Hamiltons Weg zum siebten WM-Titel: Ein Jahr für die Geschichtsbücher

Lewis Hamilton ist zum siebten Mal der Weltmeister der Formel 1.
Wir fassen die Saison des Seriensiegers zusammen.
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Lewis Hamilton ist zum siebten Mal der Weltmeister der Formel 1. Wir fassen die Saison des Seriensiegers zusammen.

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Es ist vollbracht. Lewis Hamilton ist der neue, alte Weltmeister der Formel 1. Seine siebte Weltmeisterschaft hebt ihn auf eine Stufe mit Michael Schumacher. Wir fassen die Saison des Rekordjägers in einer Galerie zusammen.

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Lewis Hamilton beherrscht die Formel 1 wie einst Michael Schumacher. In den letzten sieben Saisons ging der WM-Pokal sechs Mal an den 35-jährigen Engländer. Nur Nico Rosberg entriss ihm 2016 den Titel. Zusammen mit seinem ersten Titelgewinn 2008 hat Hamilton nun sieben Weltmeisterschaften eingesammelt – wie Schumacher.

Auch in der Corona-Saison war der Mercedes-Superstar nicht zu stoppen. Nicht von Teamkollege Valtteri Bottas, der Hamilton nur dann schlagen kann, wenn der Weltmeister einen gebrauchten und er selbst einen außergewöhnlichen Tag hat. Nicht von Max Verstappen, der zwar nahezu tadellos fährt, aber nicht das Material hat, um Hamilton herauszufordern. Nicht von einem Rennkalender, der 17 Grand Prix in fünf Monate presste.

Krönung des Unersättlichen

Der neue, alte Champion sammelte bis zu seiner Krönung beim Grand Prix der Türkei zehn Siege und neun Pole-Positions. Hamilton führt auch die Statistiken der schnellsten Rennrunden, Führungsrunden und Führungskilometer an. Er übernahm ab dem dritten Rennen, ab dem GP Ungarn, die WM-Führung und baute sie soweit aus, dass er drei Rennen vor Saisonende nicht mehr entthront werden kann. In Istanbul machte Hamilton mit dem nächsten Erfolg den Sack zu. Sebastian Vettel war nach der Zieleinfahrt einer der ersten Gratulanten. "Wir sind Zeugen, wie einer der besten Rennfahrer überhaupt Geschichte schreibt." Mercedes-Teamchef Toto Wolff ergänzte: "Lewis hat seinen Status als einer der größten Sportler in der Geschichte des Sports zementiert."

In einer Saison, die wegen Corona auf 17 Rennen zusammenschrumpfte, war Beständigkeit ein Schlüssel. Hamilton fiel nicht ein einziges Mal aus. Der Weltmeister punktete in jedem Rennen. Selbst an schlechten Tagen stockte der Mercedes-Pilot das Konto weiter auf. Die magerste Ausbeute waren sieben Punkte beim Grand Prix von Italien. Ansonsten verfehlte Hamilton nur zum Auftakt das Podest.

Der Titelverteidiger war nicht fehlerlos. Eine Kollision zum Auftakt in Österreich mit Alexander Albon. Die Missachtung der roten Boxenampel in Monza. Die Verlegung der Probestarts um 200 Meter in Russland. In drei Rennen hagelte es Zeitstrafen. Und trotzdem war Hamilton nicht aufzuhalten.

Fahrfehler oder Unfälle kommen bei ihm so selten vor wie Dürreperioden seines Teams. Fahrer und Rennstall sind zu einer Siegesmaschine verschmolzen. Und wer im Akkord gewinnt, der erarbeitet sich auch das Glück des Tüchtigen. Wie im ersten Silverstone-Rennen, als Hamilton sich mit plattem linkem Vorderreifen eine halbe Runde ins Ziel schleppte. Wie in Imola, als der Teamkollege ab der zweiten Rennrunde einen verwundeten Mercedes fuhr, Red Bull Bottas an die Box lockte, und Hamilton selbst zwei Mal Glück mit dem Timing der Boxenstopps hatte.

Es ist eine Saison, die in Erinnerung bleiben wird. Wegen Corona, wegen der Rekordjagd von Mercedes und Lewis Hamilton. Der siebte WM-Titel ist die Krönung des Unersättlichen. 2021 soll der achte WM-Pokal eingefahren werden. Eine Vertragsverlängerung ist Formsache. Hamilton und Wolff haben nach dem vorzeitigen Titelgewinn endlich Zeit, sich in Ruhe zusammenzusetzen. "Wir wollen uns aber nicht unter Druck setzen lassen. Wir haben bis Jahresende, den neuen Vertrag auszuhandeln und zu unterschrieben", sagt Wolff.

Sein Starfahrer sieht sich in einer besseren Verfassung denn je. "Ich fühle mich noch so frisch. Es fühlt sich nicht an wie das Ende einer Reise, sondern wie ein Start. Diese Saison war eine der schwierigsten. Wegen Corona bin ich nie ausgegangen, sondern habe mir das Essen immer liefern lassen. Ich musste wie viele Menschen in dieser Phase viele Opfer bringen. Ich will noch so viel bewirken, auf die Probleme aufmerksam machen, denen Menschen ausgesetzt sind, in manchen Ländern, in denen wir fahren. Ich will Mercedes auf seiner Reise zu einem nachhaltigen Unternehmen helfen. Ich will ein Teil davon sein, zumindest am Anfang, und etwas anschieben."

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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