Fahrfehler Schuld am Crash

Das Auto war nicht Schuld am Crash von Maria de Villota. Bleibt
als Unfallursache nur noch ein Fahrfehler der Spanierin.
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Das Auto war nicht Schuld am Crash von Maria de Villota. Bleibt als Unfallursache nur noch ein Fahrfehler der Spanierin.

© Glock

Marussia hat die Untersuchung des Unfalls von Testfahrerin Maria de Villota beendet. Ein technisches Problem am Auto wurde ausgeschlossen. Die Pilotin muss demnach selbst einen Fehler gemacht haben.

Aus Rücksicht auf die Familie und die schwerverletzte Maria de Villota hat das Marussia-Team lange gewartet, bis die ersten Ergebnisse zur Untersuchung des Unfallhergangs veröffentlicht wurden. Knapp zwei Wochen nach dem Horrorcrash bei den Testfahrten im englischen Duxford gibt es nun die ersten Aussagen zur Ursache.

Kein Fehler am Marussia-Auto

"Das Marussia F1 Team hat direkt nach dem Crash eigene Analysen eingeleitet. Diese Untersuchungen hatten das Ziel, die Gründe und Begleitfaktoren für den Unfall zu ermitteln und herauszufinden, ob es irgendwelche Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Auto für den folgenden GP England gibt", erklärte der Rennstall in einer Stellungnahme.

"Nach Auswertung aller Daten und der zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen, hat das Team zufrieden festgestellt, dass es keine Probleme mit dem Auto selbst gab. Das Chassis wurde deshalb zur Vorbereitung für das Rennwochenende freigegeben."

Neben den teaminternen Ermittlungen war auch eine externe Expertengruppe sowohl an der Teststrecke in Duxford als auch in der Marussia-Fabrik in Banbury im Einsatz, um die genau Unfallursache im Detail herauszufinden.

Interne Ermittlungen zum Unfall abgeschlossen

Die Ergebnisse der internen Untersuchung wurden zunächst an die unabhängige Arbeitsschutz-Kommission HSE (Health & Safety Executive) weitergeleitet. "Wir können  zufrieden feststellen, dass unsere internen Ermittlungen das Auto als Unfall-Faktor ausschließen", so Teamchef John Booth.

Die eigenen Analysen seien damit abgeschlossen. "Wir können uns nun wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren - den Gesundheitszustand von Maria. Wie es genau zu der verhängnisvollen Kollision mit einem Team-Truck kam, bei der Maria de Villota das rechte Auge verloren hatte, wollte das Team nicht mitteilen.

Fahr- oder Bedienfehler von Maria de Villota

Wenn sich das Auto technisch in einwandfreiem Zustand befand und die Strecke, wie Marussia betont, von der FIA als Testgelände geprüft und abgenommen war, dann bleibt als Unfallursache nur noch ein Fahr- oder Bedienfehler der Pilotin übrig.

Der Rennstall hatte zuletzt Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Pilotin zu unerfahren gewesen sei. Es habe sich bereits um den vierten Einsatz in einem Formel 1-Auto gehandelt, erklärte das Team. Trotzdem muss De Villota bei der ersten Runde des Straight-Line-Tests ein Fehler unterlaufen sein.

Zunächst hatten Experten das Anti-Stall-System unter Verdacht, das mit der Erhöhung der Drehzahl automatisch ein Abwürgen des Motors verhindert. Dieser Verdacht bestätigte sich aber offenbar nicht. Genaue Aussagen will man bei Marussia aber nicht treffen. Ein enger Mitarbeiter sagte nur so viel: "Manchmal ist es schwerer ein Auto langsam zu fahren als schnell."

Quelle: 2012 Motor-Presse Stuttgart
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