Ergebnis Formel 1 GP England 2018

Und so setzte sich der Heppenheimer nach 52 Runden auf der
Mercedes-Heimstrecke ...
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Und so setzte sich der Heppenheimer nach 52 Runden auf der Mercedes-Heimstrecke ...

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08.07.2018 - 16:40 Uhr von Andreas Haupt

Sebastian Vettel hat den GP England gewonnen. Zwei Safety Car-Phasen machten aus dem Silverstone-Rennen in der Schlussphase einen Knüller. Zweiter wurde Lewis Hamilton, Dritter Kimi Räikkönen.

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  • Ergebnis 2. Training
  • Ergebnis 1. Training

Was war das für ein Rennen in Silverstone: Es begann mit einem schlechten Start von Lewis Hamilton und endete mit dem Sieg für Sebastian Vettel auf den allerletzten Kilometern. Aus einem guten Grand Prix wurde ab der 32. Runde ein hervorragender. Da verabschiedete sich Marcus Ericsson im Reifenstapel der ersten Kurve, was zur ersten Safety-Car-Phase führte. Die Spitze taktierte unterschiedlich.

Vettel holte sich frische Softreifen ab. Mercedes pokerte dagegen und ließ Valtteri Bottas auf den Medium-Reifen draußen. Der Finne erbte die Führung. Mit Hamilton betrieben die Mercedes-Strategen das gleiche Spiel. Plötzlich war der Weltmeister Dritter.

Hamilton von Räikkönen umgedreht

Vorausgegangen war eine große Aufholjagd. Am Start hatte Hamilton zwei Positionen eingebüßt gegen Vettel und Bottas. Im Getümmel von Kurve drei räumte ihn zu allem Überfluss auch noch Kimi Räikkönen von der Strecke. Plötzlich war Hamilton bis auf Platz 18 zurückgefallen. Bis zum Safety Car arbeitete er sich auf die sechste Position vor. Räikkönen bekam eine Zehn-Sekunden-Strafe und fiel hinter die Red Bull auf Rang fünf zurück.

Auch Max Verstappen holte sich während des Safety Cars frische Softreifen ab. Wie auch Räikkönen. Daniel Ricciardo hatte Pech. Red Bull bestückte sein Auto kurz vorher mit neuen Reifen. Die Rangfolge beim Restart: Bottas, Vettel, Hamilton, Verstappen, Räikkönen, Ricciardo. Kurz nachdem die Rennleitung den GP wieder freigab, kollidierten Carlos Sainz und Romain Grosjean in Copse Corner. Beide kletterten wie Ericsson eigenständig aus ihren Autos. Zum zweiten Mal rückte Bernd Mayländer im Safety Car aus.

In Runde 41 erfolgte der zweite Restart. Bottas wehrte sich mit Leibeskräften gegen Vettel. Doch in der 46. Runde kassierte der Ferrari-Star den Finnen mit einer Attacke aus dem Hinterhalt in Kurve sechs. Einen Umlauf später ging Hamilton am Teamkollegen vorbei. Und eine weitere Runde später entschied Räikkönen das Duell der Finnen für sich. In dieser Reihenfolge überquerte das Trio schließlich auch den Zielstrich.

Verstappen ruinierte sich das Rennen mit einem Abflug in Kurve 16. Ricciardo wurde Fünfter vor Nico Hülkenberg, der gut startete und richtig taktierte. Als einziger Fahrer im Feld wählte der lange Rheinländer den harten Reifen für einen langen zweiten Rennstint. Esteban Ocon sicherte sich den siebten Platz vor Fernando Alonso, Kevin Magnussen und Pierre Gasly, der allerdings im Nachgang eine 5-Sekunde-Strafe aufgebrummt bekam. Weil er kurz vor Schluss Sergio Perez in Kurve 17 von der Strecke schubste. Der Mexikaner profitierte und rückte auf Platz zehn vor.

