GP Sakhir 2020 - Ergebnis Qualifikation: Bottas auf Pole vor Russell

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Sakhir - Bahrain -
Freitag - 4.12.2020
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Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Sakhir - Bahrain - Freitag - 4.12.2020

© Motorsport Images

Mercedes hat es mal wieder geschafft. Valtteri Bottas sicherte sich in einem spannenden Qualifying die Pole Position vor Teamkollege George Russell. Max Verstappen verpasste die Bestzeit nur um ein halbes Zehntel. Charles Leclerc brillierte im Ferrari.

Der Weltmeister fehlte. Trotzdem schnappte sich ein Mercedes zum 15. Mal in dieser Saison die Pole Position. Obwohl Valtteri Bottas nicht ganz zufrieden mit seinen Runden im letzten Durchgang war, fuhr der Finne auf den besten Startplatz. Am späten Samstagabend umrundete der WM-Zweite in seinem Mercedes den 3,543 Kilometer kurzen Kurs in 53,377 Sekunden.

Top 3 eng zusammen

"Es fühlt sich an wie eine Mickey-Mouse-Strecke, die sehr wellig ist. Es war nicht meine beste Qualifikation. Trotzdem bin ich zufrieden, weil ich von ganz vorne starte", fasste der Pole-Setter zusammen. Es kam wie erwartet. Die Abstände waren extrem gering. George Russell absolvierte ein starkes Qualifying. Der Mann, der sonst im Williams sitzt und im zweiten Bahrain-Rennen den erkrankten Lewis Hamilton vertritt, verlor in seinem schnellsten Umlauf nur 26 Tausendstel auf den Teamkollegen, der Auto und Team besser kennt.

Bottas erfüllte seine Pflicht, Russell gab seine Bewerbung für höhere Aufgaben ab. "Schade, dass ich so extrem knapp an meiner ersten Pole vorbeigeschrammt bin. Dennoch bin ich sehr glücklich. Wenn mir vor einer Woche jemand gesagt hätte, dass ich hier als Zweiter starte, hätte ich ihn für verrückt erklärt", sagte der 22-Jährige.

Max Verstappen schlitterte um gerade einmal 56 Tausendstel an der Pole Position vorbei. Wieder einmal war Red Bull ein Einmannteam. Während Verstappen dem Klassenprimus einheizte, scheiterte Alexander Albon bereits in Q2. "Der geringe Abstand zu Mercedes erklärt sich durch das Streckenlayout. Wir starten morgen auf anderen Reifen als sie. Vielleicht geht ja über die Strategie mehr", hofft der Drittplatzierte.

Mercedes wird den Grand Prix auf den Mediumreifen starten, die eine längere Haltbarkeit versprechen. Verstappen sollte den Vorteil haben, auf den weichen Gummis beim Losfahren mehr Grip zu haben. Im dritten Qualifikationsdurchgang unterschieden sich die Reifenstrategien ebenfalls. Beide Mercedes-Fahrer probierten es drei Mal, Verstappen nur zwei Mal auf den weichen Reifen.

Leclerc mit starker Leistung

Ferrari steht dank einer herausragenden Leistung von Charles Leclerc besser da, als man eigentlich ist. Der Monegasse brillierte in der Qualifikation und führte sogar das Mittelfeld an. Die viertschnellste Rundenzeit des Tages glückte ihm direkt zu Beginn von Q3. Danach kletterte Leclerc aus seinem Ferrari. Offenbar hatte man keinen frischen Satz der weichen Garnitur mehr. "Das war eine sehr, sehr gute Runde", berichtete Leclerc.

Den Teamkollegen erwischte es in Q2. Ferrari pokerte auf den Mediumreifen und verzockte mit Vettel. Dessen letzter Versuch auf den weichen Reifen reichte nicht, um sich unter die Top 10 zu fahren. "Ich verliere leider zu viel Zeit auf den Geraden. Und in der Schikane fand ich nicht den Grip, der offenbar vorhanden war," erklärte Vettel. Ein Motorwechsel zwischen Training und Qualifikation hat sicher nicht geholfen.

