Hamilton schlechter Verlierer?

Hamilton musste sich mit Rang 2 zufrieden geben. Diese
Niederlage schmerzte den Lokalmatador besonders.
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Hamilton musste sich mit Rang 2 zufrieden geben. Diese Niederlage schmerzte den Lokalmatador besonders.

© sutton-images.com
10.07.2018 - 10:21 Uhr von Tobias Grüner

Lewis Hamilton hat seine zweideutigen Aussagen nach dem Heimrennen in Silverstone korrigiert. Er betrachte die Kollision mit Kimi Räikkönen nun als normalen Rennunfall. Ferrari lobte den Sinneswandel beim Weltmeister.

Nach der Zieldurchfahrt in Silverstone schlugen die Gemüter hoch. In der Hitze des Gefechts zeigte man sich vor allem bei Mercedes äußerst dünnhäutig. Auf die Frage nach den beiden Kollisionen mit Ferrari in zwei aufeinanderfolgenden Rennen zitierte Teamchef Toto Wolff eine spöttische Bemerkung von Technikchef James Allison: „Entweder ist es Absicht oder Unvermögen.“

Auch Lewis Hamilton goss Öl ins Feuer. Im Podiumsinterview bezeichnete er es als eine „interessante Taktik“ der Konkurrenz. Als Gegenmaßnahme müsse man sich künftig von den roten Autos fernhalten, weil man ja nie wisse was passiere. Am besten sei es, die erste Startreihe mit beiden Autos zu besetzen, und der Konkurrenz gar keine Chance geben, nah ran zu kommen.

Ferrari weist Vorwürfe zurück

Bei Ferrari reagierte man noch am Sonntag sehr gereizt auf die unterschwelligen Andeutungen, dass hinter den Kollisionen mehr stecken könnte als nur Fahrfehler. „Das wäre ziemlich dumm, wenn man glaubt, dass es Absicht war“, konterte Vettel. „In Frankreich habe ich ja auch meinen Frontflügel verloren. Solche Fehler passieren schnell, wenn man angreift. Da gab es keinen Vorsatz. Und darüber zu diskutieren ist unnötig.“

Im italienischen Fernsehen wurde auch Maurizio Arrivabene mit den Zitaten aus dem Mercedes-Lager konfrontiert. Vor allem über die von Wolff öffentlich gemachte Allison-Aussage ärgerte sich der Ferrari-Teamchef. „Wenn er das wirklich gesagt hat, dann sollte er sich schämen. Er hat lange für Ferrari gearbeitet. Da sollte er zurückhaltender sein.“

Hamilton antwortet auf Kritik

Auch auf Social Media gab es viel Kritik an Mercedes und an Lewis Hamilton. Das erfolgsverwöhnte Silberpfeil-Team sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, ein schlechter Verlierer zu sein. Lewis Hamilton antwortete schließlich am Montag per Instagram-Botschaft auf die Kritik: „Ich bin so enttäuscht über mich selbst, dass ich nach dem Rennen den Eindruck erweckt habe, ein schlechter Verlierer zu sein.“

„Und das schlimmste daran ist, dass es so vielen von Euch die Möglichkeit gab, über mich abzulästern, falsche Behauptungen aufzustellen und meinen Ruf zu beschädigen, für den meine Familie und ich so lange hart gearbeitet haben. Aber wisst Ihr was: Es ist okay. Ich akzeptiere, dass ich das zum großen Teil verdiene. Ich werde versuchen, es besser zu machen und besser zu sein.“

Auch zur Kollision mit Räikkönen hatte der Weltmeister noch ein paar Worte übrig: „Kimi hat sich entschuldigt. Ich akzeptiere das und blicke nun nach vorne. Es war ein normaler Rennunfall und nicht mehr. Manchmal sagen wir dummen Scheiß. Aber wir lernen daraus.“

Auch Ferrari zeigte sich daraufhin versöhnlich: „Nach der Entschuldigung von Kimi rechnen wir Lewis Hamilton die neuen Kommentare hoch an – vor allem, dass er die Situation am Start als “ normalen Rennunfall„ bezeichnet hat. Damit sollte die Affäre nun endgültig abgeschlossen sein. Zumindest, bis es auf der Strecke das nächste Mal kracht.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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