GP England 2018 – Qualifying

Hamilton holt Heim-Pole

Lewis Hamilton steht zum sechsten Mal in seiner Karriere beim GP England auf der Pole-Position. In einem spannenden Qualifying setzte sich der Lokalheld gegen die beiden Ferrari von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen durch.

Es war die erwartet knappe Kiste zwischen Mercedes und Ferrari, zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Mit dem besseren Ausgang für den Weltmeister im Cockpit des Mercedes W09. Unter dem Jubel der englischen Fans raste der Lokalheld zur vierten Pole-Position der Saison.

Hamilton knackte Vettel erst im letzten Umlauf. Mit einer Rundenzeit von 1:25.892 Minuten war der WM-Zweite entsprechend seiner Startnummer um 44 Tausendstel schneller als sein Rivale in Rot. „Ich habe alles gegeben. Ich habe einfach für eine solche Runde gebetet. Vielleicht habe ich in Kurve 13 das entscheidende Quäntchen herausgeholt“, sagte ein emotional gerührter Fahrer. Für Hamilton ist es die sechste Pole-Position in Silverstone und die 76. der Karriere. Am Sonntag strebt er den sechsten Heimsieg an.

Vettel rechtzeitig fit

Vettel wurde in der Pause vor dem Qualifying von seinem Physiotherapeut Antti Kontsas durchgeknetet, um die Nackenschmerzen zu lindern, die ihn im dritten Training behindert hatten. Der Heppenheimer ärgerte sich über den knappen Rückstand. „Ich glaube, ich habe die Zeit irgendwie auf den Geraden verloren.“ Andererseits freute er sich, überhaupt an der Quali teilgenommen zu haben. „Ich war mir nicht sicher, ob ich fahren kann.“ Vettel drehte seine persönliche Bestmarke im ersten Versuch von Q3. Im zweiten Anlauf verbesserte sich der WM-Führende nicht mehr. Dennoch: Ferrari fordert Mercedes auf deren Paradestrecke heraus.

Auch Kimi Räikkönen mischte im Kampf um die Pole-Position mit. Der Finne lag mit seiner schnellsten Runde 0,098 Sekunden hinter der Pole-Position. Die zweite Startreihe teilt er sich mit Landsmann Valtteri Bottas.

Red Bull konnte nicht mit Mercedes und Ferrari mithalten. Was allerdings nach den Leistungen in den drei Trainings abzusehen war. Max Verstappen setzte sich im Teamduell klar gegen Daniel Ricciardo durch. Dahinter sortierten sich die beiden HaasF1 ein – in der Reihenfolge Kevin Magnussen vor Romain Grosjean. Charles Leclerc bestätigte seine gute Form als Neunter. Es winken zum vierten Mal in Serie Zähler für Sauber. Esteban Ocon wurde in seinem Force India Zehnter.

Hülkenberg und Alonso in Q2 raus

Renault hoffte in England auf die Positionen hinter den drei Topteams zurückzukehren. Doch auf eine schnelle Runde muss der französische Werksrennstall anderen Mittelfeldteams den Vortritt lassen. Nico Hülkenberg scheiterte im zweiten Quali-Durchgang denkbar knapp. Auf den rettenden zehnten Rang fehlten ihm nur 58 Tausendstel. Immerhin hat der lange Rheinländer am Start die freie Reifenwahl. Und immerhin glich er im teaminternen Qualifikationsduell gegen Carlos Sainz aus.

Auch Ex-Teamkollege Sergio Perez kam nicht weiter. Obwohl auch der Mexikaner nicht einmal eine Zehntelsekunde auf Teamkollege Ocon einbüßte, der sich als letzter Fahrer ins Q3 rettete. McLaren bewegt sich weiter rückwärts. Fernando Alonso stellte seinen MCL33 mit der 13.-langsamsten Rundenzeit ab. Da wird es den Spanier auch nicht trösten, weiterhin ungeschlagen in der Qualifikation zu sein. Es folgten Pierre Gasly im Toro Rosso und Marcus Ericsson im Sauber.

