Eifel-GP Nürburgring - Ergebnis Rennen: Hamilton zieht mit Schumi gleich

Eifel-GP Nürburgring - Ergebnis Rennen: Hamilton zieht mit
Schumi gleich
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Eifel-GP Nürburgring - Ergebnis Rennen: Hamilton zieht mit Schumi gleich

© Motorsport Images

Lewis Hamilton hat seinen 91. Grand Prix gewonnen. Max Verstappen landete in der Eifel auf dem zweiten Platz. Daniel Ricciardo stieg mit den beiden auf das Podest. Während Sebastian Vettel die Punkte verpasste, überzeugte Nico Hülkenberg als Achter.

Der Rekord ist eingestellt. Lewis Hamilton feierte beim Grand Prix der Eifel seinen 91. Karriere-Sieg und zog damit gleich mit Michael Schumacher. Es war ein ungefährdeter Erfolg für den 35-jährigen Engländer in seinem Mercedes, der unaufhaltsam in Richtung siebtem WM-Titel marschiert.

Auch von einem Safety Car in der Schlussphase, das ihm einen Vorsprung von mehr als zehn Sekunden raubte, ließ sich Hamilton nicht aufhalten. "Ich kann es gar nicht glauben, dass ich den Rekord eingestellt habe. Ich habe früher Rennfahrer wie Michael bewundert und ihn bei Rennspielen ausgewählt. Es ist unglaublich", freute sich Hamilton.

Ricciardo auf Podest

Der nun siebenmalige Saisonsieger startete vom zweiten Platz, überholte Teamkollege Valtteri Bottas in der 13. Runde und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr her. Hinter ihm landete Max Verstappen auf dem zweiten Platz. Red Bulls Speerspitze absolvierte wie der Sieger seine beiden Reifenwechsel während eines virtuellen Safety Cars und später während einer tatsächlichen Neutralisation.

Red Bull verbesserte sich zwar durch eine Reihe von Upgrades, doch gegen Mercedes war über die Distanz nichts auszurichten. Verstappen sicherte sich im Finale aber immerhin noch den Punkt für die schnellste Rennrunde. "Wir sind dort gelandet, wo wir es verdienen. Mercedes ist noch zu schnell für uns", urteilte der Niederländer.

Auf das Podest raste noch Daniel Ricciardo im Renault, der eine bravouröse Fahrt in der kalten Eifel hinlegte. Ricciardo startete auf dem sechsten Platz, gewann eine Position auf den ersten Metern, entledigte sich nach wenigen Runden dem Ferrari von Charles Leclerc und profitierte später von einem Ausfall von Valtteri Bottas.

Auf die Attacken von Sergio Perez in der Schlussphase des Rennens hatte der Australier stets die richtigen Antworten. Für Ricciardo ist es das 30. Podium der Karriere und das erste mit Renault. "Ich musste so lange auf ein weiteres Podest warten, dass sich dieses hier wie mein erstes überhaupt anfühlt", sagte ein strahlender Ricciardo. Teamchef Cyril Abiteboul hat damit seine Wette verloren, und muss sich nun ein Tattoo stechen lassen.

Bottas scheitert an Defekt

Valtteri Bottas verteidigte seine Pole-Position am Start mit Ellbogen, vergeigte es aber später. Ein Verbremser öffnete Hamilton die Tür. Der Weltmeister ließ sich nicht zweimal bitten und überholte den Teamkollegen außen in der zweiten Kurve. Wenige Runden später war der Grand Prix für Bottas beendet. Die Antriebseinheit streikte.

Nach einer ersten Untersuchung war offenbar die Elektromaschine MGU-H schuld am Ausfall. Für den 31-Jährigen ist die Nullrunde in der Eifel äußerst schmerzhaft. Hamilton enteilte ihm dadurch in der Gesamtwertung auf 69 Punkte. Die ohnehin schon geringen Chancen auf den ersten Weltmeistertitel sind gegen null geschrumpft bei noch sechs Rennen.

Der Mercedes-Pilot im Auto mit der Startnummer 77 blieb nicht das einzige Opfer in einem ereignisreichen Rennen. George Russell wurde von Kimi Räikkönen ins Aus geschossen, weshalb der Finne eine Strafe von zehn Sekunden erhielt und die Rennleitung ein virtuelles Safety Car ausrief. Esteban Ocon scheiterte an einem Hydraulikdefekt.

In Alexander Albons Red Bull streikte die Power Unit von Honda. Und im McLaren von Lando Norris führte ein fehlerhafter Sensor zum K.o. für den Renault-V6-Turbo. Norris befand sich zwischenzeitlich sogar auf dem dritten Rang, weil er den ersten Boxenstopp lange hinausgezögert hatte. Genauso wie seine Verfolger Sergio Perez und Carlos Sainz.

Starkes Rennen von Hülk

Racing Point jubelte über doppelte Punkte. Perez verpasste gegen Ricciardo nur um 1,4 Sekunden das Podest. Nico Hülkenberg, der kurzfristig für den an einer Magen-Darm-Grippe erkrankten Lance Stroll einsprang, lieferte eine außergewöhnliche Leistung. In der Qualifikation hatte Hülkenberg noch zu kämpfen. Der Rheinländer musste sich erst wieder in den Racing Point hineinfuchsen, der seit seinem letzten Auftritt in Silverstone ein großes Facelift erfuhr.

Am Rennsonntag geigte Hülkenberg dann groß auf. Vom letzten Startplatz ging es bis auf die achte Position nach vorne. Damit holte der lange Blonde zum zweiten Mal im dritten Einsatz in dieser Saison Punkte. Hülkenberg fuhr einen überlegten Grand Prix, hielt sich aus Scharmützeln heraus, ließ sich von der Strategie nach vorne spülen und überholte, als es zählte. Zur Belohnung wurde er von den Fans zum Fahrer des Rennens gewählt.

McLaren holte durch den fünften Platz von Carlos Sainz wenigstens zehn Punkte. Es reichte allerdings nicht, um Racing Point im Konstrukteurspokal hinter sich zu halten. Der Rennstall aus Silverstone ist neuer Dritter vor McLaren. Renault verkürzte dahinter den Rückstand. Die drei Teams trennen nur sechs WM-Punkte.

Vettel ohne Punkte

Charles Leclerc beendete das elfte Saisonrennen auf dem siebten Rang hinter Pierre Gasly, der in der Schlussphase auftrumpfte. Für den Monegassen ging es über die Distanz vom vierten Startplatz rückwärts. Der Ferrari beanspruchte die Reifen stärker als die Konkurrenz. Ohne die Ausfälle von Bottas, Norris und Ocon wäre Leclerc noch weiter hinten gelandet. Teamkollege Sebastian Vettel verpasste bei seinem Heim-Rennen die Top 10.

Ein Punkt lag am Ende in Reichweite. Vettel verfehlte ihn um 0,7 Sekunden gegenüber Antonio Giovinazzi. Das Rennen hätte für den Ex-Weltmeister bereits nach elf Runden enden können. Der 33-Jährige traf bei einem Dreher beinahe Giovinazzi vor ihm. Zwei Punkte errang Romain Grosjean, der von seinen Haas-Strategen vom 16. Startplatz auf den neunten Rang geführt wurde.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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