Motorenkarussell immer irrer

Toro Rosso - Formel 1 - GP England - 13. Juli 2017
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Toro Rosso - Formel 1 - GP England - 13. Juli 2017

© ams
15.07.2017 - 18:41 Uhr von Michael Schmidt

Honda bleibt. Honda steigt aus. McLaren sucht Ersatz für Honda. Sauber trennt sich von Honda. Nicht genug? Wir haben das jüngste Gerücht im Fahrerlager aufgeschnappt: Honda spannt sich mit Toro Rosso zusammen.

Honda liefert alle drei Tage neuen Stoff für Stories. Einmal steigen die Japaner aus der Formel 1 aus, dann wieder bleiben sie drin. Einmal geht es mit McLaren weiter, dann wieder nicht. Sicher scheint nur: Sauber wird die Absichtserklärung, 2018 mit Honda-Motoren zu fahren nicht einlösen. Weil der Schweizer Rennstall nicht im Oktober erfahren will, dass Honda aussteigt. In Hinwil fehlen die Kapazitäten, das Auto so spät noch für eine andere Antriebseinheit umzubauen.

Sauber braucht 2018 auf jeden Fall einen neuen Motor und damit neue Eckdaten für den Einbau. Selbst wenn es mit Ferrari weiterginge. Dann würde Sauber natürlich das 2018er Aggregat bekommen, das sich stark vom 2016er Motor unterscheidet. McLaren ist da flexibler. Weil man notfalls mit Honda weitermachen könnte. Und weil das Team viel größer ist.

McLaren flirtet mit Renault

Bei McLarens Entscheidung hängt viel davon ab, ob der zweite Teil der Ausbaustufe das bringt, was er verspricht. Der erste blieb ein bisschen hinter den Erwartungen zurück, aber nicht so viel, wie es McLaren glauben machen will. Die zweite Stufe des Spec3-Motors soll entweder in Austin oder Mexiko debütieren. Dazwischen werden kleinere Schritte eingebaut, wann immer sich ein Motorwechsel anbietet oder ein Leistungsgewinn über die Software möglich ist.

McLaren sucht bereits Ersatz für einen Honda-Ausstieg oder eine einvernehmliche Trennung von Honda. Bei Mercedes handelte man sich eine Absage ein. Außer die Regeln zwingen Mercedes dazu. Auch Ferrari scheint nicht sonderlich daran interessiert, einen möglichen Konkurrenten aufzurüsten. Die wahrscheinlichste Alternative ist deshalb Renault. In Österreich wurde eine hochrangige McLaren-Delegation im Renault-Motorhome gesehen.

Deshalb macht Toro Rosso-Honda Sinn

In Silverstone kam eine völlig neue Variante dazu. Der Fahrerlagerfunk meldete: Honda verhandelt mit Toro Rosso über eine technische Partnerschaft. Was zunächst nur ein Gerücht war, scheint nun immer mehr an Wahrheitsgehalt zu gewinnen. Es wird in mehr als einem Motorhome hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen. Von den Beteiligten hört man nur: Kein Kommentar.

Eine Zusammenarbeit zwischen Toro Rosso und Honda würde durchaus Sinn machen. Weil es für beide Parteien ein Win-win-Geschäft wäre. Honda will sich von den Launen des ewig unzufriedenen Partners McLaren unabhängig machen und für den Fall absichern, mit McLaren und Sauber beide Kunden zu verlieren. Red Bulls B-Team wäre technisch und sportlich eine gute Basis, um etwas aufzubauen. Das ist besser als bei McLaren die Sponsorlücken zu füllen und sich dafür noch Kritik anzuhören.

Red Bull seinerseits könnte sich dann mehr auf das Titelrennen gegen Mercedes und Ferrari konzentrieren. In der Vergangenheit war die Konzernleitung nicht immer glücklich mit den Ergebnissen des Schwesterteams. Toro Rosso hat drei Mal hintereinander das Saisonziel Platz 5 verfehlt. Im Moment sind im Red Bull-Pool auch nicht unmittelbar Talente in Sicht, die man bei Toro Rosso ausbilden könnte. Red Bulls B-Team ist erwachsen geworden und könnte mit Honda seinen eigenen Weg gehen. Eine Entscheidung soll noch in der Sommerpause fallen.

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Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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