Formcheck GP Türkei 2020: Ferrari auf dem Vormarsch

Formcheck GP Türkei 2020: Ferrari auf dem Vormarsch
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Formcheck GP Türkei 2020: Ferrari auf dem Vormarsch

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Im Mittelfeld ist weiter viel Bewegung. Racing Point hat gezeigt, dass der RP20 auf dem Papier das beste Auto ist, aus dem Fahrer und Team aber nicht immer das beste rausholen. Das ist Ferrari gelungen, weil das Team die günstigen Umstände perfekt umgesetzt hat.

Mercedes auf den Startplätzen 6 und 9: Nein, das war nicht der Beginn des Niedergangs. Es war ein Zeichen, dass am Samstag nicht die Qualitäten des Autos eine Rolle spielten, sondern wie schnell man die Reifen in ihr Arbeitsfenster bekam. Am Sonntag war genug Zeit dazu. Da rollte der Mercedes-Express dann wieder. Kaum hatten die Reifen Temperatur, bestimmte das Auto den Speed. Red Bull hat in der Türkei die Chance verpasst, Mercedes zu schlagen. Bei diesen Bedingungen hatte der Herausforderer ein Auto zur Hand, das mithalten konnte. Red Bull stand sich mit zu vielen Fehlern selbst im Weg.

Im Mittelfeld reichte ein Rennen aus, das Bild komplett zu ändern. Spitzenreiter Renault stürzte ab, weil das Auto auf glattem Untergrund ein Problem mit seinen Reifen hat. Racing Point hätte noch mehr als die 20 Punkte aus der Türkei mitbringen können. Sergio Perez lieferte mit seinem zweiten Platz das bestmögliche Resultat ab. Beim Trainingsschnellsten Lance Stroll wäre mehr drin gewesen. Ein Frontflügelschaden und Defizite beim Reifenmanagement kosteten viele Punkte. Immerhin hat sich gezeigt: Racing Point hat das beste Auto im Verfolgerpulk.

Wundertüte Ferrari

Ferrari machte es besser. Der WM-Sechste war mit 27 Punkten der erfolgreichste Rennstall in der Türkei. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Die Vorzeichen standen günstig. Auf glattem Untergrund ist der Ferrari SF1000 ein ordentliches Rennauto. Weil Motorleistung und aerodynamische Effizienz nicht die entscheidende Rolle spielen. Ineffizienten Abtrieb hat Ferrari genug. Zum Glück war der GP Türkei kein richtiges Regenrennen. Da hätte Ferrari mehr Probleme gehabt, wie das Training zeigte. Nach dem großen Reibach darf Ferrari sogar wieder hoffen, im Kampf um Platz 3 mitzumischen. Racing Point, McLaren und Renault sind nicht mehr unerreichbar weit weg.

Die Form von McLaren, Renault und Alpha Tauri bestimmte das Setup. McLaren entschied sich für Reifenschonen, Renault für das Gegenteil. Das bestrafte McLaren am Samstag und Renault am Sonntag. Während McLaren von einem zweiten Reifenwechsel profitierte, war er für Daniel Ricciardo fatal. Alpha Tauri befand sich das ganze Wochenende im Nirgendwo. Red Bulls Schwesterteam hatte sich in der Fahrzeugabstimmung total vergriffen. Die Autos waren weder am Samstag noch am Sonntag konkurrenzfähig.

Die drei Schlusslichter gingen leer aus. Das allein zeigt, dass der GP Türkei kein echtes Chaosrennen war. Alfa-Sauber ging es wie Renault. Gut am Samstag, schwach am Sonntag. Haas hätte mit Kevin Magnussen den Speed gehabt, an den Punkterängen zu riechen, doch der Däne war im Istanbul Park vom Pech verfolgt. Im Training brachten ihn gelbe Flaggen um eine bessere Startposition. Im Rennen ein verunglückter Boxenstopp. Williams durfte nur das halbe Rennen von WM-Punkten träumen. Mit dem zweiten Wechsel auf Intermediates ging der Grip verloren.

Power Ranking GP Türkei

Hier ist unser Power Ranking im Schnellüberblick. Den detaillierten Formcheck aller zehn Teams finden Sie wie immer in der Galerie.

  1. Mercedes (1)
  2. Red Bull (2)
  3. Racing Point (4)
  4. Ferrari (5)
  5. McLaren (7)
  6. Renault (3)
  7. Alpha Tauri (6)
  8. Alfa Romeo (8)
  9. Haas (10)
  10. Williams (9)

*in Klammern Position nach dem Imola-Rennen

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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