Red Bull Weltmeister der Boxenstopps: Neun Top-Stopps an Red Bull

Red Bull Weltmeister der Boxenstopps: Neun Top-Stopps an Red
Bull
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Red Bull Weltmeister der Boxenstopps: Neun Top-Stopps an Red Bull

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Klarer kann man eine Meisterschaft nicht gewinnen. Red Bull stellte auch in diesem Jahr die schnellste Boxenstopp-Crew. Die Schrauber des WM-Zweiten waren noch fixer als 2019. Diesmal lieferte Red Bull die schnellsten neun Reifenwechsel der Saison ab.

Auf der Rennstrecke konnte Red Bull gegen Mercedes nicht gewinnen. Der WM-Titel ging mit 573:319 Punkten wieder mal an die Silberpfeile. Bei den Boxenstopps dagegen hat Red Bull seinen Titel verteidigt. Mit noch größerem Vorsprung als im letzten Jahr. Red Bull sammelte nach dem gleichen Schema 555 Punkte. Williams mit 264 und Mercedes mit 253 Zählern hatten nicht einmal halb so viel.

Die Ausnahmestellung von Red Bull beim Reifenwechsel zeigt sich noch in anderen Zahlen. Die neun schnellsten Boxenstopps gingen alle auf das Konto des WM-Zweiten. Alle lagen unter zwei Sekunden. Den Bestwert von 1,86 Sekunden schaffte Red Bull gleich zwei Mal. Mit Max Verstappen beim GP Russland und mit Alexander Albon beim GP Portugal. Der eigene Weltrekord von 1,82 Sekunden 2019 in Brasilien blieb unangetastet.

Red Bull in 15 GP Boxenstopp-König

Red Bull inszenierte bei 15 der 17 Rennen den schnellsten Reifenwechsel. Manchmal sogar im Doppelpack. Nur Belgien ging an Williams und Italien an Alfa Romeo. 27 Mal schafften die Red Bull-Mechaniker ein Top Ten-Resultat. Das spricht für eine überragende Konstanz. Ein richtig schlechter Boxenstopp dauert bei Red Bull 3,4 Sekunden. Ferrari stand in Imola mit Sebastian Vettel 13,5 Sekunden, Mercedes in Bahrain mit Valtteri Bottas 27,4 Sekunden. Der letzte richtig böse Flop ist Red Bull 2017 in Monte Carlo passiert, als bei Daniel Ricciardo die Reifen nicht bereit lagen.

Sportchef Helmut Marko führt die Überlegenheit in der Boxengasse auf zwei Merkmale zurück. Erstens die Mannschaft, zweitens die Ausrüstung. "Für uns spricht die Kontinuität und das Zusammenspiel der Mechaniker über einen langen Zeitraum. Da ist gegenseitiges Vertrauen vorhanden. Dazu die körperliche und mentale Vorbereitung und Training, Training, Training. Die Ausrüstung ist natürlich auch gut, aber am Ende sind es die Leute, die den Unterschied ausmachen."

Wie schnell eine perfekt eingespielte Truppe aus der Bahn geworfen werden kann, zeigte sich im letzten Viertel der Saison. Da musste Red Bull wegen Corona-Fällen in der Mannschaft Umbesetzungen vornehmen. "Da hat dann ein Stopp auch schon mal über drei Sekunden gedauert", blickt Marko zurück. "Leider im entscheidenden Moment beim Rennen in der Türkei. Der Mann, der den Flügel falsch verstellt hat und ein anderer, der einen Knopf falsch gedrückt hat, so dass das Auto zu früh vom Wagenheber gefallen ist, waren Ersatzleute für Corona-Ausfälle."

Ferrari muss nachbessern

Platz zwei in der DHL Boxenstopp-Statistik belegte erneut Williams. Der Traditionsrennstall liegt seit Jahren bei den Reifenwechseln im vorderen Feld. Mit 24 Top Ten-Platzierungen und einem Bestwert von 2,00 Sekunden beim GP Russland steht Williams auch für ein hohes Maß an Beständigkeit. Mercedes rückte einen Platz auf. 26 Mal lag der Weltmeister in den Punkterängen, aber nie ganz vorne. Hier gilt: Wer auf der Rennstrecke überlegen ist, kann beim Reifenwechsel auf Nummer sicher gehen. Für Rekorde gibt es keinen Preis. Deshalb kam die Mercedes-Crew in diesem Jahr auch nicht unter 2,22 Sekunden.

Größter Aufsteiger ist Alfa Romeo. Die Eidgenossen verbesserten sich von Platz 9 auf Rang 4. Eine neue Ausrüstung und ein geändertes Training sorgten für den Quantensprung. Im gleichen Maße stürzte Ferrari um fünf Positionen ab. Mit 79 Punkten belegte der Dritte des Vorjahres nur den achten Platz. Grund dafür war eine Schwachstelle an der Radmutter. Das Gewinde war zu schwach ausgelegt, was hin und wieder dazu führte, dass sich die Mutter auf der Radnabe festfraß. "Damit schwand das Vertrauen der Mannschaft", erklärte Teammanager Diego Ioverno. Dazu kam, dass Ferrari seine Mannschaft umstellen musste. Es wird eine Weile dauern, bis die 20 Männer in dem hochkomplexen Prozess wieder synchron arbeiten.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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