Hartleys vierter schwerer Crash

Brendon Hartley - Toro Rosso - GP England - Silverstone - Formel
1 - Samstag - 7.7.2018
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Brendon Hartley - Toro Rosso - GP England - Silverstone - Formel 1 - Samstag - 7.7.2018

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08.07.2018 - 10:52 Uhr von Michael Schmidt

Brendon Hartleys Formel 1-Saison ist charakterbildend. Der Neuseeländer war im zehnten Rennen zum vierten Mal in einen Highspeed-Unfall verwickelt. Der Crash in der Brooklands-Kurve sah furchterregend aus, war aber harmloser als der in Barcelona.

Brendon Hartley klebt das Pech an den Rennfahrerstiefeln. Der 28-jährige Neuseeländer war zum vierten Mal in dieser Saison in einen schweren Unfall verwickelt. Zum dritten Mal konnte er nichts dafür. Es passierte gleich zu Beginn des dritten Trainings. Hartley bremste die Brooklands-Kurve aus 305 km/h an, als links vorne der untere Querlenker aus dem Radträger brach. Ab da war der Fahrer nur noch Passagier. „Ich habe noch versucht, so viel Speed abzubauen wie möglich. Kurz vor dem Aufprall habe ich alles angespannt und mich ganz klein gemacht.“

Der Aufprall selbst war weniger schlimm als er aussah. Die Sensoren stellten eine Verzögerung von 15 g fest. Da war der Trainingscrash von Barcelona mit 25 g Verzögerung von einer anderen Qualität. Doch der Unfall in Silverstone hätte auch schlimmer ausgehen können. Für einen Moment sah es so aus, als könnte der Toro Rosso im Kiesbett einhaken und sich überschlagen. Zum Glück hatte er auf dem Asphaltstück davor schon genügend Geschwindigkeit abgebaut. Gefühle wie Angst wollten nicht aufkommen. „Da fließt zu viel Adrenalin.“

Neues Chassis für Hartley

Hartley war machtlos. „Es kam aus heiterem Himmel, gab weder eine Vorwarnung, noch Vibrationen. Ich habe auch vorher keine Kerbs getroffen. Kurz nachdem ich auf die Bremse gestiegen bin, ist die Aufhängung gebrochen. Das ist ein harter Bremspunkt mit über 5 g negativer Beschleunigung. Da steht die Vorderradaufhängung unter extremer Belastung.“

Technikchef James Key ließ das nicht gelten: „Wir müssen uns bei Brendon entschuldigen. Dieser Vorfall darf nicht passieren. Es ist uns auf diese Weise auch noch nie vorher passiert. Wir haben deshalb Gasly erst fahren lassen, als wir den Unfall genau analysiert und Gegenmaßnahmen getroffen hatten.“ Die vielen TV-Bilder aus allen Blickwinkeln halfen den Toro Rosso-Technikern bei der Ursachenforschung.

Hartley wird den GP England mit einem neuen Chassis aus der Boxengasse in Angriff nehmen. Die Karbonröhre hat den Anprall zwar überlebt, doch die Seitenkästen wurden am Kühleinlass stark beschädigt. Weil diese Teile mit dem Chassis verklebt sind, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. HaasF1 hatte beim Unfall von Romain Grosjean am Freitag das gleiche Problem.

Hartleys unheimliche Serie

Brendon Hartley bekommt kaum Gelegenheit durchzuschnaufen. In Barcelona verpasste er die Qualifikation ebenfalls wegen eines Unfalls im dritten Training. Es war der einzige Zwischenfall, den er selbst zu verantworten hatte. Der Neuseeländer geriet beim Einlenken in Kurve 9 mit dem linken Vorderrad auf Gras. In Monte Carlo wurde der Toro Rosso-Pilot von Charles Leclerc von der Strecke gerammt. In Montreal drückte ihn Lance Stroll mit 240 km/h in die Mauer. Silverstone war der vierte Highspeed-Unfall.

Obwohl Hartley wie in Österreich von hinten ins Rennen geht, hat ihn der Mut nicht verlassen. „In Österreich war es heiß, in Silverstone wird es heiß. Da kommt es aufs Reifenmanagement an. In Spielberg hatte ich den Speed für WM-Punkte. Deshalb gebe ich die Hoffnung nicht auf.“

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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