Williams mit peinlicher Vorstellung

In Österreich hatte Lance Stroll noch über den Einzug in den zweiten Qualifikationsteil gejubelt. Eine Woche später folgte die nächste Ernüchterung in einer verkorksten Saison. Gleich in seiner ersten fliegenden Runde drehte sich der Kanadier in Brooklands ins Kiesbett. Das ist die Stelle, die am Vormittag Brendon Hartley zum Verhängnis wurde. Stroll allerdings vermied einen Einschlag. Sollte es keine Strafen mehr hageln, teilen sich der 19-Jährige und Hartley die letzte Startreihe. Toro Rosso konnte das Auto des Neuseeländers nicht rechtzeitig reparieren. Der Unfall im dritten Training war von einem gebrochenen unteren Querlenker verursacht worden.

Sirotkin machte es seinem Teamkollegen wenige Minuten später nach. Der zweite Williams schlitterte in Stowe ins Kiesbett. Immerhin konnte sich der Russe aus eigener Kraft befreien und noch eine Rundenzeit setzen. Diese reichte aber nicht zu mehr als der 18. Position. Gegen Sirotkin lief nach dem Qualifying noch eine Untersuchung der Rennkommissare, weil der Rookie nach Strolls Unfall trotz roter Flaggen auf der Strecke blieb. Peinlicher hätte die Williams-Vorstellung vor den Augen von Teamgründer und Formel 1-Legende Frank Williams nicht sein können.

Stoffel Vandoorne lahmt in Silverstone. Auf die Positionen 17, 17 und 18 in den Trainings folgte Platz 17 im Qualifying. Auch Carlos Sainz als 16. musste sein Auto nach 18 Minuten abstellen. Einen Aufstieg verhinderte ausgerechnet der Garagennachbar. Mit dem letzten Versuch kickte Hülkenberg den Spanier raus.

GP England 2018 – 3. Training

Hartley mit heftigem Unfall

Brendon Hartley muss den dritten schweren Unfall in diesem Jahr verkraften. Sebastian Vettel griff nach Nackenproblemen nicht in die Jagd nach Bestzeiten im dritten Training ein. Lewis Hamilton sicherte sich seine zweite Trainingsbestzeit des Wochenendes.

Das dritte freie Training zum GP England 2018 begann mit einem schweren Unfall. Nach gut einer Viertelstunde bohrte sich der Toro Rosso von Brendon Hartley in der Auslaufzone der sechsten Kurve frontal in die Absperrung. Was war passiert? Hartley raste mit offenem DRS über die Wellington Straight als wie aus dem Nichts bei der Anfahrt zu Brooklands die linke Vorderradaufhängung am Radträger abknickte.

Der Neuseeländer war danach nur noch Passagier, drehte sich ein und rodelte durchs Kiesbett. Kurz vor dem Einschlag hob es das Heck des Toro Rosso STR13 leicht an und Hartleys wilder Ritt endet mit einer nach unten geneigten Nase im Reifenstapel. Eine mögliche Ursache: Das neue Asphaltband ist gespickt mit Bodenwellen, was zu einer Materialermüdung der Aufhängung geführt haben könnte. Der Toro Rosso-Pilot konnte sein Cockpit eigenständig verlassen. Es gehe ihm gut, berichtete die FIA.

Für Hartley ist es bereits der vierte schwere Unfall in dieser Saison. In Spanien verunfallte er ebenfalls im dritten Training. In Monaco schoss ihn Charles Leclerc ab. In Kanada kollidierte er mit Lance Stroll in der Startphase. Das Qualifying droht Hartley zu verpassen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Mechaniker in der Kürze der Zeit den Toro Rosso wieder flott bekommen. Als Vorsichtsmaßnahme hielt Toro Rosso seinen zweiten Fahrer Pierre Gasly in der Garage.

