Red Bull tröstet sich mit schnellen Runden

Dahinter folgten die beiden Red Bull-Autos.
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Dahinter folgten die beiden Red Bull-Autos.

© sutton-images.com
14.05.2018 - 16:03 Uhr von Michael Schmidt

Red Bull konnte am Ende des GP Spanien wieder einmal sagen: Da wäre mehr möglich gewesen. Max Verstappens dritter Platz trotz Flügelschaden und die schnellste Rennrunde von Daniel Ricciardo zeigen, dass der Speed da ist. Nur leider nicht am ganzen Wochenende.

Der GP Spanien brachte einen halb neuen Red Bull und ein altes Problem. Auch das große Upgrade brachte Max Verstappen und Daniel Ricciardo keine besseren Startplätze. Die beiden Red Bull-Fahrer gingen wieder aus der dritten Startreihe ins Rennen. Und bezahlen dann so lange, bis sie endlich freie Fahrt haben. Diesmal verstellte Kimi Räikkönen den Red Bull 25 Runden lang die Sicht nach vorn. Als der Ferrari mit einem Motorproblem in der Garage parkte, betrug der Rückstand von Verstappen und Ricciardo auf die Spitze bereits 22 und 32 Sekunden.

Zu dem Zeitpunkt waren die Red Bull-Piloten die letzten aus dem Spitzenpulk, die noch mit den Reifen vom Start unterwegs waren. Wieder einmal schonte der Red Bull seine Reifen besser als die Konkurrenz. Und war dann im Schlussabschnitt auf dem Medium-Gummis das mit Abstand schnellste Auto im Feld. Ricciardos schnellste Rennrunde lag sechs Zehntel unter besten Zeiten Sebastian Vettel und Sieger Lewis Hamilton. Doch dafür gibt es keine Punkte, wenn die Gegner bei Halbzeit des Rennens längst am Horizont verschwunden sind.

Red Bulls wunder Punkt bleibt die Qualifikation

Verstappen und Ricciardo machten sich in der VSC-Phase nach dem Ausfall von Esteban Ocon auch noch selbst das Leben schwer. Der eine kollidierte beim Re-Start mit Lance Stroll und verlor kurz nach dem Kontakt die Endplatte des linken Frontflügels, der andere legte mit kalten Reifen einen Dreher auf die Bahn und büßte sieben Sekunden ein. Obwohl dem Auto von Verstappen 15 Punkte Abtrieb fehlten und die Balance danach Richtung Übersteuern tendierte, konnte der Holländer leicht Boden auf Valtteri Bottas gutmachen und Vettel im Ferrari in Schach halten.

Ricciardo zeigte, was der RB14 in seiner runderneuerten Form wirklich kann, wenn er von der Kette gelassen wird. „Seine Zeiten waren unglaublich, vor allem die Vorstellung im dritten Sektor“, lobte Motorsportchef Helmut Marko. Die stark schwankenden Rundenzeiten schob Marko auf Verkehr. Ricciardo allerdings gab zu: „ Die eine Runde war ich superschnell, die andere knapp am Rausfliegen. Das Auto hat Potenzial, aber es fällt uns im Moment noch schwer, es jede Runde beständig abzurufen. Wir müssen das Upgrade noch besser lernen.“ Mercedes-Rennleiter Toto Wolff staunte: „Die Red Bull hatten aus der Schikane raus eine bessere Traktion als wir, obwohl ihre Reifen 20 Runden älter waren.“

Trotz der Ausbeute von nur 25 Punkten bezeichnen Teamchef Christian Horner, Marko und die Fahrer das Upgrade, das einige eine B-Version nannten, einen vollen Erfolg. „Das zeigen doch die Rundenzeiten.“ Kleine Einschränkung: Red Bull wollte eigentlich seinen Qualifikation-Speed verbessern. Im Rennen war man schon vorher gut. Auch im Topspeed ist kein überragender Schritt nach vorne gelungen. Ricciardos 332 km/h waren durch Windschatten und DRS begünstigt. Da sind Verstappens 324 km/h repräsentativer. Und die lagen im hinteren Drittel des Rennens. Deshalb atmet Marko auf, wenn es in zwei Wochen nach Monte Carlo geht: „Monaco ist wie Sektor 3 in Barcelona. Nur ohne Geraden.“

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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