Racing Point muss sich mit den Startpositionen fünf und zehn für Sergio Perez und Lance Stroll anfreunden. Auf Ferrari fehlten fast zwei Zehntelsekunden. Perez hängte seinen Teamkollegen um vier Zehntelsekunden ab. Alpha Tauri positioniere sich auf den Plätzen sechs und neun. Daniil Kvyat gewann erst zum dritten Mal in dieser Saison ein Quali-Duell. Der Sieg über Pierre Gasly bringt ihm den sechsten Startplatz. Sein Teamkollege wurde mit einem angeschlagenen Auto Neunter. In Q2 hatte sichGasly den Unterboden auf einem Randstein ramponiert. Renault enttäuschte. Daniel Ricciardo erreichte den siebten Platz. Dahinter landete Carlos Sainz im besseren der beiden McLaren.

Albon-Aus in Q2

Alexander Albon betrieb keine Eigenwerbung am späten Samstagabend. Red Bulls Nummer zwei verlor im zweiten Durchgang vier Zehntel auf den Teamkapitän und musste sogar vorzeitig aussteigen. In einem Feld mit extrem engen Abständen reichte es für den Thailänder nur für die 12. Position. Das ist eine herbe Enttäuschung. Albon muss eigentlich abliefern, um sein Cockpit bei Red Bull für 2021 zu verteidigen.

Auch Esteban Ocon stieg mit Frust aus dem Auto. Der Franzose war in den Trainings Siebter und zwei Mal Vierter. Doch als es darauf ankam, wollte ihm keine saubere Runde gelingen. Ocon verpasste den Aufstieg in Q3 um 54 Tausendstel. Das nächste Team-Duell gegen Ricciardo ging verloren. In diesem Jahr ist es die 15. im 16. Vergleich. Ocon teilt sich die sechste Startreihe mit Albon.

Das Ausscheiden von Antonio Giovinazzi auf der 14. Position war keine Überraschung. Dafür aber das Aus von Lando Norris. Der Engländer beschwerte sich über das Timing seines letzten Versuchs in der Qualifikation. "Wir sind zu früh auf die Strecke gefahren." Sainz glich im Team-Zweikampf bei McLaren aus.

Räikkönen in letzter Reihe

Im ersten Durchgang purzelten die üblichen Verdächtigen raus. Es erwischte die beiden Haas, Williams und einen Alfa Romeo. Kevin Magnussen verpasste den Aufstieg um nur 85 Tausendstel. Auf der Power-Strecke war vom Haas nicht mehr zu erwarten. Zumal es auch in den Kurven an Anpressdruck mangelt.

Pietro Fittipaldi beendete seine erste Qualifikation in der Formel 1 auf dem letzten Platz. Der Vertreter des verletzten Romain Grosjean erntete trotzdem Beifall von seiner Mannschaft. Der Brasilianer mit US-Pass gewöhnte sich in den Trainings an die Speeds und leistete sich keinen groben Schnitzer. In der Quali war er sieben Zehntel langsamer als Magnussen. Fittipaldi wäre ohnehin von ganz hinten gestartet. Haas tauschte von Freitag auf Samstag die Batterie und das Steuergerät in seinem Auto. Das zieht eine Strafe nach sich.

Das Williams-Duell entschied Nicholas Latifi für sich, auch wenn ihm Jack Aitken im Nacken saß. Der zweite Neuling, der den zu Mercedes abgewanderten Russell ersetzt, war nur ein Zehntel langsamer als der Kanadier. Hinter den beiden landete Kimi Räikkönen im Alfa Romeo. Der Routinier verpatzte seine entscheidende Runde. In der letzten Kurve quälte sich der Weltmeister von 2007 mit einem übersteuernden Alfa Romeo. Damit startet Räikkönen neben Fittipaldi aus der letzten Reihe.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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