GP Abu Dhabi 2019 - Ergebnis Qualifikation

Die schnellsten Drei am Quali-Samstag: Lewis Hamilton, Valtteri
Bottas und Max Verstappen.
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Die schnellsten Drei am Quali-Samstag: Lewis Hamilton, Valtteri Bottas und Max Verstappen.

© Wilhelm

Lewis Hamilton hat das letzte Qualifying des Jahres in Abu Dhabu dominiert. Der Weltmeister hängte Teamkollege Valtteri Bottas um zwei Zehntelsekunden ab. Max Verstappen wurde Dritter und rückt nach der Bottas-Strafe in die erste Startreihe auf. Ferrari war chancenlos.

Lange hatte Lewis Hamilton auf seine 88. Karriere-Pole warten müssen. Seit dem GP Deutschland schaffte es der Rekordhalter nicht mehr, die schnellste Runde in der Qualifikation zu setzen. Bis zum GP Abu Dhabi. Am Samstagabend verwies der Weltmeister unter Flutlicht die Konkurrenz auf die weiteren Plätze und schnappte sich zum fünften Mal die Pole im Emirat.

Hamilton bestimmte das Qualifying über alle K.O.-Runden. Im dritten Abschnitt distanzierte der sechsfache Titelträger den Teamkollegen mit einer Rundenzeit von 1:34.779 Minuten um fast zwei Zehntel. „Gestern lief es nicht. Ich musste mich neu sortieren. Es hat geklappt. Heute habe ich mich deutlich wohler im Auto gefühlt“, erklärte Hamilton anschließend. Valtteri Bottas kann sich nicht über den zweiten Platz freuen. Eine Motorenstrafe wirft den Finnen aus der ersten Startreihe bis auf den letzten Platz.

Ferrari verkalkuliert sich

Davon profitiert als erster Verfolger Max Verstappen. Red Bull konnte auf eine Runde nicht ganz mit den Silberpfeilen mithalten. Verstappen büßte 0,360 Sekunden ein. Hamilton ist damit der klare Favorit auf den Rennsieg. Mercedes hatte auch die Longruns am Freitag bestimmt. „Besser hätten wir heute nicht abschneiden können. Mercedes ist hier zu schnell. Ich glaube aber, dass wir im Rennen ein paar Gelegenheiten haben könnten, obwohl Mercedes auch da sehr schnell sein wird“, bilanzierte Verstappen.

Ferrari spielte keine Rolle. Charles Leclerc entschied das teaminterne Duell gegen Sebastian Vettel für sich. Trotzdem ärgerte sich der Monegasse. Einerseits über ein Auto, das im letzten Sektor mit den vielen Kurven deutlich gegenüber der Konkurrenz abfällt. Zum anderen über seine Strategen, die ihm in Q3 einen zweiten Versuch verwehrten. Ferrari schickte Leclerc zu spät auf die Strecke.

Sebastian Vettel begann das Qualifying im ersten Durchgang mit einem Dreher in der Zielkurve, er schlug aber zum Glück nicht in der Mauer ein. In Q3 fehlte es dem Heppenheimer wie dem Teamkollegen an Speed. „Der Rückstand kam nicht unerwartet. Hier ist es eine lange Runde, dazu hat es viele langsame und mittelschnelle Kurven. Das war schon das ganze Jahr nicht unsere Stärke“, äußerte sich der Ferrari-Pilot.

Als einziger Fahrer in einem der drei Top-Autos startet Vettel das Rennen auf dem weichsten Reifen. Seine Rivalen beginnen auf dem Medium. „Die Überlegung hinter den weichen Reifen am Start war einfach etwas anderes zu machen als die anderen.“

Alexander Albon büßte neun Zehntelsekunden auf die Pole-Zeit und über eine halbe Sekunde auf den Teamkollegen ein. So kam die sechstschnellste Runde des Tages heraus. McLaren setzte sich dahinter im Zweikampf mit Renault durch. Lando Norris war der schnellste Mann im Mittelfeld, gefolgt von Daniel Ricciardo, Carlos Sainz und Nico Hülkenberg. Für den Le-Mans-Sieger von 2015 war es das vorerst letzte Qualifying in der Formel 1.

Perez verpasst Q3

Im dritten Training hatte Sergio Perez das Mittelfeld noch angeführt. In der Qualifikation am Samstagabend rutschte der Mexikaner zurück. Es reichte nicht einmal für den dritten Qualifikationsteil. Dafür hätte Perez zwei Zehntel schneller fahren müssen. Immerhin hat der Racing-Point-Pilot als erster Fahrer am Start die freie Reifenwahl. Durch die Rückversetzung von Bottas kommt Perez in die fünfte Reihe neben Hülkenberg nach vorne.

Wie so oft entschied der 29-Jährige das Qualifying-Duell gegen Lance Stroll. Der Kanadier erzielte die 13. schnellste Runde. Ein Trost für Racing Point: Alfa Romeo scheint keine Gefahr im Kampf um den siebten WM-Rang.

Auch für beide Toro Rosso war in Q2 Endstation. Pierre Gasly fluchte am Funk und musste von der Regie zensiert werden. Der ehemalige Red Bull-Fahrer reihte sich auf dem 12. Platz ein. Nach den Trainings hatte es für Toro Rosso noch vielversprechender ausgesehen. Das Team kämpft mit Renault um den fünften Platz in der Team-WM, doch die Ausgangsposition ist schlecht. Toro Rosso liegt acht Punkte zurück und startet von weiter hinten.

Schwaches Wochenende für Alfa

Haas erlebte nach guten Trainings ein enttäuschendes Qualifying. Kevin Magnussen erkämpfte sich zwar einen Platz in Q2, war da aber der langsamste Fahrer. Auch bei Romain Grosjean folgte auf einen starken Trainingsfreitag der Absturz. Der Franzose musste nach dem Zusammenprall mit Valtteri Bottas mit einem alten Unterboden fahren. Dadurch kam der Speed abhanden. Der Haas-Pilot verfehlte den Aufstieg in Q1 um drei Zehntelsekunden. Beinahe hätte sich Grosjean wie in Silverstone in der Boxenstraße gedreht, weil ihm Daniil Kvyat direkt vor die Nase vor, und er ausweichen musste. Die Stewards untersuchen den Vorfall nach der Qualifikation.

Nach dem Zwischenhoch von Sao Paulo erlebt auch Alfa Romeo in Abu Dhabi eines der schwächsten Wochenenden des Jahres. Es deutete sich bereits in den Trainings an, dass bis auf Williams alle Mittelfeldteams schneller sind. In der Qualifikation konnten sich die Autos aus Hinwil nicht signifikant steigern. Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen kletterten nach den ersten 18 Minuten aus ihren Autos. Wie in allen Rennen zuvor schaffte es auch keiner der Williams-Piloten in den zweiten Durchgang. George Russell behielt seine weiße Weste. Der Engländer gewann das teaminterne Duell gegen Robert Kubica zum 21. Mal in Folge

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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