GP-England-Vertrag verlängert

GP England - Silverstone - Formel 1
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GP England - Silverstone - Formel 1

© Motorsport Images

Das Traditionsrennen in Silverstone bleibt die nächsten fünf Jahre sicher im Kalender. Die Verantwortlichen der Strecke haben sich mit den F1-Bossen endlich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt.

Dieses Abkommen war eine längere Geburt. Doch kurz vor dem diesjährigen britischen Grand Prix konnten die Organisatoren dann aber doch die Nachricht verkünden, die viele englische Formel-1-Fans glücklich machen wird. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz an der Strecke wurde am Mittwoch (10.5.2019) bekanntgegeben: Die Zukunft des Rennens in Silverstone ist gesichert.

Der Kurs auf dem Gelände eines ehemaligen Militär-Flugplatzes war am 13. Mai 1950 Schauplatz des ersten Formel-1-Rennens überhaupt. 2020 wird man somit das 70. Jubiläum feiern. Die Königsklasse wird aber sogar noch einige weitere Jahre in Silverstone ihre Runden drehen. Gleich bis 2024, also um fünf Jahre, wurde der Vertrag mit den Rechteinhabern von Liberty Media verlängert.

Rabatt bei der F1-Gebühr

Nach langen Verhandlungen konnte die Einigung erst am Dienstag besiegelt werden. In London unterzeichneten die Verantwortlichen die neuen Verträge. Knackpunkt war wie immer die hohe Gebühr, die der Veranstalter entrichten muss. Trotz Rekordzuschauerzahlen und hohen Ticketpreisen war das Gastspiel der Königsklasse in den letzten Jahren stets ein Minusgeschäft.

Der Vorsitzende des British Racing Drivers Club (BRDC), in dessen Besitz sich die Strecke befindet, zeigte sich erleichtert, dass nun eine Einigung erzielt werden konnte, mit der beide Seiten zufrieden sind. „Silverstone ist eines der Rennen mit der größten Strahlkraft im ganzen Kalender. Mit so einer traditionsreichen Geschichte wäre es für den Sport und die Fans ein Desaster gewesen, hätten wir keine Lösung für die Zukunft gefunden.“

Wie viel Silverstone in Zukunft an die Rechteinhaber abdrücken muss, wollten die Verantwortlichen natürlich nicht sagen. Es dürfte sich aber um deutlich weniger handeln, als die Summen, die der alte Vertrag vorgesehen hatte, der noch mit Bernie Ecclestone ausgehandelt wurde. Danach wären die Gebühren von 13 Millionen zum Start im Jahr 2010 jährlich um fünf Prozent angestiegen, was am Ende der ursprünglich vorgesehenen Laufzeit im Jahr 2026 eine Summe von über 30 Millionen Euro ausgemacht hätte.

Silverstone-Vertrag neu verhandelt

Die Verantwortlichen hatten sich deshalb entschieden, eine Ausstiegsklausel zu ziehen und neu zu verhandeln. Die Rechteinhaber brachte das in ein Dilemma. Ohne staatliche Unterstützung kann Silverstone nicht mit neuen Strecken wie Abu Dhabi, Aserbaidschan oder Vietnam mithalten, bei denen die Regierungen jedes Jahr Millionen in die Austragung des Grand Prix pumpen. Mit neuen Strecken lässt sich einfach mehr verdienen.

Und so nutzte F1-Boss Chase Carey die Gelegenheit, sich bei der Verkündung des neuen Vertrags als der Retter der Traditionsrennen darzustellen: „Wir haben immer betont, dass wir unsere historischen Rennstrecken erhalten müssen, damit dieser Sport auch langfristig Erfolg hat. Und Silverstone ist die Wiege dieses Sports, wo 1950 alles angefangen hat.“

„Die Formel 1 ist heute ein globalisierter Sport geworden, mit Rennen auf fünf Kontinenten, die von 500 Millionen Fans weltweit verfolgt werden. Unser Ziel liegt darin, diese Zahl noch zu erhöhen, indem wir den Sport, den wir so lieben, in neue Länder bringen, während wir gleichzeitig die Wurzeln bewahren: Silverstone und der britische Grand Prix sind ein elementarer Bestandteil dieser Vision.“

London-Grand-Prix vom Tisch?

Unklar ist, ob Silverstone auf Dauer der einzige Grand Prix in England bleiben wird. Zuletzt wurden auch Pläne aus London bekannt, nach denen in den Docklands ein neuer Stadtkurs für ein F1-Rennen eingerichtet werden soll. Die F1-Bosse waren von der Idee angetan, weil die Metropole eine größere Strahlkraft besitzt als Silverstone, das mitten auf dem Land liegt. Doch dass England zwei F1-Rennen pro Jahr austragen kann, wird von Experten bezweifelt.

Für Hockenheim ist die Vertragsverlängerung in Silverstone ebenfalls ein schlechtes Zeichen. Im Motodrom fehlt es nicht nur an staatlicher Unterstützung sondern auch an der Begeisterung der Zuschauer. Deutsche Fans scheinen im Gegensatz zu den Briten nicht bereit zu sein, die notwendigen Summen für die Tickets zu bezahlen, um das Rennen langfristig zu sichern. 2019 droht die Formel 1 somit vorerst zum letzten Mal am Hockenheimring Station zu machen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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