Mercedes gegen FerrariVettel hat Nacken

Im Kampf um die Vormachtstellung an der Spitze schlug Lewis Hamilton zurück. Der Sieger der letzten vier Silverstone-Ausgaben sicherte sich die Spitzenposition in 1:26.722 Minuten. Das ist die bisher schnellste Rundenzeit des Wochenendes. Die Pole-Marke 2017 verfehlte Hamilton um 0,122 Sekunden.

Sebastian Vettel nahm in der Schlussphase nicht an der Bestzeitenjagd teil. Der Heppenheimer kletterte nach acht gefahrenen Runden vorzeitig aus seinem Ferrari SF71H. Ferrari sprach von Nackenproblemen, weshalb sich der WM-Führende für die Qualifikation am Nachmittag schonen wolle. Im Klassement reihte sich der Heppenheimer an vierter Stelle ein.

Es deutet alles auf einen super engen Zweikampf in der Qualifikation zwischen Mercedes und Ferrari hin. Kimi Räikkönen verfehlte die Bestzeit im dritten Training nur um 93 Tausendstel. Der Finne drehte seine Bahn ein paar Minuten vor Hamilton, und brauchte einen zweiten Anlauf, um die Runde zusammen zu bekommen. Ferrari kann die Geschwindigkeit von Mercedes auf eine Runde mitgehen. Red Bull hingegen nicht. Während Silber und Rot schon die 1:27er Rundenmarke geknackt haben, schaffte es noch keiner der beiden Red Bull in 124 bisher gefahrenen Umläufen, den 5,891 Kilometer langen Kurs in unter 1:28 Minuten zu umrunden. Max Verstappen und Daniel Ricciardo waren auf den Positionen fünf und sechs annährend gleich schnell. Dem einen fehlten 1,290 Sekunden, dem anderen 1,296 Sekunden.

Sauber mischt Mittelfeld auf

Die große Überraschung ist Sauber. Sowohl Charles Leclerc als auch Marcus Ericsson brachten ihre Autos unter die besten zehn. Die Updates zeigen Wirkung. Leclerc hing sogar den Red Bull im Nacken. Von den beiden Topautos trennten den Monegassen nur etwa eineinhalb Zehntelsekunden. Auch Kevin Magnussen und Romain Grosjean schnitten gut ab. Beide HaasF1 sind Kandidaten für den Einzug in den dritten Qualifikationsteil. Grosjean berappelte sich nach seinem Abflug vom Vortag.

Im Gegensatz dazu rutschten die Force India aus der oberen Tabellenhälfte heraus. Auch Renault muss sich strecken, um das Ziel, „Best of the Rest“ zu sein, zu erreichen. McLaren sucht noch nach Geschwindigkeit. Fernando Alonso bekam den dritten Motor und die dritte Elektromaschine MGU-H ins Auto geschraubt. Stoffel Vandoorne fuhr zu Beginn des Trainings Aerodynamiktests. Dafür pinselten die McLaren-Mechaniker den oberen Rand des Halo-Cockpitschutzes und das Heckflügel-Hauptblatt mit FloViz ein.

GP England 2018 – Ergebnis 2. Training

Vettel kontert im Hamilton-Land

Sebastian Vettel hat im zweiten Training zum GP England 2018 zurückgeschlagen. Der WM-Führende schnappte sich bei heißen Verhältnissen den Spitzenplatz vor Rivale Lewis Hamilton. Red Bull ist dritte Kraft. Max Verstappen patzte und demolierte sein Auto.

Kann Ferrari beim Mercedes-Heimspiel einen Wirkungstreffer landen? Zumindest meldete das Team, das beim GP Österreich die WM-Führung bei den Konstrukteuren übernommen hatte, im zweiten Training zum GP England seine Siegesambitionen an. Sebastian Vettel drehte den schnellsten Umlauf am Freitagnachmittag.

