Fahrernoten GP Türkei 2020: Sieben Titel, Note 10

Konstanz als Schlüssel: Hamilton punktete zum 47. Mal in Folge.
In den letzten 81 Grand Prix landete er 80 Mal in den Punkten.
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Konstanz als Schlüssel: Hamilton punktete zum 47. Mal in Folge. In den letzten 81 Grand Prix landete er 80 Mal in den Punkten.

© xpb

Lewis Hamilton ist zum siebten Mal Weltmeister. Und er hat den Titel mit Stil gewonnen. Es war ein Sieg mit Köpfchen. Hamilton wartete ab, bis seine Chance kam. Dann schlug er mit all seiner Routine zu. Auch Sergio Perez verdiente sich die Bestnote. Jetzt wird es für Red Bull schwer, den Mexikaner nicht zu holen.

Sebastian Vettel fasste den GP Türkei in drei Sätzen zusammen. "Es war nicht das Rennen von Lewis Hamilton. Und er hat es trotzdem gewonnen. Das zeigt seine Klasse." Tatsächlich sah Hamilton erst wie ein Sieger aus, als seine Gegner zum zweiten Boxenstopp abgebogen waren und er selbst auf alten Intermediates nicht langsamer wurde. Weil wir wissen, dass er der König des Reifenmanagements ist, war sein 94. GP-Sieg ab da praktisch in Stein gemeißelt. Und sein siebter WM-Titel dazu. Vor so viel Exzellenz verneigen wir uns mit Note 10.

Die Bestnote müssen wir auch an Sergio Perez verteilen. Okay, der Mexikaner hat das Trainingsduell gegen Lance Stroll verloren. Er lag auch 35 Runden lang hinter seinem Teamkollegen und ging erst an ihm vorbei, als Racing Point Stroll gegen seinen Willen an die Box holte. Doch der Kanadier hatte da schon seine Reifen überstrapaziert, und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis er die Position gegen Perez verloren hätte. Der fuhr zum neunten Mal in seiner Karriere auf das Podium, weil er wie Hamilton seine Reifen streichelte und trotzdem schnell unterwegs war. Und das mit einem Racing Point, der noch lange kein Mercedes ist, sondern höchstens eine Kopie.

Vettel zwischen 9 und 10

Und Sebastian Vettel? Wir haben lange zwischen Note 9 und 10 geschwankt. Wir geben ihm nur eine "9", weil er am Ende vom Fehler seines Teamkollegen profitiert hat. Charles Leclerc war bereits vorbei und hatte bis zu 5,5 Sekunden Vorsprung auf Vettel. Doch dann half dem deutschen Ex-Champion seine Erfahrung. Er kämpfte sich wieder so weit heran, dass er auf Schlagdistanz war und nur darauf warten musste, bis sich Leclerc und Perez in die Haare bekommen. Vettel erkannte in seiner eigenen Analyse einen kleinen Schönheitsfleck in seinem Rennens: "Ich war mit dem zweiten Satz Intermediates am Anfang zu konservativ. Deshalb konnte Charles aufschließen und vorbeigehen."

Es gab an diesem grauen Herbsttag am Bosporus auch ein paar gefallene Helden. Max Verstappen zum Beispiel. Der Holländer wäre der schnellste Mann auf der Strecke gewesen, wenn er alles richtig gemacht hätte. Hat er aber nicht. Er drehte sich drei Mal, zwei Mal davon aus Ungeduld. Deshalb nur Note 4.

Valtteri Bottas legte sechs Pirouetten auf die Bahn. Seine Erklärung: Ein Frontflügelschaden und eine schiefe Lenkung. Das reicht uns nicht. Auch er bekommt nur Note 4. Lance Stroll war die tragische Figur. Mit seiner Pole Position und mit 32 Führungsrunden war er auf dem Weg zu Note 10. Doch dann brachte sich der Kanadier durch schlechtes Reifenmanagement um alle Chancen. Offenbar war auch der Frontflügel ein wenig beschädigt. Trotzdem: Wer von eins auf neun fällt, muss mit zwei Noten Abzug leben können.

Fahrernoten GP Türkei

Hier die Fahrernoten im Schnellüberblick. Die Einzelkritiken aller 20 Piloten finden Sie wie immer in der Galerie.

  • Lewis Hamilton: 10/10
  • Sergio Perez: 10/10
  • Sebastian Vettel: 9/10
  • Charles Leclerc: 8/10
  • Carlos Sainz: 9/10
  • Max Verstappen: 4/10
  • Alexander Albon: 7/10
  • Lando Norris: 8/10
  • Lance Stroll: 8/10
  • Daniel Ricciardo: 7/10
  • Esteban Ocon: 7/10
  • Daniil Kvyat: 6/10
  • Pierre Gasly: 5/10
  • Valtteri Bottas: 4/10
  • Kimi Räikkönen: 7/10
  • George Russell: 5/10
  • Kevin Magnussen: 8/10
  • Romain Grosjean: 4/10
  • Nicholas Latifi: 3/10
  • Antonio Giovinazzi: 4/10
Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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