Lance Stroll rehabilitiert sich

Lance Stroll - Williams - Formel 1 - Test - Barcelona - 10. März
2017
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Lance Stroll - Williams - Formel 1 - Test - Barcelona - 10. März 2017

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13.03.2017 - 16:01 Uhr von Michael Schmidt

Nach der ersten Testwoche in Barcelona musste Lance Stroll viel Spott ertragen. An den zweiten vier Testtagen hat sich der Neuling rehabilitiert. Williams ließ den Kanadier Kilometer abspulen, damit er Vertrauen gewinnt.

Lance Stroll erster offizieller Auftritt in der Formel 1 wurde zu einem Fiasko. Zwei Tage, drei Ausrutscher, zwei kaputte Frontflügel. Williams musste einen Testtag mangels Ersatzteilen streichen. Der Privatjet von Vater Lawrence Stroll pendelte sieben Mal zwischen England und Spanien hin und her.

Da mochte der junge Stroll noch so unbekümmert über die Zwischenfälle reden und die Dreher und den Unfall als Testalltag verkaufen. Nach nur 110 Runden und reichlich Schrott war Druck auf dem Kessel. In der Szene wurde bereits gerätselt: Ist dieser Mann reif für die Formel 1? Und im Zuge dessen wurden die alten Geschichten wieder aufgewärmt, dass er nur aufgrund von Vaters Gnaden und Geld in der Formel 1 ist.

276 Runden ohne Fehler für Stroll

Nach dem Mauerkontakt am dritten Testtag bekam Stroll sieben Tage Zeit zum Nachdenken. Das wirkte. Nachdem Felipe Massa das Pensum an eineinhalb Tagen um 231 Runden, eine Tagesbestzeit und eine zweitschnellste Runde aufstockte, durfte auch Stroll wieder ans Steuer. Und er machte seine Sache gut. Stroll drehte in der verbleibenden Zeit 276 Runden ohne Fehler und kam am Ende auf 1.797 Kilometer. Mit einer persönlichen Bestzeit von 1.20,335 Minuten lag der Williams-Pilot immerhin auf Platz 13.

Williams-Einsatzleiter Rob Smedley vergleicht Strolls beste Runde mit der von Felipe Massa am sechsten Testtag. Da war der Brasilianer mit 1.19,420 Minuten die fünftschnellste Zeit der gesamten Barcelona-Tests gefahren. „Wenn Lance unter den gleichen Bedingungen gefahren wäre wie Felipe, hätte er eine Zeit von 1.19,6 Minuten geschafft. Das wäre mehr als respektabel“, urteilt Smedley.

Ein halbes Jahr zum Eingewöhnen

Für Stroll gab es in der zweiten Testwoche andere Prioritäten. Nur keinen Unfall und vor allem: fahren, fahren, fahren. Williams verzichtete darauf, viel an der Fahrzeugabstimmung zu arbeiten, um seinem Newcomer das Leben so einfach wie möglich zu machen. „Was Lance jetzt braucht, ist Vertrauen. Melbourne wird hart genug für ihn. Neue Strecke, wenig Trainingszeit, und die Mauern stehen näher als in Barcelona“, sagt Smedley.

Der frühere Ferrari-Techniker weiß wovon er spricht: „Der Druck auf Lance ist extrem hoch. Er ist erst 18 Jahre alt, alles ist neu, die Autos so schnell wie noch nie, und alle schauen auf ihn. Er geht in Melbourne mit nur 180 Minuten Vorbereitung in seine erste Qualifikation. Gebt ihm ein halbes Jahr Eingewöhnungszeit. Erst dann kann man sich ein Urteil über ihn bilden.“

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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