Der Spitzenreiter der Fahrerweltmeisterschaft umkurvte die 5,891 Kilometer lange Strecke von Silverstone in 1:27.552 Minuten. Damit steigerte sich Vettel um über vier Zehntelsekunden gegenüber dem ersten Training, blieb jedoch etwas mehr als ein halbes Zehntel hinter der Tagesbestmarke von Lewis Hamilton.

Hamilton langsamer als am Vormittag

Der Weltmeister hatte die ersten 90 Minuten bestimmt. Am Nachmittag jedoch musste sich der fünfmalige Silverstone-Sieger hinter seinem Rivalen anstellen. Im Gegensatz zu Vettel brachte Hamilton seine erste fliegende Runde auf den Softreifen nicht zusammen. Da hatte der Brite ein paar Wackler drin. In seinem besten Versuch verlor Hamilton 0,187 Sekunden auf Vettel. Womöglich haben die heißeren Temperaturen den Mercedes W09 gebremst. Das Asphaltband erhitzte sich am Freitagnachmittag bei 26 Grad Lufttemperatur auf über 51 Grad.

Valtteri Bottas stellte den zweiten Mercedes auf den dritten Rang. Mit einem Rückstand von 0,357 Sekunden. Wie das komplette restliche Feld zog Bottas seinen Quali-Run auf den weichsten Pirelli-Reifen durch. Kimi Räikkönen als Vierter verlor fast eine halbe Sekunde auf den Teamkollegen. Der 38-jährige Routinier hat übrigens wie Sebastian Vettel erst einziges Mal in Silverstone triumphiert. Das war 2007 in seinem Weltmeisterjahr. Vettel siegte 2009 auf der Traditionsstrecke.

Red Bulls Befürchtungen scheinen wahr zu werden. Die abtriebsstarken Autos haben in Silverstone aus vielen Kurven Vollgaspassagen gemacht. „Das trifft uns doppelt“, sagte Max Verstappen schon am Donnerstag und zielt damit auf den leistungsschwächeren Renault-Motor ab. Mad Max knüpfte im zweiten Training nicht an die Vorstellung von Österreich an. Schon nach 15 Minuten warf der Niederländer seinen Red Bull weg und endete im Reifenstapel. Die Rennleitung unterbrach das Training daraufhin für acht Minuten.

Verstappen fliegt ab

Am Kurvenausgang übersteuerte der RB14, Verstappen korrigierte und fing sich einen Gegenpendler ein, den er nicht mehr kontrollieren konnte. Beim Kontakt mit der Begrenzung knickte das rechte Hinterrad ab. Womöglich hat es dabei die Antriebswelle ins Differential gedrückt, was das Getriebe zerstört haben könnte. Schon am Ende des ersten Trainings hatte die Kraftübertragung gestreikt. Verstappen beendet den Nachmittag ohne gezeitete Runde. Wie auch Romain Grosjean, der nach seinem Unfall in der ersten Übungseinheit zuschauen musste. Daniel Ricciardo wurde Fünfter. Der Rückstand von 0,856 Sekunden auf Position eins lässt annehmen, dass Red Bull zumindest auf eine Runde nur dritte Kraft im Feld ist.

Die Positionen dahinter waren bunt gemischt: ein McLaren, ein Renault, zwei Force India, ein Sauber. Fernando Alonso machte die McLaren-Fans als Sechster in turbulenten Zeiten für das Team zumindest etwas glücklich. Nico Hülkenberg verbesserte sich am Nachmittag und sprang vor auf die siebte Stelle. Beide Force India hielten sich in den Top 10. Diesmal war Esteban Ocon der schnellere Mann im Team. Hinter Sergio Perez rundete Charles Leclerc die Top 10 ab. Es zeigt sich, dass der Sauber C37 inzwischen auch in schnellen Kurven eine passable Figur abgibt. Bei den Longruns drehte sich Leclerc in Kurve sechs, konnte aber weiterfahren.

