GP Nr. 300 - Südafrika 1978

Start - James Hunt - McLaren M26 - GP Südafrika 1978 -
Kyalami
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Start - James Hunt - McLaren M26 - GP Südafrika 1978 - Kyalami

 © sutton-images.com
03.02.2019 - 00:00 Uhr von Michael Schmidt

Der GP Südafrika 1978 war ein Krimi, der erst in der letzten Runde entschieden wurde. Die Sieganwärter scheiterten an Defekten oder zu wenig Benzin im Tank. Erst zwei Kurven vor Schluss wurde das Duell um den Sieg entschieden.

Der 300. Grand Prix der Geschichte inszenierte ein würdiges Rennen zum Jubiläum. Seine Story musste ständig neu geschrieben werden. Es gab einen Überraschungssieger, der vom 11. Startplatz kam und das entscheidende Überholmanöver erst 1,5 Kilometer vor dem Ziel abschloss. Vorher lag Ronnie Peterson nie an der Spitze.

Peterson schenkte Lotus einen Sieg, den man Mario Andretti gestohlen hatte, weil Colin Chapman wieder einmal eine Kanne oder 15 Liter zu wenig Sprit in den Tank füllen ließ. Andretti und Chapman hatten über die 15 Liter Differenz noch in der Startaufstellung diskutiert. Drei Runden vor Schluss musste Andretti Benzin nachfassen. Er rutschte vom zweiten auf den siebten Platz ab.

Sechs Siegkandidaten, ein Sieger

Es gibt viele Siegkandidaten in diesem Rennen. Natürlich Favorit Andretti, der den Trainingsschnellsten Niki Lauda im Brabham-Alfa Romeo ausbeschleunigt und sich 21 Runden lang an der Spitze hält. Der linke Vorderreifen überhitzt und wirft Blasen. Ja, das gab es damals schon.

Der zweite Spitzenreiter des Rennens ist Jody Scheckter, der noch im Vorjahresauto von Wolf sitzt. Inzwischen hat sich der Pulk an der Spitze auf fünf Autos vergrößert. Jody Scheckter im Wolf, Riccardo Patrese im Arrows, Patrick Depailler im Tyrrell, Niki Lauda im Brabham und Mario Andretti im Lotus. Vom späteren Sieger Ronnie Peterson noch keine Spur.

Besonders dieser Patrese ist eine Sensation. Der 23-jährige Italiener fährt in einem Arrows, ein Team, das erst ein Rennen zuvor in Brasilien debütiert hat und mit einem Auto antritt, dessen Design man von Shadow geklaut hatte. In der 27. Runde geht Patrese in Führung. Im Mittelfeld schwimmen sich Ronnie Peterson, John Watson und Alan Jones frei und schließen langsam zur Spitzengruppe auf.

Dort ist laufend Bewegung. Während sich Patrese vorsichtig absetzt, haben sich Andrettis Reifen wieder erholt. Der Lotus-Pilot überholt Scheckter und nimmt hinter Patrese, Depailler und Lauda eine Warteposition ein. In der 53. Runde steigt Lauda mit Motorschaden aus. Sieben Runden später parkt Scheckters Wolf im Kiesbett. Es gibt Probleme mit der Benzinzufuhr. Viele Motoren leiden unter der Hitze mit Dampfblasenbildung im Kraftstoff.

Entscheidung 1,5 Kilometer vor dem Ziel

Ronnie Peterson stößt erst 20 Runden vor Schluss zur Spitzengruppe, nachdem er Jones, Scheckter und Watson hinter sich gelassen hat. In der 64. Runde endet ein PS-Märchen. Im Arrows von Patrese streikt der Motor. Er hat schon mit 7 Sekunden Vorsprung geführt. So nah kommt Arrows einem GP-Sieg erst wieder 19 Jahre später in Ungarn. Jetzt liegt Depailler vor Mario Andretti, Peterson und Watson an der Spitze.

Als alle auf den entscheidenden Angriff von Andretti warten, biegt der Lotus plötzlich an die Boxen ab. Er braucht dringend Benzin. Sein Teamkollege Peterson profitiert in der letzten Runde davon, dass auch Depaillers Tyrrell Schwierigkeiten mit der Benzinversorgung bekommt.

Ein Motor-Aussetzer bringt Peterson in der letzten Kurve in der Jukskei-Kurve längsseits. Der Kampf Seite an Seite geht über drei Kurven. In den Esses setzt sich Peterson durch. Das alte 78er Modell von Lotus hat seinen zweiten Saisonsieg gelandet. Depailler rettete sich noch vor Watson im zweiten Brabham ins Ziel.

Alan Jones fällt im Schlussdrittel zurück. Er leidet unter einer schweren Grippe. Sein 4. Platz erlöst Frank Williams. Sein Team hatte zuletzt 1975 Punkte geholt. Mario Andretti macht Chapman bittere Vorwürfe. „Colins Kampf um jedes Gramm Gewicht hat schon paranoide Züge.“ Platz 7 ist ein schlechter Trostpreis für den späteren Weltmeister.

78 Runden à 4,104 km = 320,112 Kilometer

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Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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