Quali-Drama im Mittelfeld: Renault steht sich selbst im Weg

Esteban Ocon - Renault - Formel 1 - GP Toskana - Mugello -
2020
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Esteban Ocon - Renault - Formel 1 - GP Toskana - Mugello - 2020

© xpb

Im Mittelfeld ging es in Mugello so eng zu wie lange nicht. Am Ende sorgte der Dreher von Esteban Ocon dafür, dass Charles Leclerc und die beiden Racing-Point-Piloten jubeln konnten. Bei Renault und McLaren war dagegen Frust angesagt.

Die Berg- und Talbahn von Mugello gehört mit Rundenzeiten von knapp über 75 Sekunden zu den kürzesten Strecken im Kalender. Da war es abzusehen, dass nur wenige Sekundenbruchteile im Mittelfeld über mehrere Positionen entscheiden würden. Aber am Ende wurde es sogar noch enger als erwartet.

Teilweise lag das halbe Feld innerhalb von nur drei Zehnteln. Beim Kampf um die besten Startplätze im Q3 kam also alles auf das richtige Timing und eine fehlerfreie Runde an. Doch Esteban Ocon wurde im großen Quali-Finale von der anspruchsvollen Strecke auf dem falschen Fuß erwischt. In Kurve 3 rödelte der Franzose durchs Kiesbett.

Mit seinem Fehler zog Ocon gleich auch noch Teamkollege Daniel Ricciardo ins Elend. Der Australier war direkt hinter seinem Teamkollegen unterwegs und musste die Runde wegen der gelben Flaggen abbrechen. Sonst wäre für Renault sicher deutlich mehr drin gewesen als die Startplätze acht und zehn.

Renault plant Attacke im Rennen

"Die Zeit, die Charles (Leclerc) für Rang fünf gereicht hat, sind wir schon im Q2 gefahren. Ohne die Probleme im letzten Q3-Run hätten wir also da auf jeden Fall hinkommen können", schimpfte Ricciardo anschließen.

Dass Renault überhaupt um die Plätze in den vorderen Reihen kämpfen konnte, war nach der schwachen Vorstellung im dritten Training allerdings noch nicht abzusehen. "Wir haben vor dem Qualifying noch einmal das Setup umgebaut. Wir fanden keinen Grip und erhöhten deshalb den Abtrieb. Auch die höheren Streckentemperaturen sorgten dafür, dass es im Quali dann besser lief", erklärte Ricciardo.

Weil die Pace eigentlich stimmt, sieht man sich bei Renault auch gut für das Rennen aufgestellt. Jetzt muss man auf der neuen Strecke von Mugello nur noch überholen können. Eigentlich hatte Überholkönig Ricciardo befürchtet, dass es auf dem fließenden Layout kaum Chancen zu Angriffen gibt: "Ich habe mir die Rennen der Formel 2 und der Formel 3 angeschaut. Da gab es überraschend viel Action. Das macht mir etwas Mut, dass es vielleicht doch nicht ganz so eintönig wird."

Perez mit alten Teilen schnell

Von den Problemen bei Renault profitierte nicht nur Leclerc auf Rang fünf sondern auch die beiden Racing Point, die das Rennen von den Startplätzen sechs und sieben in Angriff nehmen. Das Teamduell entschied wieder einmal Sergio Perez für sich. Doch eine Strafe aus dem zweiten Training dreht die Reihenfolge wieder um.

Dabei war der Mexikaner eigentlich mit den schlechteren Voraussetzungen in die Qualifikation gegangen. Das große Upgrade-Paket mit den komplett umgebauten Seitenkästen, bekam nur Besitzersohn Lance Stroll. "Wir haben die Teile leider nur für ein Auto", beklagte sich Perez. "Es sieht aber immerhin nach einem guten Fortschritt aus. Wir sollten damit den Abstand auf Red Bull verkürzen können. Ich bekomme sie dann hoffentlich beim nächsten Rennen."

Für den Sonntag hofft Perez auf einen guten Start und Möglichkeiten mit der Strategie. Zumindest den Ferrari von Leclerc will man sich noch schnappen. Die Chancen stehen gut, dass Racing Point im Kampf um Rang drei in der Teamwertung ein großer Sprung gelingt. Neben Renault kämpft auch die Konkurrenz von McLaren darum, am Ende der Top Ten ein paar kleine Punkte einzusammeln.

McLaren mit kleinen Schritten

"Wir haben uns seit der ersten Ausfahrt gestern schwer getan, die gewohnte Performance abzurufen", verrät McLaren-Teamchef Andreas Seidl. "Die Fahrer sind nicht happy mit der Balance. Und egal, was wir mit dem Setup probiert haben, der Schritt war einfach nicht groß genug, damit wir weiter nach vorne kommen."

Im dritten Freien Training sah es ähnlich wie bei Renault sogar noch ganz düster aus. Carlos Sainz und Lando Norris fanden sich nur in der unteren Tabellenhälfte wieder. "Zum Glück ist uns dann noch ein kleiner Schritt gelungen. Aber viel mehr war im Auto einfach nicht drin. Das müssen wir akzeptieren", spricht Seidl Klartext.

Im Rennen hofft man aber immer noch auf doppelte Punkte und damit Schadensbegrenzung. Einfach werde das aber nicht, wie Seidl zugibt: "Was die Strategie angeht, rechne ich morgen mit einem klaren Einstopp-Rennen. Es ist hier nicht leicht zu überholen. Von den Positionen neun und elf können wir vielleicht am Start schon ein paar Autos schnappen. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist von der Pace ja nicht weit weg. Wir müssen einfach alles versuchen."

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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