Pierre Gasly rollte 33 Minuten vor Ende in Kurve drei aus. Immerhin kratzt der Franzose mit seiner schnellsten Rundenzeit an den Top 10. Das Mittelfeld ist ohnehin dicht gedrängt. Zwischen Platz sechs und 17 liegen nur acht Zehntelsekunden. Selbst Williams kämpft mit. Einzig Brendon Hartley im zweiten Toro Rosso fällt etwas ab.

GP England 2018 – Ergebnis 1. Training

Hamilton zum Auftakt vorn

Silverstone ist auf dem Papier die Paradestrecke von Mercedes. Zum Auftakt des zehnten GP-Wochenendes des Jahres glückte Lewis Hamilton und Valtteri Bottas eine Doppelführung. Dahinter wechselten sich Ferrari und Red Bull ab. Romain Grosjean verunfallte.

Dieser Start war zu erwarten. Im ersten freien Training zum GP England 2018 dominierte Mercedes. Mit Lewis Hamilton an der Spitze. Der Weltmeister fühlt sich in der Heimat pudelwohl. Hamilton gewann bereits fünf Mal in Silverstone. Und auch in den ersten 90 Minuten war der WM-Zweite von seinen Konkurrenten nicht einzufangen.

Hamilton umrundete die zehn Rechts- und acht Linkskurven in 1:27.487 Minuten auf den weichen Pirelli-Reifen. Die Italiener liefern für das Wochenende außerdem die Mischungen Medium und Hard. Auf die Pole-Position-Marke des Vorjahres fehlten noch fast 1,5 Sekunden. Den Teamkollegen Valtteri Bottas distanzierte Hamilton um 0,367 Sekunden. Auch der Finne setzte seine persönlich schnellste Runde auf den weichen Reifen. Das trifft auch auf die beiden Ferrari-Fahrer zu.

Räikkönen-Dreher, Verstappen-Defekt

Sebastian Vettel reihte sich mit über einer halben Sekunde Rückstand auf dem dritten Platz ein. Noch zünden die Neuerungen nicht, mit denen die Italiener ihrem schärfsten Rivalen auf der schnellen Strecke gefährlich werden wollen. Ferrari vervollständigt in England sein Aerodynamik-Paket, das man in Kanada (Leitbleche) und Frankreich (Frontflügel) begonnen hatte. In Silverstone schmücken den SF71H ein neuer Unterboden und Diffusor. Außerdem änderte Ferrari die Motorabdeckung neben dem Auspuff ab.

Kimi Räikkönen platzierte sich an fünfter Stelle. Rund 20 Minuten vor Trainingsende drehte sich der Finne in Brooklands von der Bahn, ohne einzuschlagen. Auf Vettel büßte der Weltmeister von 2007 über zwei Zehntelsekunden ein. Dazwischen schob sich Daniel Ricciardo. Der Red Bull RB14 des Australiers war am Vormittag mit einem neuen Frontflügel für weniger Anpressdruck bestückt. Fraglich ist, ob Red Bull den Flügel für das restliche Wochenende weiter einsetzen will, um damit die fehlende Motorleistung zu kaschieren, oder ob es ein Test für einen späteren Zeitpunkt der Saison war. Zum Beispiel für Spa-Francorchamps.

Österreich-Sieger Max Verstappen bestritt das ganze Training auf den Medium-Reifen, um sich die weichsten Sätze zu sparen. Als einziger Fahrer der drei Topteams hat der Niederländer nur sieben Sätze Soft geordert. Hamilton, Bottas, Vettel, Räikkönen und Ricciardo haben jeweils acht Garnituren der weichsten Mischung für Silverstone. Mit den härteren Gummis landete Verstappen auf dem sechsten Rang. Vier Minuten vor Schluss parkte er seinen RB14 mit einem Defekt an der Boxenmauer. Das Getriebe war im vierten von acht Gängen stecken geblieben.

