wieder einmal nichts gegen Verstappen zu melden. Die zweite Reihe verpasste der Thailänder haarscharf. Die sechstschnellste Rundenzeit der Qualifikation gelang Daniel Ricciardo. Direkt dahinter landete Esteban Ocon im zweiten Renault. Der Franzose dürfte trotz der Trainingsniederlage zufrieden sein. Immerhin war Ricciardo nur 19 Tausendstel schneller. Der Abstand zwischen den beiden war in dieser Saison oft größer.

McLaren brachte wie fast immer in dieser Saison beide Autos in Q3. Das Team aus Woking führte den zweiten Teil des Upgrades am Nürburgring ein. Teil 1 war in Mugello mit einer neuen Nase an den MCL35 gekommen. Lando Norris war der schnellere Mann im Traditionsrennstall. Der Engländer wurde Achter. Zwischen die McLaren und vor Carlos Sainz quetschte sich Sergio Perez im Racing Point.

Vettel verpasst Q3

Sebastian Vettel blieb im zweiten Durchgang hängen. Das ist keine neue Erfahrung für ihn in diesem Jahr, in dem es einfach nicht laufen will für den 53-fachen GP-Sieger. Wieder einmal war der Heppenheimer, der am Nürburgring 2013 siegte, der langsamere der beiden Ferrari-Fahrer. Zum neunten Mal in dieser Saison entschied Leclerc den Team-Vergleich für sich. Vettel konnte nur im letzten Sektor mit dem Monegassen mithalten.

Am größten war der Unterschied im ersten Abschnitt mit rund drei Zehnteln. Dort schlängeln sich vier der insgesamt 15 Kurven. In der Addition betrug die Differenz in Q2 eine halbe Sekunde. Es reichte nur für den elften Startplatz. Das garantiert Vettel als erstem Piloten immerhin die freie Reifenwahl für das Rennen. Alle vor ihm starten auf dem weichen Reifen. Das ist sicher.

Die beiden Alpha Tauri von Pierre Gasly und Daniil Kvyat reihten sich hinter dem Ex-Weltmeister ein. Der Franzose war dabei einen Hauch schneller als der Russe. Für das breite Mittelfeld ist Alpha Tauri auf dem Nürburgring ein paar Zehntel zu langsam. Antonio Giovinazzi kann den Aufstieg in Q2 als Erfolg verbuchen. Viel mehr als Platz 14 steckt im Alfa Romeo C39 nicht drin. Wie Kevin Magnussen, der hinter ihm landete, ließ er den Teamkollegen hinter sich.

Blitzcomeback von Nico Hülkenberg

Die Formel 1 schrieb ein weiteres kurioses Kapitel in dieser Saison. Nico Hülkenberg kam zu seinem dritten Einsatz im Racing Point. Eigentlich war der Rheinländer als TV-Experte bei RTL eingeplant, sauste aber nach einem Anruf von Teamchef Otmar Szafnauer in Windeseile von Köln an den Nürburgring. Lance Stroll musste passen, weil er sich unwohl fühlte.

Das Blitzcomeback endete auf dem letzten Platz. Nach nur zehn Runden konnte man nicht mehr erwarten. Ohne Vorbereitungszeit war die Aufgabe zu groß. Für den Aufstieg in den zweiten Qualifikationsteil fehlte Hülkenberg fast eine halbe Sekunde. Am morgigen Sonntag wird er unverhofft seinen 179. Grand Prix bestreiten. Es ist der dritte in dieser Saison nach den beiden Rennwochenenden in Silverstone, als er den an Corona erkrankten Sergio Perez vertreten hatte.

Mit Hülkenberg scheiterten Romain Grosjean, die beiden Williams-Piloten und Kimi Räikkönen. Der Haas-Routinier war am dichtesten dran. 20 Tausendstel entschieden gegen Grosjean. Eine schnellere Runde, die locker für Q2 gereicht hätte, strichen ihm die Rennkommissare, weil er in Kurve vier über den Streckenrand gefahren war.

George Russell schaffte es in dieser Saison bislang sechs Mal in den zweiten Qualifikations-Abschnitt. Diesmal blieb er nach 18 Minuten vorzeitig hängen. Das teaminterne Williams-Duell entschied der Engländer trotzdem für sich. Nicholas Latifi kassierte die elfte Niederlage. Kimi Räikkönen übernimmt am Sonntag den Rekord als der Mann mit den meisten Grand Prix. Der Finne wird neben Hülkenberg aus der letzten Reihe starten – es sei denn, es hagelt noch Strafen im Feld.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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