Neuer Mercedes AMGW04

Die Entwicklung des AMGW04 geht in die Endphase. Über
Weihnachten liefert die Aerodynamikabteilung zwei große
Entwicklungsschübe. (Hier noch das alte Auto)
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Die Entwicklung des AMGW04 geht in die Endphase. Über Weihnachten liefert die Aerodynamikabteilung zwei große Entwicklungsschübe. (Hier noch das alte Auto)

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27.12.2012 - 09:13 Uhr von Michael Schmidt

Die Zeit der Ausreden ist vorbei. In der Saison 2013 muss Mercedes um Siege mitfahren. Die Entwicklung des neuen Modells AMGW04 geht in ihre entscheidende Phase. Über Weihnachten liefert die Aerodynamikabteilung zwei große Entwicklungsschübe. Die Hälfte des gesteckten Ziels war bereits vorher erreicht.

Zum Saisonende 2012 fehlten Mercedes zwischen 1,5 und zwei Sekunden auf Klassenprimus Red Bull. Weil das Meisterteam mit seiner Neukonstruktion für 2013 mindestens eine weitere Sekunde zulegen wird, muss Mercedes nach eigener Rechnung rund drei Sekunden aufholen. Die Hälfte davon war bereits vor den Feiertagen geschafft. Wenn der Windkanal richtige Daten liefert. Der entscheidende Entwicklungsschub für den neuen Mercedes AMGW04 war für die Zeit um Weihnachten und Neujahr herum geplant. Und zwar in zwei Ausbaustufen.

Mercedes AMGW04 wird Red Bull ähneln

Mechanisch hat der 2013er Silberpfeil schon ein Gesicht. Das neue ultrakleine Getriebe ist rechtzeitig fertig geworden und hat seine ersten Prüfstandläufe erfolgreich hinter sich gebracht. Die Crashtests wurden pünktlich bestanden. Auch das Fahrwerk hat seine Feuertaufe im Labor bereits hinter sich. Die Hinterradaufhängung ist so konzipiert, dass man die Geometrie bei Bedarf schnell ändern kann. Die Reifenentwicklung verlangt diese Flexibilität.

Während Aldo Costa den Bereich der Mechanik im Griff hat, steht über der Aerodynamik ein Fragezeichen. Der neue Mercedes wird sich deutlich vom alten unterscheiden. Man muss kein Wahrsager sein, dass er in vielen Details dem Red Bull ähneln wird, vorallem um den Auspuff herum. Natürlich fährt auch Mercedes 2013 mit der Coanda-Lösung. "Das ist der richtige Weg", bestätigte Teamchef Ross Brawn beim Saisonfinale in Sao Paulo. Inzwischen wissen die Ingenieure, warum die Auspuffgase die Hinterreifen über Gebühr aufgeheizt haben. Die Seitenkästen waren schuld. Der Auspuffstrahl verlor sich im freien Raum, nachdem er die Endrohre und den Coanda-Schacht verlassen hatte. Bei Red Bull wird er weiter über die Seitenkästen und die Bodenplatte zum Diffusorrand geführt. Störende Einflüssen durch die natürliche Strömung begegnet Adrian Newey mit zwei Schächten, in denen er die an den Seitenkästen entlangstreichende Luft ins Fahrzeuginnere absaugt. Ähnliches ist von Mercedes zu erwarten.

Bei Mercedes greifen neue Strukturen

Auch Michael Schumacher ist optimistisch, dass die vielen Strukturänderungen im Team endlich greifen. "In den ersten zwei Jahren hatten wir definitiv nicht die Kapazitäten, an verschiedene Fronten zu kämpfen. Wenn es Probleme gab, mussten wir uns um die Probleme kümmern. Da lag die Weiterentwicklung brach. Erst jetzt gibt es eine Infrastruktur, die beides ermöglicht. Richtig greifen wird diese Infrastruktur erst 2013 und danach. Das Auto, das wir im abgelaufenen Jahr hatten, wurde ja noch unter den alten Verhältnissen gebaut. Ich rede hier von Quantität, nicht von Qualität. Das war immer der Grund, warum die Entwicklung stagnierte. Warum das zuletzt immer noch der Fall war, verstehe ich auch nicht. Da hatten wir die Grundvoraussetzungen dafür geschaffen, um nach vorne zu kommen. Aber vielleicht müssen noch ein paar Zahnrädchen in unserer Struktur ineindergreifen, bis das passiert."

Quelle: 2012 Motor-Presse Stuttgart
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