Grosjean fliegt in Abbey ab

Am gestrigen Donnerstag rätselten die Fahrer, ob sie auf der neuen DRS-Zone, die von Start-Ziel bis Kurve drei führt, mit geöffnetem Flügel fahren können. Romain Grosjean versuchte es, und flog eine halbe Stunde vor Trainingsende ab. Die Wiederholung zeigte, dass der Franzose mit umgeklapptem Flap in Abbey einlenkte, ihm dann aber mit weniger Anpressdruck das Heck entgleitete. Da halfen auch die weichen Reifen nichts. Verstappen, Vettel und Esteban Ocon machten es besser: Sie kamen unbescholten mit offenem DRS durch die erste Kurve. Das restliche Feld probierte es nicht aus.

Die Kurve wird mit über 280 km/h durchfahren. Das Kiesbett federte Grosjeans Abflug ab, der im Reifenstapel endete. Dabei brachen Frontflügel und linke Vorderradaufhängung. Kurz nach dem Training folgte die Hiobsbotschaft. „Das Chassis wurde bestätigt. Wir müssen es tauschen. Romain wird nicht am zweiten Training teilnehmen“, erklärte HaasF1-Teamchef Guenther Steiner. Da tröstet auch nicht der gute Speed. Grosjean landete auf dem siebten Platz. Nach dem Erfolgserlebnis von Spielberg dürfte der Unfall das Selbstvertrauen jedoch wieder kleiner werden lassen. Teamkollege Kevin Magnussen musste eine halbe Stunde nach Trainingsende bei den Rennkommissaren vorsprechen. Sie untersuchten einen Vorfall mit Fernando Alonso. Die Stewards kamen zum Entschluss, Magnussen nicht zu bestrafen.

HaasF1 erwartet von den Kontrahenten im Mittelfeld mehr Gegenwehr als zuletzt in Österreich. Im ersten Training hängte man die Verfolger von Force India um eine halbe Sekunde ab.

Das Team mit Sitz in Silverstone hat für das Heimrennen endlich den neuen Unterboden an den VJM11 geschraubt. Dazu spendierte man dem rosafarbenen Auto geänderte Bargeboards. „Der Windkanal verspricht ein paar Zehntel“, sagt Sportdirektor Otmar Szafnauer. „ Hoffentlich kommen die an der Strecke an.“

Stroll in den Top 10

Überraschend schaffte es Lance Stroll unter die besten zehn. Teamkollege Sergey Sirotkin wurde Letzter. Der Russe geht von einem weiteren schwierigen Wochenende aus. „Eine schnelle Strecke und heißes Wetter. Das ist keine gute Kombination für uns.“ Zum Auftakt blieben die Temperaturen moderat: 20 Grad Luft- und 37 Grad Asphalttemperatur.

Die Sauber-Fahrer knüpften an die guten Vorstellungen der letzten Wochen an. Marcus Ericsson verpasste knappt die Top 10. Charles Leclerc landete auf Rang 13. Wieder gibt es neue Teile. Sauber ändert die vorderen Bremsbelüftungen und die Heckflügel-Endplatten. Für Renault verliefen die ersten 90 Minuten hingegen enttäuschend. Nico Hülkenberg bekommt für das Rennwochenende nach dem Turboschaden von Spielberg einen neuen Turbolader und Motor. Die Elektromaschine MGU-H hingegen überlebte. Bottas erhält den dritten Motor, Turbo und die dritte MGU-H. Dazu baut Mercedes die zweite MGU-K ein. Grosjeans HaasF1 trägt eine neue Batterie. Leclercs Sauber eine neue Batterie und Steuereinheit. Alle Piloten kommen straffrei davon.

Bei Toro Rosso überzeugte Pierre Galsy, wohingegen Brendon Hartley abfiel. Beide McLaren kamen auf der Highspeed-Bahn nicht über Positionen im hinteren Mittelfeld hinaus. Fernando Alonso bekam wieder den neuen Frontflügel ans Auto geschraubt, den man bereits in Österreich ausprobiert hatte.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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